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Tagebücher: 1982-2001
 
 
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Tagebücher: 1982-2001 [Gebundene Ausgabe]

Fritz J. Raddatz
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

Leseprobe: Jetzt reinlesen [82kb PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 944 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 4 (17. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498057812
  • ISBN-13: 978-3498057817
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15,2 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 173.218 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Fritz Joachim Raddatz
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein Buch wie dieses hat es noch nicht gegeben. Von Rudolf Augstein bis Marion Dönhoff, von Günter Grass bis Hans Magnus Enzensberger zeigt es die deutschen Intellektuellen, ja überhaupt die ganze bundesrepublikanische Gesellschaft, wie sie so hellsichtig nie beschrieben worden ist: wahrgenommen mit dem Sensorium eines Hochempfindsamen, subjektiv und treffend, anteilnehmend, scharfzüngig. Das Buch, das von der Kritik immer erhofft, von den Schriftstellern aber nie geschrieben worden ist - der große Gesellschaftsroman der Bundesrepublik, das Balzac'sche Porträt unserer Zeit -, hier ist es. Und vermutlich war niemand so geeignet, es zu schreiben, wie Fritz J. Raddatz. In Deutschland ist er der widersprüchlichste Intellektuelle seiner Generation: anziehend durch seinen Witz, distanzierend durch seinen Eigensinn, geistreich, gebildet, streitbar und umstritten - und immer, bei aller Geselligkeit, bestimmt von einer klaren Empfindung der Unzugehörigkeit. Sie ist auch die Entstehensbedingung dieser Aufzeichnungen, die von Raddatz' letzten Jahren als Feuilletonchef der ZEIT bis zum Beginn des neuen Jahrhunderts reichen und im Fall der Mauer, in der deutschen Wiedervereinigung, ihren kontroversenreichen Mittelpunkt haben.

Über den Autor

Fritz J. Raddatz, geboren 1931 in Berlin, 1960 - 1969 stellvertretender Leiter des Rowohlt Verlages, 1977 - 1985 Feuilletonchef der ZEIT, seit 1969 Vorsitzender der Kurt-Tucholsky-Stiftung, Herausgeber von Tucholskys Gesammelten Werken, Autor in viele Sprachen übersetzter Romane und eines umfangreichen essayistischbiographischen Werks. 2001veröffentlichte er eine Gottfried Benn-Biographie, 2003 erschien das autobiographische Buch «Unruhestifter» und zuletzt, 2009, eine viel beachtete Rilke-Biographie. 2010 wurde er mit dem Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik ausgezeichnet.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unerhörte Lektüre.... 9. Oktober 2010
Von sophicat
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Die "Tagebücher" sind ein literarisches Ereignis, eines, das es so in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben hat, sowohl sprachlich wie inhaltlich. Der Leser/die Leserin, der/die einige Bücher und Essays von Raddatz bereits kennt, z.B. "Unruhestifter", legt die "Tagebücher" nur noch aus der Hand, um existenziellen Bedürfnissen nachzugehen. Und nein, es handelt sich eben nicht nur im Klatsch in Literatenkreisen, sondern hauptsächlich um Gefühle, Raddatz' Gefühle, Versagensängste, Hochmut,Ekel, Enttäuschung wegen allzu großer Erwartungshaltung, überhaupt um Reflexionen über die eigene Person (warum auch nicht, es sind ja TAGEbücher!), Beschreibungen von Ursache und Wirkung. Und seine Sprache - eine deutsche Kostbarkeit!
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46 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ehrlich währt am längsten 20. September 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Man soll doch nichts beschreien: Gerade war ich am Lesen der "Sartre"-Biographie von Robert-Henry Lévy und dachte beim Lesen immer, es ist doch wahrlich nicht zu fassen, in welch unnachahmlicher Weise die französischen Intellektuellen und Absolventen der Grande Ècoles miteinander umgehen, die Elite Frankreichs also - literarisch - unter sich: so gehässig wie gebildet, so liebevoll über einander unterrichtet wie hinterhältig, so etwas könnte es doch wohl in Deutschland gar nicht geben, und gibt es doch wohl auch gar nicht, dachte ich jedenfalls, aber der grosse und nun doch einmalige und eben auch unnachahmliche Fritz J. Raddatz hat mich mit seinen soeben erschienenen "Tagebüchern" eines sehr guten Besseren belehrt. Ich bin überzeugt, man darf ihm, ohne zu stolpern, in jedem seiner Sätze vertrauensvoll folgen.

Dreissig Jahre lang hatte ich einmal die Zeit gelesen, ihre "Bücher" stets sorgfältig auseinander haltend: Die "Politik" zum lernenden Vergleichen, die "Wirtschaft" zum kopfschüttelnden Wundern über soviel versteckter Verlogenheit und Systemstütze, aber das Feuilleton, das war immer - von 1960 bis zum Rausschmiss von FJR - unübertreffbar, und das war für jeden Leser einsehbar das Werk zuerst von Rudolf Walter Leonhardt und dann eben von Fritz J. Raddatz. Diese FeuilletonZEIT, das war für mich der vollgültige Ersatz für die versäumten zehn Semester Germanistik und Deutsche (und internationale) Literaturgeschichte.

Jetzt räumt FJR sorgfältig und immer noch sowohl mit leichter Hand als auch in allem sehr fundiert mit der deutschen Elite auf, und zwar auf allen Gebieten der sogenannten Kultur, der Gesellschaft und der Politik. Alle werden sie sich drängeln und lauthals fragen, ob sie denn auch in Raddatz' Buch vorkommen mögen. Denn wer hier nicht erwähnt wird, der kann sich gleich selber die Kugel geben. Er verprügelt sie alle, die es verdient haben, weil sie ihn nicht genug liebten, aber er lässt ihnen auch allen mit ihren menschlichen Macken Gerechtigkeit widerfahren, denn: Er hat sie alle, für die er sich - schreibend - krumm gelegt hat, am guten Ende auch selber geliebt, die vielen Autoren und ihre geliebten und verfluchten Bücher. Das eleganteste in diesem wunderschönen Buch, das ist FJR's subtile Rache am grossen Bucerius, am noch grösseren Schmidt, an Theo Sommer und - sehr herrlich - an der sich selbst vergöttert habenden Gräfin. Ein Nachschlagbuch, das man/frau sich unbedingt in den Bücherschrank stellen müssen, weil es leider so leicht ist, zu vergessen, was uns allen diese Elite in der Vergangenheit angetan hat. Möge er, der FJR, bitte einhundert Jahre alt werden.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die ersten 500 Seiten des rund 1000 Seiten starken Tagebuchs von Fritz J. Raddatz habe ich nahezu jeden Abend und dabei ungläubigst verschlungen, mochte ich doch gar nicht glauben, dass es hierzulande möglich ist, Namen zu nennen, über bekannteste Intellektuelle, Künstler, Politiker zu lästern, über Seitensprünge, Geiz, Falschheiten und Geschmacklosigkeiten so offenherzig zu schreiben - ohne irgendeine einstweilige Verfügung! Schließlich sind die Protagonisten in Raddatz' Buch allesamt weltbekannt, zumindest in Deutschland ganz große Namen, nicht nur im hiesigen Kulturbetrieb.

Es macht zunächst großen Spaß zu lesen, wie sehr Grass und Co um sich selbst kreisen, ausschließlich ihre eigenen Bedürfnisse im Sinn haben und wie sie die anderen (Freunde, Kollegen) jeweils zum Publikum für das eigene Genie erklären.

So gibt es jede Menge Kränkungen zu verkraften, da jeder nur sich selbst im Blick hat und der Narzissmus eines jeden nie genügend Futter erhält.

Nach der Hälfte der Tagebücher jedoch fiel es mir schwer, weiterhin so großes Vergnügen beim Lesen zu empfinden, wiederholten sich die Erlebnisse doch oftmals (wieder keine Mitbringsel der Gäste bei einer Essenseinladung von FJR; wieder einmal musste allein FJR den Champagner für alle bezahlen; wiederholt wird seine Begabung als Literat verkannt...).

Zudem ist die immense Eitelkeit des Autors nicht immer ganz leicht zu ertragen, auch wenn es rührend ist, wie offen er mit dieser "Schwäche" umgeht und er sich selbst auch nie verschont in seiner - mitunter nahezu hellsichtigen - Klarheit und Reflexionsfähigkeit.

Klingt jetzt vielleicht ein bisschen böse, ist aber nicht so gemeint: Wer den Klatsch in der *Bunte* liebt, der dürfte auch hier auf seine Kosten kommen, denn hier stehen Deutschlands und Europas hochdekorierte Kreative im Fokus der Betrachtungen, keine kurzlebigen TV-Seriensternchen.
Die Intensität des Um-Sich-Selbst-Kreisens in den Tagebüchern ist einer Soap-Opera jedoch durchaus ebenbürtig.

Allerdings - und dafür die Sternchen - hat Raddatz oft einen hinreissenden Wortschatz und eine eigene, schöne (literarische) Sprache. Und: Wir erfahren wohl zum allerersten Mal in Ausmaßen Dinge, die wir uns in unseren kühnsten (Alp)Träumen über unsere "Großen" in der Kultur nie hätten vorstellen mögen und wir erhalten ungeschützte Einblicke in das Herz und das Seelenleben des Fritz J. Raddatz.

Für Menschen, die Bescheidenheit für eine Zier halten, ist dieser Lesestoff nur bedingt empfehlenswert.
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Dass F.J. Raddatz u den Intellektuellen unserer Gegenwart gehört, braucht nicht hervorgehoben werden. Lesen Sie weiter...
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