Der Titel der englischen Fassung ("Scientific Coaching for Olympic Taekwondo") beschreibt eher das, womit sich dieses Buch befasst, nämlich ein sportwissenschaftlicher Ansatz für den Trainingsaufbau im Taekwondo. Wer ein Buch mit Techniken und Anleitungen zur Selbstverteidigung sucht, ist hier am völlig falschen Platz. Ist man jedoch daran interessiert, etwas mehr System in sein Training zu bringen - egal ob als Trainer und/oder Trainierende - findet man hier eine Menge Anregungen. Zwar liegt der Schwerpunkt der Betrachtungen klarerweise beim Taekwondo, doch eine zumindest teilweise Übertragung auf andere Kampfkünste dürfte einem Trainer / Lehrer / Meister mit einem offenen und beweglichen Geist nicht schwer fallen. Sehr zu begrüßen ist auch die kritische und ehrliche Auseinandersetzung mit der eigenen Kampfkunst und ihre Geschichte. Daran könnten sich Viele ein Beispiel nehmen. Die eine oder andere Sache ist zwar nicht mehr ganz up-to-date, und gewiss werden die meisten Kampfkünstler nicht über die Zeit verfügen, sich an solch ausgiebig(st)en Trainingspläne zu richten (außer natürlich, man tut nichts Anderes), dennoch ist das Studium dieses Buches eine sich lohnende Sache (Vorwarnung: Die Lektüre ist, wie bei wissenschaftlichen Arbeiten üblich, streckenweise sehr sehr trocken!). Nur eine große Frage bleibt ungeklärt: Wie kommt ein solches Buch zu einem so unpassenden Titel?