Was soll man dazu noch sagen. So viel Aufmerksamkeit für ein Buch, das es nicht verdient hat, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber Negativwerbung ist auch eine Art der Werbung. Beinahe könnten einem Autor und Verlag schon leid tun, ein neunhundert Seiten Buch, so viel Arbeit... aber... sie haben es sich selbst zuzuschreiben. Schlicht falsch reagiert und selbst aus dem Markt geschossen. Wer ein Werk veröffentlicht, muss sich auch der Kritik stellen. Ob sie nun berechtigt ist oder nicht. Im Positiven wie im Negativen. Wer das nicht kann, sollte nicht veröffentlichen. Das ist eine ganz einfache Regel.
Kommen wir zum Buch: Cover und Klappentext. Nichts Aufregendes. Aber immerhin noch so, dass es nicht zwingend vom Kauf abschreckt. Preis: Zu hoch.
Inhalt und Stil. Vielleicht hätte man aus der Idee etwas machen können. Aber das ist bei diesem Setting nicht leicht. Dracula ist eine allseits bekannte Romanfigur, da sind die Erwartungen der Leserschaft hoch, wenn man dem Vampirgrafen mit den Fangzähnen Kinder andichtet und das Ganze mit indianischen Wurzeln (ja, ja... die "hübsche Indianermami" in Transylvanien auf des Blutsaugers Burg) anreichert, die alle irgendwie nach Winnetou aussehen(zumindest in der Vorstellung der Leser)und gerne Männerklamotten tragen, dann ist das alles andere als einfach. Und es ist leider auch ordentlich misslungen: Das Ergebnis ist grenzwertig und sehr schwer lesbar. Sprachliche Fehlgriffe und Ungereimtheiten, unpassende Bilder prägen die Geschichte und die Figuren von Anfang an und verderben den Lesespaß schnell. Schnell ertappt man sich dabei "Querzulesen" und ganze Seiten, Abschnitte zu überspringen. Spannung kommt an kaum einer Stelle auf. Den Dialogen fehlt der Feinschliff und sie kommen unglaubwürdig und oft mit den falschen Worten daher.
Literarischer Anspruch = Null. Als Ironie geht das Werk auch nicht mehr durch, dafür nimmt sich das Buch leider viel zu ernst.
Das fängt am Anfang an und wirkt leider sofort unfreiwillig komisch. Der erste Brüller (entweder vor Schmerz oder wegen Lachkrämpfen). Assoziationen werden geweckt, die wohl kaum gewünscht sein können. Da tritt eine grünäugige Mädchenfrau (!) aus dem Schatten einer Schäfchenwolke (!) hervor. Sie ist wohlgeformt (super), trägt keltische Klamotten (Geschmacksache) und geflochtene Haarzöpfe (yep, Pippi Langstrumpf
Pippi Langstrumpf Jubiläumsedition - 60 Jahre Pippi (2 DVDs) hatte auch solche Zöpfe). Sie hat eine zierliche Silberflöte bei sich (schön... "American Pie"
American Pie lässt grüßen).
Wie muss ich mir denn das Mädchen oder die Frau nun vorstellen. Noch Mädchen oder schon Frau? Oder beides. Eine, die nie erwachsen geworden ist, obwohl schon uralt. Mystisch wegen der grünen Augen, der Flöte, der zotteligen Lederkluft oder den Zöpfen? Eine Lolita
Lolita mit Schmollmund und großen Kulleraugen? Ein Mädchen, das sich damals im Ferienlager die Flöte in die... (oh nein, bitte nicht... nicht so). Nun ja, jedenfalls scheint sie der feuchte und fleischgewordene Traum lüsterner Altherren oder pubertierender Jungs zu sein, der sich im Schatten einer Schäfchenwolke
LED weiß Schäfchenwolke blau | LED Sheeps&Clouds in light-blue verstecken kann (tolles, atmosphärisches Bild). So weit so gut. Aber dabei bleibt es ja leider nicht.
Wir kommen zur Burg und der "hübschen" Indianermami (Apanatschi)
Karl May DVD-Collection 1 (Der Schatz im Silbersee / Winnetou und das Halbblut Apanatschi / Winnetou und sein Freund Old Firehand) (3 DVDs) [Limited Edition]. Dann die Hauptprotagonistin Hanna... ok... sie hat ein Sodomieproblem
Metall-Warnschild Tschechoslowakischer Wolfshund, Wolfhund und sie mag es nicht, von hinterhältigen Halunken
Donnerkraut und Räuberbraut: Merkwürdige und hinterhältige Geschichten von allerlei Halunken aus dem Bergischen Land in dunkle Höhlen
Caveman - Der aus der Höhle kam geschleppt zu werden. Kann man ja verstehen, ist schon blöd für Frauen, wenn sie in Höhlen geschleppt werden. Andererseits wieso eigentlich nicht? Was haben sie dort mit ihr angestellt... die bösen, bösen Jungs in einem bösen, bösen Traum... haben sie etwa dunkle Höhlenspielchen getrieben (mal rein und wieder raus)? Oh je... und nun müssen wir uns den noch vom bösen, bösen Traum vibrierenden, nackigen, wohlgeformten Körper Hannas angucken / vorstellen, wie er hechelnde Wolfshunde streichelt, deren Zungen vor Lüsternheit bis an den Boden hängen und den sie selbst nur scheuen Blickes ertragen kann. Warum? Keine Ahnung, aber jedenfalls kann es in der Höhle so schlimm dann nicht gewesen sein. Spätestens ab dieser Szene ist es dann vorbei... die Geschichte wird immer verworrener, die Charaktere nicht besser.
Fazit: Absurdes, schlechtes und verworrenes Buch das weder Fisch noch Fleisch ist und inhaltlich wie sprachlich eine starke Überarbeitung notwendig hätte. In diesem Zustand gar nicht zu empfehlen. Aber zumindest für ein paar unfreiwillige Lacher ist es gut. Mehr als ein Stern ist leider nicht drin.