Stephen Kings zuletzt veröffentlichte Bücher landeten in den letzten Jahren immer wieder in meiner Mülltonne.
Falls dieses Buch - wie angedeutet - wirklich aus seiner Feder stammt, dann Hut ab, Mr. King ! Sie können es ja doch noch: Es ist also doch noch möglich, einen wirklich spannenden, dramaturgisch dichten Horror-Roman mit akribisch beschriebenen Personen zu verfassen,in dem Menschen nicht zerhackt, gefressen, aufgeschlitzt werden, die Eingeweide nicht herumspritzen etc etc...
Die Geschichte spielt Anfang des 20. Jahrhunderts in Seattle in einem "verhexten" Haus, das lebt und "Seelen" zum weiterleben braucht - und zwar immer mehr, da es immer weiter ausgebaut wird... Also verschwinden in diesem Herrenhaus jahrelang -zig Menschen. Die Tagebucheintragungen verraten viel über das Leben Anfang des letzten Jahrhunderts in den "besseren" Kreise, über die Moralvorstellungen, das Rollenverhalten der Geschlechter.
Spannend, wie der seelische Verfall des Besitzers und seiner Frau geschildert wird.
Im letzten Drittel läßt die Intensität der Geschichte meines Erachtens nach, aber immer noch sehr spannend !