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Produktinformation
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Die deutsche Ausgabe ist gekürzt, um Faksimile und Übersetzung gegenüber zu stellen. Und die ist den Herausgebern und Übersetzern Clara Drexler und Harald Hellmann ebenso gelungen wie die ergänzenden Randbemerkungen zum Verständnis der Notizen. Viel erhellend Neues kommt nicht zu Tage, die Spannung entsteht eher durch den Gucklocheffekt des Lesers, und das Puzzle, das sich bei jedem zu einem anderen Gesamtbild fügt. Dass auch Nirvana bis zum Durchbruch 1991 mit Nevermind wie alle Anfänger um Auftritte und Demos betteln musste, ist ebenso bekannt wie Kurt Cobains problematische Beziehung zu seinen geschiedenen Eltern.
Auch, dass er keine hohe Meinung von sich hatte und sich andererseits völlig überschätzte wie viele unsichere Künstler mit wenig Selbstwertgefühl. Früh bastelte er an seinem Image, oft mit bissiger Selbstironie, etwa bei einer selbst verfassten Konzertkritik über Nirvana. Mit seiner künstlerischen Intelligenz schien er ebensowenig klar zu kommen wie später mit dem großen Erfolg. Er sorgte sich um sein Töchterchen, und wie er die jahrelangen, undefinierbaren Magenschmerzen, die manisch-depressiven Phasen und Selbstmordgedanken los werden konnte.
Dass die Witwe Courtney Love aus persönlichen Interessen die Textpassagen selektiert hat, ist eine gängige Vorgehensweise bei Künstlernachlässen. Womöglich erledigt sich dieses Problem in Zukunft von selbst, weil die heutige Musikergeneration dank SMS, E-Mail und Palmbook neben virtuellen Spuren allenfalls noch verblichene Faxe, aber keine dicke, edle Kladde hinterlässt. --Ingeborg Schober -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Und jetzt gibt es sie, die Tagebücher. Pure Geldmacherei? Wäre ich Kurt Cobain, würde ich mich über jeden Menschen freuen, der ernsthaft an meinem Gefühlsleben interessiert ist und lesen will, was in meinem Kopf vorging. Diejenigen, die Bild- Zeitungs-taugliche Sensationen erwarten, werden sowieso enttäuscht. Vielmehr erhält der Leser u.a. Einblick in das Leben eines ernsthaften Künstlers, der ganz schön hart gearbeitet hat für seinen Erfolg. Ein Liebesbrief an Courtney ist auch dabei.
Für mich sind die Tagebücher der Beweis dafür, dass sensible Menschen oft genial sind, dass sie aber Gefahr laufen, an der Welt zu verzweifeln - mit oder ohne Drogen.
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