Im ersten Teil beschreibt der Autor etwas zäh und ausführlich, wie er Kommunist wurde. Das ergab sich einerseits aus seiner Biographie (der Vater war kommunistischer Seemann), andererseits aus den bewegten Zeiten, in denen er aufwuchs ( so erlebte er als Kind die Revolte am Ende des I. Weltkriegs). Auch seine internationale Herkunft spielte hier eine Rolle ( Valtin verbrachte seine Kindheit in allen möglichen Ländern und Häfen). Der Autor beschreibt dann, wie er erst "Inspekteur" der Komintern wurde und dann Aktionen für diese Organisation durchführte, am Ende sogar wegen eines fehlgeschlagenen Auftragsmordes im amerikanischen Knast landete. Die Schilderungen sind lebensnah und packend, aber auch ein bisschen langatmig und zäh.
Richtig spannend wird das Buch erst im dritten und letzten Teil. Valtin, alias Krebs, fällt bei einer Mission in Deutschland der Geheimen Staatspolizei in die Hände und wird drei Jahre in den Gestapokellern gefoltert. Der Autor beschreibt die Verhöre in Dialogform, was die Spannung noch steigert. Die Naziinquisiteure, die ihm zusetzen, werden lebendig und anschaulich beschrieben. Man fühlte mich versetzt in die Horrorwelt von Orwells 1984, in der Macht gegen Ohnmacht steht, Gewalt gegen Wehrlosigkeit und das charakterisiert ja auch diese ganze schlimme Zeit. Der Autor beschreibt den Gefängnisalltag und so erfährt der Leser etwa von den Hinrichtungen, die damals noch mit dem Handbeil ausgeführt wurden, weil Hitler die Guillotine als französische Erfindung abtat. Das ist Geschichte pur und von ganz unten, nicht so wie sie in den Geschichtsbüchern steht. Gerade in diesem Abschnitt stellen sich aber auch Fragen: Wurde der Autor nur zum Schein Doppelagent der Gestapo oder diente er am Ende wirklich den Nazis? Versucht er seine eigene Rolle zu verschönern, neigt er doch im ganzen Buch dazu sich als strahlenden Helden ohne Schattenseite zu beschreiben? Ist die Beschreibung Ernst Wollwebers, seines Vorgesetzten bei der GPU, nur deswegen so negativ, weil er ihm bei der Befreiung seiner Frau Firelei nicht helfen wollte, die die Gestapo als Geisel behielt, und am Ende erschoss? Übertreibt der Autor nicht überhaupt die Rolle, die er in der GPU spielte? Das ist eben das Problem an dieser "Autobiographie." Man weiss nie genau, was Dichtung und Wahrheit ist.