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Tagebuch der Hölle
 
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Tagebuch der Hölle [Gebundene Ausgabe]

Jan Valtin
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Komet
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898361195
  • ISBN-13: 978-3898361194
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 352.900 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Doppelagent unter Hitler und Stalin, schwarzer Einband ohne Schutzumschlag

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Geschichte von unten 24. Februar 2008
Von Tilo VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Im ersten Teil beschreibt der Autor etwas zäh und ausführlich, wie er Kommunist wurde. Das ergab sich einerseits aus seiner Biographie (der Vater war kommunistischer Seemann), andererseits aus den bewegten Zeiten, in denen er aufwuchs ( so erlebte er als Kind die Revolte am Ende des I. Weltkriegs). Auch seine internationale Herkunft spielte hier eine Rolle ( Valtin verbrachte seine Kindheit in allen möglichen Ländern und Häfen). Der Autor beschreibt dann, wie er erst "Inspekteur" der Komintern wurde und dann Aktionen für diese Organisation durchführte, am Ende sogar wegen eines fehlgeschlagenen Auftragsmordes im amerikanischen Knast landete. Die Schilderungen sind lebensnah und packend, aber auch ein bisschen langatmig und zäh.

Richtig spannend wird das Buch erst im dritten und letzten Teil. Valtin, alias Krebs, fällt bei einer Mission in Deutschland der Geheimen Staatspolizei in die Hände und wird drei Jahre in den Gestapokellern gefoltert. Der Autor beschreibt die Verhöre in Dialogform, was die Spannung noch steigert. Die Naziinquisiteure, die ihm zusetzen, werden lebendig und anschaulich beschrieben. Man fühlte mich versetzt in die Horrorwelt von Orwells 1984, in der Macht gegen Ohnmacht steht, Gewalt gegen Wehrlosigkeit und das charakterisiert ja auch diese ganze schlimme Zeit. Der Autor beschreibt den Gefängnisalltag und so erfährt der Leser etwa von den Hinrichtungen, die damals noch mit dem Handbeil ausgeführt wurden, weil Hitler die Guillotine als französische Erfindung abtat. Das ist Geschichte pur und von ganz unten, nicht so wie sie in den Geschichtsbüchern steht. Gerade in diesem Abschnitt stellen sich aber auch Fragen: Wurde der Autor nur zum Schein Doppelagent der Gestapo oder diente er am Ende wirklich den Nazis? Versucht er seine eigene Rolle zu verschönern, neigt er doch im ganzen Buch dazu sich als strahlenden Helden ohne Schattenseite zu beschreiben? Ist die Beschreibung Ernst Wollwebers, seines Vorgesetzten bei der GPU, nur deswegen so negativ, weil er ihm bei der Befreiung seiner Frau Firelei nicht helfen wollte, die die Gestapo als Geisel behielt, und am Ende erschoss? Übertreibt der Autor nicht überhaupt die Rolle, die er in der GPU spielte? Das ist eben das Problem an dieser "Autobiographie." Man weiss nie genau, was Dichtung und Wahrheit ist.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Leben in der Hölle 2. Oktober 2007
Von Hawkeye
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe diesen Roman als etwas völlig neuartiges, kraftvolles erlebt, als ich ihn erstmals las. Auf mich wirkte er völlig authentisch. Ich halte ihn für sachlich geschrieben. Die Beweggründe der Kommunisten, die zu einem so unglaublichen Leben führte, wie es Valtin hatte, wurden nachvollziehbar dargestellt, ebenso die der Nazis. Was man über Naziterror hörte, deckt sich mit den Schilderungen des Romans, ebenso der knallharte Kampf der Kommunisten in den 20er und 30er Jahren.
Dieser Roman arbeitet hervorragend heraus, wie es gelingt Menschen zu indoktrinieren, wie diese ihr Leben wegwerfen für eine Idee, die sich im Nachhinein als falsch herausstellt. Der einer fixen Idee nacheifernde Mensch wird ungewollt zu einer Kraft des Bösen. So gesehen thematisch vergleichbar mit Moby Dick?
Genossin Firelei, die Frau Valtins, hatte Valtin diesen Opfergang für nichts vorhergessagt, dennoch wurde sie durch ihre Liebe sein Opfer. Das ging mir sehr nahe, auch das Schicksal des kleinen Jungen.
Für mich ein hochspannendes, aufklärerisches und bewegendes Buch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von F. Böhme
Format:Gebundene Ausgabe
Jan Valtins Buch ist ein äußerst packendes Dokument über die frühe kommunistische Bewegung und nimmt ihr den Nimbus, den man ihr in der DDR andichtete. Sicher bin ich nicht kundig genug, um diese aus subjektiver Sicht gemachten Erlebnisberichte auf ihre tatsächliche historische Richtigkeit hin zu beurteilen, also wo der Autor sich beispielsweise interessant zu machen versuchte oder seine Bedeutung überbewertete etc. Spannend war für mich zu erfahren, in welch frühem Stadium die deutschen Kommunisten schon völlig fremdbestimmt waren und als verlängerten Arm Moskaus funktionierten und wie dann nach und nach die Stalinisierung vollends durchgesetzt wurde. Bemerkenswert auch die Sicht auf die führende kommunistische Elite. Man erinnere sich noch an das idealisierte, liebevolle Bild von Ernst Thälmann in der DDR, der Genosse, den sie "Teddy" nannten, der in diesen Erinnerungen hier die Züge eines brutalen Schlägertypen annimmt. Auch die Sicht auf Dimitroff und den Reichstagsbrandprozess von 1933 war mehr als erhellend. Dieses Buch ist insofern ein bemerkenswertes Dokument, als es geeignet ist, dem Stalinismus das letzte Quäntchen an positivem Schein zu nehmen. Zumindest in Auszügen sollte es als Pflichtlektüre in den Schulen behandelt werden.
Fred Böhme
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