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Tage mit Gombrowicz
 
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Tage mit Gombrowicz [Gebundene Ausgabe]

Istvan Eörsi
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 337 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3378010169
  • ISBN-13: 978-3378010161
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,2 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.100.487 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das "Tagebuch" von Witold Gombrowicz gilt als eines der großen literarischen Meisterwerke, oftmals verglichen mit den Aufzeichnugen von Canetti, Frisch oder Gide. Istvan Eörsi nähert sich dem verehrten Autor auf sensible Weise: bestechend dabei sein Blick auf unsere Zeit und das Wissen um globale Zusammenhänge. George Tabori schrieb nach der Lektüre des Buches über seinen Landsmann: "Im Eörsi habe ich einen Bruder erkannt, einen prächtigen Analytiker".

Über den Autor

Istvan Eörsi wurde 1931 in Budapest geboren. Lyriker, Dramatiker und Prosaautor, war Schüler von Georg Lukßcs, wurde 1956 wegen Beteiligung am Ungarnaufstand zu acht Jahren Haft verurteilt und 1960 amnestiert. Freier Schriftsteller, Journalist und Übersetzer, 1978-82 Dramaturg am Theater in Kaposvßr. Berufsverbot. 1983/84 war er Stipendiat des DAAD in West-Berlin 1986 kehrte er nach Ungarn zurück. Er lebt in Budapest und Berlin und arbeitet z.Zt. an einem autobiographischen Roman.
Freundschaften verbanden ihn u.a. mit Ernst Jandl und Allen Ginsberg, die er ins Ungarische übersetzte. Seine übersetzerische und herausgeberische Tätigkeit ist immens, u.a. übertrug er Gedichte von Goethe, Heine, Brecht, Shakespeare, Shelley, Keats, Puschkin und Majakowski, Apollinaire und Lorca sowie das Spätwerk von Georg Lukßcs ins Ungarische.

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Von NN TOP 1000 REZENSENT
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Wer unter diesem etwas irreführenden Titel "Tage mit ..." Eindrücke aus erster Hand und nächster Nähe zu Gombrowicz erwartet, wird enttäuscht sein. Der Pole und der Ungar haben sich nie gesehen, viel mehr nimmt Eörsi die Lektüre der fulminanten Tagebücher Gombrowicz' zum Anlass für mehr oder weniger abwegige Reflexionen über Literatur, Philosophie, Politik, Geschichte, Kommunismus, Marxismus, Ungarn, Polen und natürlich auch Gombrowicz selbst. Er nutzt ihn als Auslösemechanismus seiner eigenen Gedankenflüge, als Pille, als Likör, der Eörsi die Zunge lösen soll; er braucht, gebraucht den großen Polen und weiß es auch selbst: "Es drängte mich, zu schreiben; ich begann in seinem Tagebuch zu blättern, und unvermittelt setzte eine Erörterung oder Anspielung bei mir eine nicht erahnte Erlebnis- und Gedankenfolge in Gang." Kurz und gut: dieses Buch handelt in erster Linie von Eörsi, einem hochintelligenten, belesenen, bereisten, randgruppengeprägten ungarischen Juden, dem eben gerade Gombrowicz dient, um sich von seinen eigenen Gedanken zu befreien - es hätte auch jemand anderes sein können. Trotzdem ist die Faszination an WG natürlich spürbar und einige wunderbare Ideen und Interpretationen sind zu genießen. Auch über Kleist, Heine, Brecht, Thomas Mann, Buñuel, Ginsberg, Lukács, Milosz u.v.a. weiß er einiges Überraschende zu sagen ...

Hervorragend lassen sich die "Tage mit Gombrowicz" mit dem 15 Jahre später erschienenen "Gombroman" von Rüdiger Fuchs vergleichen, denn beide Bücher scheinen eine vergleichbare Ausgangsposition zu haben, das Faszinosum Gombrowicz. Doch schnell wird klar: ist Fuchs existentiell getroffen und auf der Suche nach Gombro - er findet dabei auch sich selbst -, so scheint Eörsi viel zu sehr in seine eigene literarische Welt verstrickt, um sich selber noch riskieren zu können oder auch nur an Gombrowicz essentiell interessiert zu sein. Er ist, als Lukács-Schüler, der tiefere Denker und wohl auch der professionellere Schreiber, aber Fuchs weiß mitzureißen, zu begeistern, wo der Berufsschriftsteller kühl sein Pensum herunterspult. Lebendig wird Gombrowicz in diesem Buche selten und ich muss gestehen, mich durch manche Passage mächtig gearbeitet zu haben.

Entschädigt wird man dennoch durch eine ganze Reihe aufmerksamer zeitkritischer Gedanken und manch unkonventionelle literarische Ansicht.
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