Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit TYPO3 und bin auf der Suche nach einem guten Buch über die Entwicklung von Extensions. Das Buch sollte dabei über das bloße Vorstellen des Kickstarters hinausgehen, Grundlagen des Inneren von TYPO3 erklären und möglichst an einem konkreten Beispielprojekt die Theorie in die Praxis umsetzen.
Genau diese Punkte erfüllt das Buch "TYPO3-Extensions entwickeln" von Dmitry Dulepov ganz gut. Der Schreib-Stil ist sehr angenehm und so macht die Lektüre und das Lernen Spaß.
Wieso gebe ich dann aber doch nur 3 Sterne? Leider zeigten sich beim Lesen einige Schwächen, die den ersten guten Eindruck etwas verblassen lassen:
das Buch hat nur 230 Seiten: bei einem Thema das mehrere Bücher füllen kann eindeutig zu wenig. Und das zeigt sich auch beim Lesen: viele grundlegende Dinge sind so kurz gehalten, dass man sie nur mit Mühe versteht. Beispiel: was sind Hooks? Gerade einmal eine viertel Seite widmet der Autor der "Erklärung". Ich habe es jedenfalls nicht verstanden. Hier täte etwas mehr Ausführlichkeit sehr gut, insbesondere wenn man in späteren Kapiteln explizit auf dieses schwache Einführungskapitel verweist.
Auch das Thema "Services" ist schwach: eine viertel Seite mit der lapidaren Erklärung, dass man neue Dienste nur selten benötigt, so dass sie nicht behandelt werden. Ein Link auf die TYPO3-Dokumentation wird gegeben. Dafür brauche ich kein Buch.
Services sind aber aus meiner Sicht ein elementarer Bestandteil von TYPO3: z.B. die bekannte Kalender-Extension "cal" arbeitet intensiv mit Services. Möchte man mit einer eigenen Extension Termine an "cal" liefern, so macht man das mit Services. Aber wie? Schade, dass man im Buch nichts darüber lernt.
Auch das Thema MVC (Modell View Controller) fehlt komplett im Buch.
Zahlreiche Rechtschreibfehler und (selbst für mich als Anfänger) offensichtliche Fehler in den Listings ergänzen das etwas ernüchternde Bild über das Buch. Ich habe den Eindruck, dass hier die Kapitel unter ziemlichem Zeitdruck gefüllt wurden, so dass an vielen Stellen geschludert wurde.
Hier haben der Verlag und der Autor für die nächsten Auflagen sicher noch einige Arbeit vor sich.
Insgesamt ist dieses Buch bisher das verständlichste Werk über die Programmierung eigener Extensions, so dass ich es auf jeden Fall, trotz der o.g. Schwächen, für Interessierte empfehlen kann. Es sollte aber dringend nachgebessert werden.