Die Fortsetzung von J.L. Bournes "Tagebuch der Apokalypse" setzt dort fort, wo der ersten Teil mit einem Cliffhanger geendet hat: Der Tankwagen der Belagerer des Bunkers wurden mit einem Raketenwerfer angegriffen.
Der namenlose Ich-Erzähler schreibt weiterhin täglich seine Erlebnisse in sein Tagebuch. Immer noch leben mit ihm im Bunker sein treuer Freund John und dessen Hund Annabelle, die Familie Grisham (Janet, William und Laura), sowie Tara.
Neuzugänge, die der Ich-Erzähler vom Dach eines Wasserturms retten konnte sind die ältere Pilotin Dean und ihr Enkelsohn Danny.
Das Buch kommt wie der erste Teil ohne viel Dialoge und gar keine direkten Reden aus. Dennoch wird der Kampf ums Überleben, der von Mai bis November geschildert wird, sehr intensiv und spannend erzählt.
Der Ich-Erzähler ist ein sympathischer Kerl und man kann mit seinen Ängsten, Sorgen und Zweifeln mitfiebern. Er ist durch und durch Mensch, mit all seinen Schwächen und Bemühungen, die Moral aufrecht zu erhalten. Seine Zivilcourage und die Verantwortung anderen gegenüber zeichnen ihn aus ... man hört seiner Erzählung gerne zu.
Wiederum verblüfft J.L. Bourne (über den Autor ist im Netz leider nicht viel zu erfahren) mit seinen bis ins letzte Detail recherchierten Fakten. Der gesamte Roman wirkt unglaublich realistisch. Nur ein kleines, subtiles Beispiel: Der Erzähler hat die Cessna im Wald versteckt und mit Ästen getarnt. Wochen später kommen sie zu der Stelle, um zu prüfen, ob niemand das Flugzeug entdeckt hat. Das Laub der Äste ist mittlerweile grau geworden, wordurch man das Versteck im Wald leicht entdecken kann. Ich hätte nicht daran gedacht, viele anderen Autoren hätten das vermutlich auch übersehen. Das ist nur ein winziges Beispiel von der Realitätsnähe, mit der J.L. Bourne schreibt.
Bloß eine Sache ist mir aufgefallen, da ich kürzlich nochmal den ersten Teil gelesen habe: Im ersten Teil hieß William Grishams Frau noch Janet. Im zweiten Teil heißt sie Jan bzw. Janice. Das ist mein einziger Kritikpunkt und soll die verdienten 5 Sterne nicht schmälern.
Beide Daumen hoch für J.L. Bourne!
Weiter so Junge!