Zuerst ein gut gemeinter Ratschlag für die ewigen Nörgler, für die Savatage mit dem Tod von Criss Oliva ebenfalls gestorben ist: Kauft euch diese Scheibe nicht, hört nicht hinein, schreibt keine Rezensionen und lest hier nicht weiter, sonst regt ihr Euch nur wieder auf ;-)
So, jetzt kann's losgehen :-)
YES - Jon Oliva ist zurück!! Zwar nicht mit Savatage, sondern solo! In diversen Interviews für die einschlägigen Magazine hat er durchblicken lassen warum er auf Solopfaden wandelt und warum derzeit keine neue Savatage Veröffentlichung möglich ist. Aber das ist ein anderes Thema, hier geht es um das Ergebnis :)
Unterstützt wird der Mountain King von der Circle II Circle Urbesetzung, d.h. Kevin Rothney (bass, starke backing vocals), John Zahner (keyboard), Chris Kinder (drums) und Matt LaPorte (guitar), die letztes Jahr geschlossen bei ihrer ehemaligen Band gekündigt haben. Jon Oliva hat blitzschnell geschaltet und sie alle für sein lang geplantes Solo-Album verplichtet. Bei den Songs „No Escape" und „Nowhere To Run" kommt sogar Steve „Doc. Killdrums" Wacholz am Schlagzeug zum Einsatz.
Und sie alle machen ihre Sache verdammt gut. Man hört, dass die ex-CIIC Musiker bei ihrem ehemaligen Brötchengeber Zak Stevens total unterfordert waren und Jon klingt so gut wie seit Jahren nicht mehr, kein Vergleich zur umstrittenen Poets and Madmen CD. Aber leider auch kein Vergleich zu Scheiben wie Gutter Ballet oder Hall Of The Mountain King - an die damaligen Leistung kommt er dann doch nicht heran.
Die Songs haben eine große Bandbreite von schweren Stampfern (People Say, No Escape, Pain, Outside The Door), mehrstimmigen Werken (The Dark, Slipping Away), Old School Hard Rock Songs (All The Time, Nowhere To Run) bis hin zur sehr nachdenklich klingenden Rockern und Balladen (Guardian Of Forever, Walk Alone, Father Son Holy Ghost, Fly Away), die aber alle nicht über den Midtempo Bereich herauskommen. Pfeilschnelle Nackenbrecher sind hier Fehlanzeige, aber langsame Nackenbrecher sind durchaus vorhanden :-). Einige der Songs klingen dabei sehr sperrig, da sie nicht im üblichen 4/4 Takt daherkommen, sondern ungerade Taktzeiten verwenden. Da helfen nur häufige Durchläufe.
Alles in allem hört man ganz klar, aus wessen Feder das Songwriting stammt und vieles klingt vertraut - von AC/DC erwartet man ja auch keinen plötzlichen Stilbruch ;-) Aber diesmal lässt Jon richtig durchblicken wer seine großen Idole sind. Diese CD ist ganz klar von Black Sabbath, dem späten John Lennon, Queen und natürlich Savatage beeinflusst. Doctor Butcher Fans dürften ebenfalls auf ihre Kosten kommen, auch wenn die immense Härte der Butcher-CD an keiner Stelle erreicht wird.