Erscheinungstermin: 2. Mai 1976 | Reihe: insel taschenbuch (Buch 176)
Goethes Aufzeichnungen während seiner Reise von Karlsbad nach Rom (1786), erst hundert Jahre später veröffentlicht, werden in dieser Ausgabe vollständig und in der originalen Orthographie vorgelegt. Damit ist der in vielen Goethe-Ausgaben nicht enthaltene Text wieder greifbar.
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Johann Wolfgang Goethe, am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren, absolvierte ein Jurastudium und trat dann in den Regierungsdienst am Hof von Weimar ein. 1773 veröffentlichte er Götz von Berlichingen (anonym) und 1774 Die Leiden des jungen Werthers. Es folgte eine Vielzahl weiterer Veröffentlichungen, zu den berühmtesten zählen Italienische Reise (1816/1817), Wilhelm Meisters Lehrjahre (1798) und Faust (1808). Johann Wolfgang Goethe starb am 22. März 1832 in Weimar.
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Dieses Tagebuch ist wunderbar. Ein Tagebuch eben, dass uns teilhaben läßt am Leben am erleben, den Gefühlen und der Zeit.
Wer Goethe nur auf irgendeinen Teil seines Lebens reduziert und hinter jedem niedergeschriebenen Wort eine tiefgründige Dichtung und hinter jeder Skizze ein epochales Werk erhofft liegt ganz falsch. Jemandem der so weitreichende Interessen und Fähigkeiten hatte wie Goethe kann hier ganz über die Schulter seines Lebens geschaut werden. Ein wahrhaftiges Buch.
Goethe mal ganz unspektakulär. Im Urlaub. Nett zum Durchblättern, doch auch ausgesprochen verzeihlich es nicht zu lesen. Die vorliegende Fassung enthält den Text in Goethes originaler Ortographie, das liest sich dann wie folgt: „um 12. In Eger bey heisem Sonnenschein. Der Morgen war bedeckt gewesen, die oberen Wolcken streifig und wollig". Das ist nicht der beeindruckende Umgang mit der deutschen Sprache, der Goethe so berühmt gemacht hat. Auch das was Goethe zu den Stationen seiner Reise mitzuteilen hat ist wenig ergiebig, kein Beitrag über Pompeji etwa. Und zum prachtvollen Pantheon in Rom fiel ihm gerade mal das hier ein: „Das größte Werck der inneren Großheit nach die Rotonde". Solch eine Wortkargheit, noch dazu von einem Dichter, wirft die Frage auf, welchen Zweck dieses Buch überhaupt erfüllen soll. Doch der Leser ist vorgewarnt, denn bereits im Klappentext steht das folgende: „Dem Reisenden werden sie zwar nicht als „zuverlässiger Führer", aber, was mehr ist, als eine „Anleitung zum Sehen" hilfreich sein. Das kann ein handelsüblicher Reiseführer besser! Dennoch hat es schon etwas erhebendes, gerade wenn man nach Italien reisen will, sich bewußt zu machen, daß bereits der Dichterfürst vom wunderschönen Italien fasziniert war. Das Buch enthält 30 kleine (meist 10 x 10 cm) Skizzen und Zeichnungen, die Goethe etwa von Landschaften, Gebäuden, Pflanzen etc. angefertigt hat. Briefe, Erläuterungen und Register verleihen dem Buch mehr Umfang, das eigentliche Reisetagebuch ist nur 173 Seiten lang. Stationen der Reise: Regensburg, Carlsbad, Brenner, Verona, Padua, Venedig, Rom u.a....
„Tagebuch der Italienischen Reise 1786" ist ein Buch für Goethe- Komplettisten und Germanisten.