Wir Zombiefans machen keine Kompromisse. Wenn es um Untote geht, dann hat es auch um Untote zu gehen. Wie es die Psyche der Überlebenden steht, darf auch mal kurz beschrieben werden. Aber zu 80 Prozent wollen wir bitteschön lesen, wie die verfaulenden, aggressiven Biester die armen Überlebenden jagen, ihnen nur kurze Pausen gönnen und miterleben, wie sich jede Zuflucht irgendwann als Falle erweist. Und trotzdem nie die Hoffnung aufgeben, dass es irgendwo noch einen Ort gibt, wo das Virus noch nicht... usw.
All das liefert das Tagebuch der Apokalypse. Kompromisslose, nur von den allernotwendigsten Innenschauen der Protagonisten unterbrochene Action. Da wird nicht viel Neues geboten, sicher, aber das Bewährte wird wirklich geradlinig erzählt und passabel serviert. Allerdings insgesamt dann vielleicht doch einen Hauch zu anspruchslos im Stil. Ganz so niveaulos ist der gebildete Zombiefan ja auch wieder nicht! Wenn man jedoch bedenkt, dass die mitunter simple Erzählweise des Autors zum Reflexionsniveau des Haupthelden passt (der war bis zum Outbreak schließlich ein ein braver Soldat der US-Army, der gut mit Waffen, aber eher schlecht mit Nietzsche kann), dann ist man als Leser doch wieder versöhnt.
Fazit: gute Unterhaltung fürs Geld, man bekommt genug Zombies je Seite, um abends im Bett noch ein Stündchen mehr Lesezeit dranzuhängen.