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Tag der Eule: Ein sizilianischer Kriminalroman (WAT) Taschenbuch – 18. August 2009

3.6 von 5 Sternen 5 Kundenrezensionen

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Pressestimmen

Mit seinem ersten Roman hatte der ehemalige Volksschullehrer und später auch Parlamentsabgeordnete 1961 seinen Durchbruch. Darin beschreibt er jenes dichte Konstrukt aus Beziehungen und Verflechtungen, die von der Mafia in Italien geknüpft wurde. Er benötigt dabei keine langen Beschreibungen, um Täter oder den Padrone zu zeichnen. Es sind knappe, aber treffende Skizzen. Für die damalige Zeit war diese literarische Darstellung eine Neuigkeit. Heute ist sie im Vergleich zur manchmal krawalligen Literatur über die Mafia wohltuend zurückgenommen, aber mindestens so effizient. Sciascia wurde damit auch zum Begründer des modernen italienischen Kriminalromans. (Buchkultur)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Leonardo Sciascia, 1921 in Racalmuto auf Sizilien geboren, war zuerst Volksschullehrer, danach freier Schriftsteller, zeitweilig Parlamentsabgeordneter. Bekannt wurde er durch seine (teilweise verfilmten) Mafia-Romane. Er starb 1989 in Palermo. Bei Wagenbach lieferbar: "Das Verschwinden des Ettore Majorana", "Jedem das Seine", "Das weinfarbene Meer" und "Mein Sizilien".


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Top-Kundenrezensionen

Von Krimi-Vielfraß VINE-PRODUKTTESTER am 17. November 2011
Format: Taschenbuch
Mitten am hellichten Tag wird der Mitinhaber einer Baugenossenschaft auf offener Straße erschossen. Für den ermittelnden Carabinieri ist klar, daß hier die Mafia ihre Finger im Spiel hat. Und tatsächlich gelingt es ihm mit Hilfe eines Informanten, der natürlich kurz später ebenfalls auf gewaltsame Weise das Zeitliche segnet, den Mörder und seine zwei Hintermännder zu entlaven. Doch das heißt noch lange nicht, daß es zu einer Verurteilung kommen muß, denn auf Sizilien wirken merkwürdige Kräfte im Hintergrund.
Ein ungewöhnlicher Erzählstil prägt diesen Roman, der den Leser zwingt genau und konzentriert den Text zu verfolgen. So wird hier fast schon literarisch die Macht der sizilianischen Mafia niedergelegt, und genau darum geht es in diesem Roman auch. Nicht der Mord oder die Fallauflösung oder das Recht oder die Gerechtigkeit stehen im Fordergrund der Betrachtungen, sondern die Fädenzieherei der Organisatoren im Hintergrund wird be- und ausgeleuchtet. So entsteht ein interessantes fiktives, literarisches Konstruckt über das organisierte Verbrechen und die Ermittler. Auch das Romanende, das weder fulminant noch gerecht daherkommt, paßt sich nahtlos in das Gesamtkonzept dieser Geschichte ein.
Fazit: Empfehlenswertes und interessantes Werk, aber nicht unbedingt für jeden eingefleischten Krimifan geeignet.
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Format: Taschenbuch
Ein Dorfplatz in Sizilien: Der Autobus Richtung Palermo wartet vollbesetzt auf einen letzten Fahrgast. Der kommt angelaufen und wird kurz vor Betreten des Busses von zwei Schüssen niedergestreckt. Ein Mafiamord. Obwohl genug Personen anwesend sind, will niemand etwas gesehen haben. Doch der Carabinieri-Hauptmann Bellodi setzt alle seine Fähigkeiten daran, diesen Fall gegen alle Widrigkeiten aufzuklären.

Der Autor Leonardo Sciascia war Sizilianer und hat in vielen seiner Werke die italienischen Machtverhältnisse, insbesondere die Verstrickungen mit der Mafia, beschrieben. Dieser Roman erschien erstmalig im Jahr 1961. Wer hier ein Mafia-Epos erwartet, liegt allerdings völlig verkehrt. Der Autor beschreibt beispielhaft anhand eines einzigen Kriminalfalls, dem Mord an dem Bauunternehmer Colasberna, auf knapp einhundert Seiten die sizilianischen Verhältnisse. Dabei schreibt Sciascia flüssig und auf den Punkt gebracht, mit besonderem Augenmerk auf den Dialogen. Seine Perspektivwechsel geraten manchmal vielleicht etwas zu abrupt. Die Beschreibung der Charaktere bleiben aufgrund dieser Kürze zwangsläufig etwas oberflächlich, dies stört in diesem Fall aber nicht.

Hauptfigur ist der Hauptmann Bellodi, der aus Parma nach Sizilien versetzt wurde und sich von der Lethargie und der Resignation der einheimischen Polizisten absetzt. Zunächst scheint der Fall wie üblich an der Omertà zu scheitern: Niemand hat etwas gesehen, selbst die Angehörigen des Toten haben kein Interesse an der Aufklärung. Doch dann wird ein weiterer Mann vermisst und Bellodi vermutet richtigerweise einen Zusammenhang zwischen den Fällen.
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Format: Taschenbuch
Sciascia zeichnet ein Gesamtbild von Menschen und Gesellschaft im ländlichen Sizilien, sowie die Machtverbindungen bis nach Rom. Das Geben und Nehmen von Gefälligkeiten an den Strukturen des Staates vorbei, das als ehrenwert gilt. Mit interessanten Rückblicken auf den Faschismus, der die Mafia bekämpfte, aber dafür Freiheiten nahm -- was die sizilianischen Dörfler in ihrer Art aber kaum bemerkten.

Man kann diese Darstellung als sehr gelungen und lesenswert bezeichnen. Zudem war offenbar Sciascia einer der ersten, der dies in Romanform tat. Das war mutig, und es prägte das Genre. Auch deshalb lesenswert.

Doch später diskreditierte Sciascia Antimafia-Bemühungen als unglaubwürdig, was zu deren Einstellung führte. Was sollte das? An diesem Punkt fragt man sich: Ist Sciascia vielleicht selbst Teil des Systems? Ist dieses Buch vielleicht gar kein so guter Einblick, sondern auch nur ein verzerrter Blick auf die wahren Verhältnisse? Möglicherweise. Allerdings wäre es auch dann noch ein Fortschritt, es geschrieben zu haben, denn die Debatte an sich nützt.

Sciascia war offenbar kommunistisch eingestellt, später linksliberal. Offenbar konnten sich Mafia-Gegner damals nur als Kommunisten organisieren -- einerseits verständlich, andererseits vielleicht doch nicht. Vielleicht auch das eine Schönfärberei der Geschichte? Haben Kommunisten die Mafia nicht auch dadurch gestützt, dass sie ihr nur ein radikales Gegenkonzept entgegenstellten? Der Mafia hätte nichts besseres passieren können, als eine Opposition, die radikal und unglaubwürdig ist. Wieviel Mafia steckt in den sizilianischen Kommunisten?
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Format: Taschenbuch
Der Roman "Der Tag der Eule" von Leonardo Sciascia ist von höchster literarischer Qualität und ein absolutes Muss für Jeden, der wissen will, was "Mafia" ist.
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