Kein Zweifel, dieses ist einer der besten Scores von Michael Kamen. Nicht pathetische Marschmusik, sondern eindringliche, elegische Klänge prägen die Tracks, die aus den zehn Teilen der Serie entnommen sind. Band of Brothers ist mit Sicherheit das Beste, was als Fernsehserie jemals über den Krieg gefilmt wurde - ein Event von Kinoqualität mit exzellenten schauspielerischen Leistungen und in einer packenden Authentizität, die selten erreicht wurde. Kamens Score ist kongenial und unterlegt die unvergeßlichen Bilder von den Erlebnissen der Easy Company der 101. Airborne Division zwischen 1942 und Kriegsende mit genau der richtigen Stimmung. Im Film fallen - wie es sich für einen guten Score gehört - die ruhigen Stücke kaum auf, prägen aber die Stimmung. Aber Kamen und die Regie haben es geschafft, in einer Kampfpause einen Mädchenchor im Kloster singen zu lassen oder ein deutsches Streichquartett inmitten von Trümmern Beethoven zu intonieren. Diese Momente sind unvergeßlich - musikalisch und visuell. Spätestens bei der dritten Folge hat mich der Main Title, die über dem Vorspann läuft, emotional so gepackt, daß die Gänsehaut ganz automatisch kam. Der Score gewinnt an emotionaler Kraft, wenn er nur gehört wird, vor allem dann, wenn man die Bilder und Gesichter dazu kennt. Band of Brothers ist ein Meisterwerk, exzellent eingespielt vom London Metropolitan Orchestra unter der Leitung des Komponisten. Die beiden langen Suiten am Anfang der CD sind ein exzellenter Bonus; sie fassen die musikalischen Themen in wuchtigen Arrangements zusammen - Hörgenuß pur. Dieser Michael Kamen ist ein Muß nicht nur für Fans des in diesem Sommer viel zu früh verstorbenen Komponisten. Fazit: Band of Brothers zählt zu Kamens besten Leistungen - zusammen mit Mr. Holland's Opus und The Three Musketeers.