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Tagebuch 1966-1971
 
 
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Tagebuch 1966-1971 [Gebundene Ausgabe]

Max Frisch
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 404 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp (24. Juli 1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518220152
  • ISBN-13: 978-3518220153
  • Größe und/oder Gewicht: 18,5 x 11,5 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 265.543 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Max Frisch
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das Tagebuch mag kein großes Werk sein, statt dessen handelt es sich um etwas, das uns in dieser Zeit der Superlative sogar noch nützlicher sein könnte, nämlich ein Buch, das zeigt, wie Verstand und Vorstellungskraft ihre Themen und Antriebe entdecken und wie Schreiben nicht einfach Chronik oder Traumbuch ist, sondern ein Lebensmittel des Menschseins." (The New York Times Book Review)

Über den Autor

Max Frisch, geb. 1911 in Zürich, starb 1991 ebenda. Er studierte Germanistik an der Universität Zürich (1930-34) und Architektur an der ETH Zürich (1936-40). Ab 1931 arbeitete er als Journalist, später als freier Schriftsteller. Seine zahlreichen Auslandsreisen führten ihn u.a. 1951/52 für einen längeren Aufenthalt in die USA. Max Frisch hat ein großes literarisches Werk geschaffen, das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, unter anderem 1958 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1976 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Leben ist Fragen! 26. Mai 2001
Format:Gebundene Ausgabe
Frischs zweites Tagebuch ist keine leichte Lektüre. Eher Denksport. Selbsthinterfragung macht einen wesentlichen Teil dieses Bandes aus, und der Leser ist herzlich eingeladen, das Seine beizusteuern; mit diversen Fragebögen und vier Selbstverhören liefert Frisch Blaupause und Vorbild zugleich.

Ein weiterer Komplex in diesem durchaus zerrissenen Werk (was schon dadurch deutlich wird, daß vier verschiedene Schriftarten verwendet werden) bildet die Zeitkritik - kein Wunder in der bewegten Ära, in der Frisch sein Tagebuch schrieb. Er kommentiert das Tagesgeschehen sehr subtil anhand von Zeitungsausschnitten und Fernsehsendungen (über Euthanasie in den USA, Studentenkrawalle in Zürich, Krieg in Israel und Vietnam), scheut sich aber oft nicht, seine eigene Hilflosigkeit angesichts der Probleme von Gewalt, Widerstand oder Armut zu bekennen. Kurze Betrachtungen anhand von eigenen Erlebnissen - immer wieder besuchen ihn rebellische Studenten, beschimpfen ihn Landsleute - runden diese Thematik ab. Die zahlreichen Reisen - Japan, Sowjetunion, Polen, Tschechoslowakei, immer wieder USA - geben ihm die Gelegenheit, sich aus nächster Nähe ein Bild vom Alltag in den beiden Machtblöcken zu machen.

Einige Prosaskizzen, die meist um den Themenbereich Alter, Sinnverlust und Tod kreisen, sind ebenfalls eingestreut. Es sind aber eben nur Skizzen, längst keine ausgearbeiteten Erzählungen, obwohl sie meist zu einem Ende kommen und innerhalb kürzester Zeit Charaktere darstellen.

Trotz seiner Uneinheitlichkeit ist Frischs TAGEBUCH 1966-1971 ein höchst lesenswertes Buch, vor allem aufgrund seiner schonungslosen Kritik sowohl an der Politik als auch an der Person des Autors selbst und wegen der großen gedanklichen Konzentration, die durchweg herrscht.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Füge dich nicht in das Gegebene als genüge es."
(Carlo Michelstädter in: Überzeugung und Rhetorik)

Die Frage aus dem Tagebuch: " Wenn Sie einen Toten sehen: welche Hoffnungen kommen Ihnen belanglos vor, die unerfüllten oder die erfüllten?"

Das ist Frisch (1911-1991) in den Jahren 1966-1971 und mit dem biblischen Gebot aus dem ersten Tagebuch (Tagebuch 1946-1949): "Du sollst Dir kein Bildnis machen!" experimentiert er auch hier mit dem Leser und sich selbst. Im dritten Tagebuch erst hörte Frisch mit der Imagination von Tod und Sterben auf, er söhnte sich aus mit dem Leben und mit dem Ich. Auch wenn die Phantasie eines "Lebensabendhauses" zu deutlich auf etwas Festes hinweist und somit alle notwendigen Illusionen einreißt, bleibt ein Potential von Hoffnung, welches auf Aufschub drängt und Raum und Zeit im Übergang für nichtig erklärt.

Seine hier erinnerten fünf Jahre sind in Schrift, Schriftbild und Inhalt sehr verschieden, sie mäandern zwischen Illusion, Phantasie und realer Welt, letztere immer da, wo der Zeitungsartikel Pate steht für eine Aussage. Doch alles erscheint nah und zugleich distanziert zu Frisch, in einer Bandbreite von sachlicher Wirklichkeit und hoffnungsfroher Möglichkeit. Er erklärt sich zum "Monsieur Teste" seiner selbst. Er spricht mit z.B. Brecht und erklärt dessen Schreiben nicht für Literatur, sondern für Therapie. Nichts ist selbstbezüglicher als über andere zu reden und Frisch wird nahezu zum Existentialisten, der im Auge des anderen sich selbst erkennt. (vgl. Sartre)

Brechts Mut zur Aufforderung: "Fragen kannst Du immer!" wird zu Frisch nahezu ironischem Mut, den Leser mit Frageblöcken zur Selbstbefragung zu bewegen. So wie ein Journalist vor einiger Zeit schrieb, die Fragen immer dabei zu haben, damit ein Interview gelänge, so ist auch seine Erkenntnis deckungsgleich mit Frisch. Die Antworten werden im Schweigen gegeben, weil die Fragen berühren und innere Einkehr erwarten. Sie stoßen an die Grundfeste des Ichs, auch an das Ich von Frisch und mit einer Anleihe von Kafka kann man vermuten, dass die Antworten für Frisch der Frage immanent sind. Doch gerade wird in den Antworten geschwiegen, wo doch das Schweigen wie die Leere zwischen den Wörtern für Frisch als die beredtesten Momente zählen, weil hier das Eigentliche sich verbirgt. (für Kafka war es das Gespräch unter dem Gespräch) Frisch aphoristisches Gedankenspiel rund ums Schweigen verdient hier Beachtung. Auch erfährt der Leser vieles über die letzte Heimat von Max Frisch. Berzona, ein kleiner Ort in einem Seitental im Tessin war ihm letzte Zuflucht. In Montauk, mit Geiser im Holozän waren die anderen literarischen Hinweise auf das reale Berzona verbunden. Mit heute gerade mal ca. 40 Einwohnern eine Oase der Ruhe, jedoch mit der Ausstellung anläßlich des 100. Geburtstages zum 15.Mai im Hauptort Loco sicher ein Ort für durchreisende Freunde seiner Werke.

Dass der Leser eben hier eine Art Autobiographie zu Recht vermutet, wird untermauert an der Stelle, wo "Erfahrung sich in Erfindung umsetzt". Für Frisch bleibt sein Ich in und über Allem eine gesuchte Größe im Ungefähren. Denn wie er bereits 1946 sagte: "Ich lebe aus keinem eigenen Anlass heraus", bleibt in der Tat nur die Notwendigkeit, das Kind in sich zu bewahren, damit die tausend Leben bleiben vor dem einen und damit die Hoffnung, die zugleich Aufschub ist.

Mit dieser Maxime konnte er nicht Architekt bleiben, weil er dort Endgültiges schafft. Gerade im Wendepunkt des Lebens schrieb er noch jung im Jahre 1937 "Die Antwort aus der Stille" und hier wird jene Ambivalenz deutlich, die Antreiber ist für dieses Leben zwischen der Wahl, ein "toter Lebendiger" oder ein "lebendiger Toter "zu sein. Der Häuserbau im Möglichen bedurfte der Schrift und jede Illusion trägt das romanhaft Erschaffene an den Ort, an dem ein Traum es braucht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Another Diary 9. Mai 2005
Von zueribueb TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Max Frischs "Tagebuch 1966-1971" ist eigentlich kein Tagebuch, wie man sich das vorstellen würde. Frisch berichtet in seinem Tagebuch nicht, was er von Tag zu Tag persönlich erlebt oder gedacht hat. Vielmehr sind die Schilderungen häufig sehr distanziert und Frisch versteckt sich meist hinter literarischen Figuren und Konzepten. Oder er hat keine Antwort auf die aufgeworfenen Fragen. Viel autobiographischer ist dagegen sein Buch "Montauk".
Das "Tagebuch 1966-1971" würde ich eher als Collage bezeichnen, worin Frisch die verschiedensten, eigentlich heterogenen Textgattungen zu einem einheitlichen Gesamten mixt. Die Mischung zeigt sich schon formal, indem Frisch verschiedene Schriftarten, Schriftgrössen und Absatzformatierungen gebraucht. Der Text ist völlig durchkomponiert und hat nichts zufälliges. Er beinhaltet Berichte von Reisen und Auslandaufenthalten (UdSSR, USA), Beschreibungen von Begegnungen (Brecht, Kissinger), politische Betrachtungen (Kalter Krieg, Jugendunruhen von 1968, "Verhör"), Erzählungen, Gedanken über die Endlichkeit des Lebens ("Handbuch"). Als roter Faden, welche die Themen des Tagebuchs weiter reflektieren, tauchen seine berühmten Fragebogen auf, die auch als seperates Buch erhältlich sind. Die Qualität der einzelnen Mosaiksteine ist ganz unterschiedlich. Die Fragebogen sind absolut genial, die Erzählung "Skizze eines Unglücks" ist ganz stark, währenddessen die politischen Betrachtungen teilweise etwas Staub angesetzt haben.
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