Wer einen Einblick in die Persönlichkeit des Demagogen und radikalen Judenhassers Goebbels speziell in der Frühzeit der "Bewegung" und den ersten Jahren nach der Machtergreifung gewinnen will, sollte sich auf die manchmal anstrengende Lektüre insbesondere für die Zeit bis 1939 (Bände 1 - 3) einlassen. Auch wenn Goebbels vieles schönt und wegläßt, besonders aus seinem Privatleben nach 1933, ergibt sich ein überaus interessantes Bild seines Aufstiegs und des Verhältnisses zu anderen Nazi-Größen. In den späteren Jahren werden die dann diktierten und von vornherein für eine Veröffentlichung bestimmten Aufzeichnungen unpersönlicher (so bezeichnet Goebbels den von ihm zunehmend vorbehaltloser bewunderten Hitler anfangs als "Chef", während später nur noch vom "Führer" die Rede ist), der Leser erfährt immer weniger von Goebbels' Gefühlen und Ängsten. Trotzdem ein unter dem Strich faszinierender Einblick in eine Zeit des politischen Umbruchs mit verhängnisvollen Folgen, welcher die Erkenntnis vermittelt, wie notwendig eine stabile und wehrhafte Demokratie ist.