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Die Kaisertochter erzählt nicht nur von ihren eigenen kleinen und großen Nöten, sondern beschreibt auch ihr enges Verhältnis zur Mutter und deren fast erdrückende Liebe.
Aber auch Marie Valérie als Person ist äußerst sympatisch. Aufgewachsen im Kaiserhaus verabscheut sie die Wiener Hofburg, wie ihre Mutter, und sehnt sich nach intimen Familientagen in der Kaiservilla in Bad Ischl. Gerne würde sie dem Vater sagen, wie gern sie ihn hat, aber man merkt deutlich, dass im Kaiserhaus mit Gefühlen nicht so offen umgegangen wurde, wie heute in Familien. Dies stellt ein Problem für die junge Marie Valérie dar.
Schön ist auch zu lesen, wie sie den jungen Franz Salvator kennenlernt und nicht so recht weiß, ober es wirklich DER Richtige für sie ist. Zweifel und Angst mischen sich. Als sie sich nach langer Zeit für ihn entscheidet und überglücklich ist, wählt ihr Bruder Kronprinz Rudolf den Freitod.
Die ganze Tragik des Kronprinzen wird dazu aufgerollt. Die Abneigung Valéries und Kaiserin Elisabeths gegenüber Kronprinz Rudolfs Frau Stephanie stellt das gesamte Verhältnis zu Rudolf auf eine schwere Probe. Deutlich wird auch in dem Tagebuch, dass die sensible Kaiserin nach der Hochzeit ihrer Tochter und nach dem Tod ihres Sohnes vollends dem Leben entsagt hat. Der Leser realisiert einen deutlichen Stimmungsumschwung. Kaiserin Elisabeth wird zeitlebens nie aus ihrer Trauer flüchten können und die Anzahl der Reisen steigt dramatisch an.
Schade ist nur, dass Marie Valéries Tagebuch nur bis 1899 wiedergegeben wird und nicht bis zu ihrem Tod 1924, denn auch Valérie scheint mir eine sehr interessante Persönlichkeit zu sein.
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