Eins vorweg, das Buch ist keineswegs als schlecht einzustufen. Aber für meine Ansprüche war es dann doch etwas zu flach. Vor allem, weil in fast jedem Kapitel ein Verweis auf den Hackerparagraphen (§202c StGB) herhalten muß um dem Leser detailliertere Informationen vorzuenthalten.
Das sind nun aber gerade die Informationen bei denen es - zumindest aus meiner Sicht - interessant wird. Wenn man mit der Materie vorher nie in Berührung war, mag das Buch ansonsten auch noch sehr anregend sein - ja sogar wahrscheinlich (wie ja auch die anderen Rezensionen zeigen). Für mich war es vor allem interessant einen Blick in die Werkzeugkiste eines anderen Bughunters zu werfen und ein wenig über seine Methodik zu erfahren. Denn für mehr reichte es von der Tiefe her schon nicht mehr. Auf der Webseite des Autors gab es auch noch vor der Einführung des Hackerparagraphen deutlich interessanteres zu finden. Er ist ja schließlich kein Unbekannter in der "Szene".
Dennoch hätte es mich gereizt mehr Details zu den Exploits zu erfahren. Wobei unklar ist wieso der Autor immer auf den Hackerparagraphen verweist, wenn er doch auch Ausschnitte hätte bereitstellen können die nicht geeignet sind einen kompletten Exploit zu rekonstruieren. Abgesehen davon wären bei mindestens drei Beispielen weitere Informationen sinnvoll gewesen ohne auch nur ansatzweise Quellcode zu einem Exploit bereitstellen zu müssen. Hier wäre meiner Meinung nach auch der Verlag gefragt dem Autor die entsprechende Rechtssicherheit zu bieten, bzw. zu verschaffen.
Das Buch bespricht Fehlersuche in verschiedenen Programmen auf verschiedenen Plattformen ("Betriebssystemen") und Architekturen ("Prozessoren"). Wobei Fehlersuche sich hier nicht auf Bugs in eigenem Code bezieht, sondern vielmehr auf sicherheitsrelevante Lücken in Software von anderen Anbietern (mit und ohne Quelltext). Abgerundet wird das Ganze von einem Anhang mit Auflistungen der wichtigsten Befehle für diverse (in den vorherigen Kapiteln benutzte/erwähnte) Werkzeuge und diversen Erklärungen. Insgesamt macht das Buch trotzdem einen etwas unrunden Eindruck, weil es mir scheint als sei sich der Autor nicht sicher für welche Zielgruppe er schreibt. Manchmal geht es schon so weit in Details, daß die Erklärungen im Buch für den unbedarften Leser erst noch einer Webrecherche bedürfen und manchmal ist es so seicht, daß es sich eindeutig ausschließlich an Anfänger richtet.
Bei dem Preis und so wenigen Seiten reicht es deshalb nur noch für drei Sterne von fünf. Dennoch, wer mit der Materie noch überhaupt nicht vertraut ist, sollte sich definitiv mal ein Kapitel durchlesen und dann selbst entscheiden ob ihm dieses Buch den Kauf wert ist. Wobei ich entweder das Kapitel mit dem Solaris-Bug oder dem MacOSX-Bug empfehlen würde.