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Produktinformation
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Ethie, ihr großer Bruder Frank und ihr kleiner Bruder Kipper, der mit Down-Syndrom geboren wurde (eine großartige Figur, die einem sofort ans Herz wächst!), haben nun keine Mutter mehr. Der Vater, Howard, ist kein Trost für die Kinder, denn er kämpft mit seinen eigenen Dämonen: Er hatte sich zwanzig Jahre zuvor, 1941, als junger Mann freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet, hatte im Pazifik gegen die Japaner gekämpft und war anschließend in japanische Gefangenschaft geraten, die ihn so traumatisiert hat, dass er nach Kriegsende völlig verstört zu seiner jungen Frau heimkehrte und seitdem kaum noch ein Wort sprach, sich ständig betrank und das Leben nur noch wie durch einen Schleier wahrnahm. Seine Kriegserlebnisse werden als paralleler Handlungsstrang erzählt, und während der Leser durch Ethies kindliche Augen verfolgt, wie die Geschwister sich verzweifelt dagegen wehren, dass ihr Vater sich vollends vor ihnen verschließt, wird immer klarer, dass er seit dem Krieg ein Geheimnis mit sich herumträgt und dass der Tod der Mutter genau mit diesem Geheimnis zu tun hat.
Es ist eine berührende Familiengeschichte, die Donna Milner hier erzählt, und wie schon in River ist das zentrale Thema des Romans das Verschweigen von – eigentlich gar nicht allzu gravierenden – Geheimnissen: zu welchen Katastrophen es führen kann, wenn man etwas in sich hineinfrisst, statt es auszusprechen; wie aus einem kleinen Geheimnis ein großes Geheimnis wird, das alles erdrückt, wenn man einmal den richtigen Moment verpasst hat, es zu erzählen. Die Gratwanderung zwischen ergreifend und kitschig, das muss man einwenden, war der Autorin in River besser gelungen; hier rutscht ihr ein paar Mal ein Fuß in Richtung Kitsch aus – doch stets fängt sie sich wieder und stürzt nie ganz ab in den seichten Teich der Gefühligkeit. Und so ist Der Tag, an dem Marilyn starb ein eindrucksvolles Familienepos, unaufgeregt erzählt und doch sehr bewegend. -- Katharina Vogt
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Promise of Rain,
Von Sillesoeren (Hürth) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Tag, an dem Marilyn starb: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ja, gut erkannt, der einzige Kritikpunkt, den ich zu diesem Buch habe, steht schon im Betreff und richtet sich nicht an die Autorin, sondern an die Übersetzerin und den Verlag. Der kanadische Titel "Promise of Rain" drückt viel mehr vom Inhalt und vom Wesen dieses Romans aus als das oberflächliche "Der Tag, an dem Marilyn starb". Hier werde ich den Eindruck nicht los, der für die Vermarktung verantwortliche Verlagsmitarbeiter wusste nicht, was "Promise of Rain" in Deutsch heißt, hat in die erste Seite des Buchs hinein gelesen und dann kurzerhand sofort an den ersten Satz des Textes angekünpft, auch wenn dies ohne jeden weiteren Bezug zum Buchinhalt bleibt. Schwach!Ansonsten ist dies eines der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Zum Inhalt: Um den Tod von Lucy, die am selben Tag wie Marilyn Monroe starb, geht es in diesem Roman. Und um eine Familie, in welcher der Vater oft abwesend ist, sich in den strömenden Regen flüchtet und zur Flasche greift, weil er aus dem Krieg ein schweres Trauma mitbrachte - und ein schlimmes Geheimnis in sich trägt. Die Erzählung findet auf zwei Erzählebenenen statt: zum Einen wird aus Sicht der elfjährigen Ethie berichtet, was sich in ihrer Familie nach dem Tod ihrer Mutter zutrug. Zum Anderen gibt es Rückblenden in die Zeit von 1941 bis 1945, als ihr Vater Howard mit seinem besten Freund Gordy in Hongkong im Krieg war. Was mir an diesem Roman gefällt? Alles! Der Schreibstil ist ruhig und harmonisch, selbst wenn Schreckliches geschieht. Dem behinderten Jungen begegnet die Autorin in ihren Beschreibungen mit so viel Liebe und Sorgfalt. Auch alle anderen Charaktere sind so genau beschrieben, dass ich sie beim Lesen vor mir sah. Keiner ist in seinem Wesen nur gut oder nur schlecht dargestellt, alle Persönlichkeiten werden in all ihren Besonderheiten dargestellt. Über die kanadische Beteiligung am 2. Weltkrieg und die Kämpfe um Hongkong wusste ich vorher kaum etwas. Dieser Roman dient mir also zudem auch noch als Geschichtsbuch, das alle Entbehrungen und Schrecken des Krieges und der japanischen Kriegsgefangenschaft so plastisch herüber kommen lässt, dass ich die Schreie der vergewaltigten Frauen in meinen Ohren schrillen hörte und die feuchte Erde förmlich riechen konnte, als Howard den jungen Soldaten beim Kartoffelnklauen erwischte. Alle Details stimmen, es wird auch über die Schwierigkeit von Toilettengängen bei Amputierten und die nervigen Krabbeltiere in den Lagern geschrieben. Die Spannung ist bis zur letzten Seite schier endlos: Was ist das dunkle Geheimnis des Vaters? Wie kam es zu dem ungewöhnlichen Tod der Mutter? Wie kommen die Kinder damit klar? ist die Familie noch zu retten? Ich verrate es nicht, denn ich möchte niemandem die Spannung nehmen. Dieses Buch kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen, es hatte mich fest im Griff und ich schämte mich nicht, am Ende weinend in der Straßenbahn zu sitzen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wenn einen die Vergangenheit wieder einholt,
Von Skatersally "skatersally" - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (TOP 100 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Der Tag, an dem Marilyn starb: Roman (Gebundene Ausgabe)
Am 5. August 1962 stirbt nicht nur Marilyn Monroe, sondern wird auch Lucy Coulter tot auf einem Schiff im Hafen gefunden. Gemeinsam mit ihrer Freundin starb sie an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Sie hinterlässt einen Ehemann und drei Kinder, den 20-jährigen Frankie, den 14-jährigen Christopher und die elfjährige Ethel. Doch die drei haben nicht nur den Tod der Mutter zu betrauern, sondern können auch nicht auf die Hilfe ihres Vaters Howard zählen. Er ist oft abwesend und wirkt in sich gekehrt. Der Todestag der Mutter stellt das Ende eines eingefahrenen Familienlebens dar.Was anfangs einen Krimi erahnen lässt, entpuppt sich bald als mitreißende Familiengeschichte. Der Roman wird in einem Rückblick aus Sicht der Tochter erzählt. Ethel berichtet, wie sie den Todestag der Mutter und die Zeit danach erlebt hat. Der zweite Roman von Donna Milner erzählt ein bewegendes Drama, das auch beim Leser viele Emotionen anspricht. Die Charaktere sind facettenreich und liebenswürdig gezeichnet. Der zweite Handlungsstrang behandelt die Kriegserlebnisse von Howard und liegt zeitlich nochmal 20 Jahre zurück. Lucy und er hatten sich gerade kennengelernt, als er sich als Freiwilliger beim kanadischen Militär meldete. 1941 unterstützt Kanada die Britische Armee in Hongkong. Die Ereignisse werden als eingeworfene Episoden, teilweise aus Briefen, erzählt. Die grausamen Bilder, die sich in Howards Gedächtnis eingebrannt haben, werden einfühlsam ausgedrückt, ohne Partei für den einen oder anderen zu ergreifen. Geschickt verbindet die Autorin Vergangenheit und Gegenwart, ohne dass der Leser den Faden verliert. Wie ein Wasserstrudel zieht das Buch den Leser in seinen Sog, wird immer schneller, um ihn am Ende aufgewühlt zu entlassen. Auf dieses Buch sollte man sich einlassen, um es genießen zu können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Zu kuschlig um wirklich zu berühren,
Von Lavender (Hessen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Tag, an dem Marilyn starb: Roman (Gebundene Ausgabe)
Lucy, Ehefrau und Mutter von 3 Kinder, stirbt am gleichen Tag wie Marilyn Monroe. Genau so überraschend und durch einen tragischen Unfall. Ethie erzählt uns die Geschehnisse aus ihrer Sicht. Sie war damals 11 und blieb mit ihren Brüdern Frank und Kipper, der das Down-Syndrom hat, und ihrem Vater, der vom Krieg und vom Alkohol gezeichnet ist, zurück.Ihr Bericht wird unterbrochen von Rückblenden in die Vergangenheit ihres Vaters. Wie er ihre Mutter kennenlernte und wie er als Kanadier in den Krieg zieht. Die Briten hatten die Kanadier um Hilfe in Asien gebeten, und die eilen hilfsbereit und blauäugig herbei und lassen sich nach Hongkong verschiffen. Dort werden sie Zeuge, wie die Japaner die Inselstadt einnehmen wollen. Es kommt zu Kämpfen und sie geraten in japanische Kriegsgefangenschaft. Howard, Ethies Vater, zu Beginn ein normaler netter Junge, der schnell noch seine Jugendliebe Lucy heiratete, ist mit seinem Freund seid Kindertagen, Gordie, in der Armee. Der Krieg und vor allem die furchtbare Gefangenschaft unter den Japanern zeichnet ihn tief und fürs Leben. Als er endlich nach Kriegsende zurückkehrt, ist er nur noch ein Schatten. Und er kann nicht über seine Erlebnisse sprechen, auch nicht über das kleine Geheimnis, das er hütet, und das unbeabsichtigt zum Auslöser wird für die Ereignisse, die zu Lucys Tot führten. Die Andeutung des Unfalltodes sollte man nicht als das Versprechen eines Krimis interpretieren. Lucy stirbt durch einen Unfall, das ist schnell klar. Aber wieso sie überhaupt da war, wo sie war und starb, das erfährt man im Laufe der Geschichte. Die Kapitel über die Vergangenheit wechseln sich mit Ethies Berichten ab. Sie erfährt nach und nach ebenfalls von dem Geheimnis ihres Vaters. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Ich wusste bisher nichts über die kanadische Kriegsbeteiligung. Leider gingen mir die Geschehnisse nicht besonders nahe. Die Kriegsgräuel werden im gleichen gemütlichen Ton erzählt wie die Geschehnisse bei Ethie. Die Figuren bleiben blass, einzig Kipper, der sonnige behinderte Bruder, ist mir ans Herz gewachsen. Zwar kann ich mir vorstellen, das das Erlebte Howard so sehr veränderte und er nicht darüber reden konnte. Aber auch er blieb mir fremd, sein Geheimniss war eigentlich keins, denn es ist nichts, was er verheimlichen musste. Ich hab sein Schweigen darüber nicht verstanden. Somit zeigt das Buch für mich eigentlich nur, das kleine Dinge, die man unterlässt, oft zu großem Schaden führen. Das ist der rote Faden des Buches. Der Titel ist recht willkürlich aus dem Anfang des Buches genommen, er hat keine tiefere Bedeutung. Der englische Titel ist allerdings auch nicht wirklich treffender. Sie passen beide zu diesem recht wagen Buch, das nett erzählt und unterhält, eigentlich auch eine tragische Geschichte erzählt, sowohl die private als auch die der kanadischen Soldaten, dafür aber zu kuschlig rüberkommt. Die Sprache ist mir zu gediegen, zu seicht, um zu berühren oder zu beindrucken. So ist leider ist "Der Tag, an dem Marilyn starb" kein Buch, das mich beindruckt oder wirkliche Emotionen in mir geweckt hat. Es ist an mir vorbeigeplätschert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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