Wer einen Thriller such, ist hier definitiv falsch. Gelesen von der im Englischen zuweilen leicht schwächelnden(Sjjjjuperinntänndännt), aber ansonsten hervorragend lesenden Ulrike Kriener plätschert die Geschichte dahin.
In London liegt ein kleines Mädchen tot auf der Straße. In einem Garten in Cornwall wird eine erschossene Frau aufgefunden, die zuerst nicht identifiziert werden kann. Das Kind weist Missbrauchsspuren auf. Der Besitzer des Landsitzes in Cornwall hat seine Frau verloren, die Stieftochter wurde entführt und ist nie wieder aufgetaucht. Der Vater des entführten Mädchens ist ein schleimiger Tycoon, der ein Kinderbordell in London betreibt, was ihm aber niemand beweisen kann. Wo liegen die Zusammenhänge?
Der Plot ist gut konstruiert, Inspektor Jury menschelt gewaltig, und manche Szenen sind sehr bewegend beschrieben. Aber, wie man aus einer im Grunde spannenden Geschichte durch langatmige Beschreibungen derart die Luft rauslassen kann - dazu gehört schon was! Alles wirkt wächsern, hölzern, irgendwie melancholisch. Martha Grimes ist eine feine Beobachterin und Beschreiberin. Sie schweift immer gerne ab, es gibt jede Menge Episoden, die die Geschichte blähen, ohne sie weiterzubringen.
Kurz und gut: Zusammen mit Inspektor Jury würde ich gerne bei einem schönen englischen Tee mit Milch ein wirklich spannendes Hörbuch hören. Nett isser ja ...