Edit 19.08.2011:
Da HP das TouchPad einstellt und auch keine neuen Geräte mit webOS entwickeln will, kann man fairerweise vom Kauf nur abraten. Schade um webOS.
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Das TouchPad, HPs Interpretation des Themas "Tablet PC", ist ein gelungener Einstieg, sicherlich auch wegen des Betriebssystems webOS (nicht Android, wie in der Produktbescheibung fälschlicherweise angegeben). Dieses hochgelobte Betriebssystem macht den Unterschied und setzt das TouchPad klar von seinen Konkurrenten ab.
Das Gehäuse ist aus Kunststoff, macht aber trotzdem einen tadellosen, soliden Eindruck. Ich hätte mir aber eine mattierte griffigere Rückseite à la Pre Plus gewünscht. Das Format gleicht dem iPad, und man sieht dem TouchPad an, dass das iPad der anvisierte Gegner bei der Entwicklung war. Allerdings ist das TouchPad ein wenig schwerer und dicker als das iPad 2, dafür lässt es sich aber auch induktiv laden, kein Kabel nötig. Der Screen ist super, und das IPS Panel bietet erstaunliche Blickwinkelstabilität hinter demkratzresistenten Gorillaglas.
Auch bei den inneren Werten kann das TouchPad mit dem iPad 2 mithalten oder es übertreffen. Der 1.2 GHz Dual-Core Prozessor versieht fleißig seine Arbeit, und die Bedienung der Oberfläche geht flüssig vonstatten. Kurze Pausen, die das Betriebssystem in den ersten Tagen eingelegt hat, sind jetzt nach 14 Tagen Benutzung gänzlich verschwunden.
Beats Audio sorgt für guten Klang, und der Sound aus den kleinen Lautsprechern ist erstaunlich gut, sowohl bei der Wiedergabe von Musik, als auch beim Ansehen von Videos, z.B. auf Youtube. Da sieht das iPad 2 im direkten Vergleich eher schwach aus.
Das induktive Laden geschieht im sogenannten "Touchstone", dabei handelt es sich um eine Art Aufsteller. Man setzt das TouchPad in den Touchstone und das Laden beginnt. Während des Ladevorgangs (der bei komplett entladenem Akku etwa 3 Stunden dauern soll) geht webOS in den Exhibition Mode. Man kann wählen, was dann angezeigt wird: Fotos in einer Slideshow, die nächsten Ereignisse auf dem Kalender oder die Uhrzeit. Auch Apps, wie Facebook oder "Elchibition" von SWR 3 können den Exhibition Mode nutzen, um Infos anzuzeigen, oder Web Radio zu spielen, oder, oder oder. Das Touchstone-Exhibition Konzept funktioniert so gut, dass es einen wundert, warum das nicht kopiert wird. Per USB Kabel geht es natürlich auch, das Laden.
Und da sind wir schon beim Betriebssystem. "Synergy" ist HPs Konzept zum Abgleich von Daten verschiedener Quellen. Auch das ist schon in Palm-Zeiten erprobt worden und funktioniert super. Der Kalender führt meine diversen Kalender (Google, Exchange, Facebook, ...) nahtlos zusammen. Kontakte aus den verschiedenen Quellen werden verknüpft. Wenn ich den Adobe Reader öffne, bietet er mir meine lokalen Dateien und meine Dateien auf Dropbox und box.net an. Und das sind nur einige Beispiele dafür was Synergy leistet.
"Just Type" bietet eine schnelle Index- und Suchfunktion. Man fängt einfach an zu Tippen (auf einer Onscreen-Tastatur, die durchdacht wie keine zweite ist) und "Just Type" findet zu meiner Eingabe inkrementell Apps, Kontakte, Termine, Emails, Google-Treffer ... . Schick und praktisch.
webOS verbindet sich mit meinem Pre Plus per Bluetooth, und ich kann so auf meinem TouchPad SMS lesen und schreiben, Anrufe annehmen oder tätigen oder im Internet surfen.
webOS bietet echtes Multitasking, ein Benachrichtigungskonzept ohne gleichen, Flash Unterstützung, eine rege Homebrew Community, die von HP gefördert wird, und Offenheit. Über die Notwendigkeit von Jailbreaks bei den anderen Systemen können webOS Nutzer nur den Kopf schütteln.
Würde ich mir wieder ein TouchPad kaufen? Klar.
Und: Ja. Diese Bewertung habe ich auf einem TouchPad getippt.