Ich habe das Buch als Vorableseexemplar gelesen und mich eigentlich auf eine Komödie a la Bridget Jones gefreut, so vermarktet der deutsche Verlag das Buch jedenfalls. Aber das liegt weit daneben. Die Tagebücher sind zwar stellenweise auch hinreissend komisch, aber meistens bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Erzählt wird die Geschichte von Nanny, die eines Tages einen Job als Kindermädchen für Grayer den vierjährigen Spross einer Manhattaner Familie annimmt. Grayer ist eins dieser Kinder, denen von anfang an alles ermöglicht werden soll: Französischstunden, Musik, Malen, Sport und nebenbei Spieltermine. Aber eins fehlt ihm: Zuneigung, da seine Mutter, die nicht mal arbeiten muss, lieber ungestört shoppen geht, als sich um ihn zu kümmern. Das ist nun Nannys Job, aber im Grunde weiss diese, dass es falsch ist sich gefühlsmässig an Grayer zu binden, weil sie auf Gedeih und Verderb den Launen seiner neurotischen Mutter ausgeliefert ist. Warum sie sich dennoch von diesem Alptraum an Familie nicht lösen kann, wird mit mehr Tiefgang beschrieben, als Bridget Jones je aufgebracht hat. Kritisch, aber dennoch witzig und manchmal eben auch zum heulen. Ein absolut lesenwertes Buch, vor allem für Leute, die doch immer nur das Beste für ihre Kinder wollen. Das dieses Buch in Manhattans besseren Kreisen heftig diskutiert wurde ist absolut verständlich.