In unserem Badezimmer hatten wir bisher immer folgendes Problem: Auch längere Zeit nach jedem Duschen war es nur schwer - wenn überhaupt - möglich die Luftfeuchtigkeit wieder auf einen "angenehmen" Wert abzusenken - und das trotz intensiven Lüftens. Mit den noch feuchten Handtüchern im Raum war die Luftfeuchtigkeit nach dem Schließen des Fensters wieder ruckzuck bei mehr als 65% (Hygro-/Thermometer aus dem Baumarkt) und es roch mitunter "muffig" - wir befürchteten über kurz oder lang sogar das Auftreten von Schimmel. Im vergangenen, feucht-regnerischen Sommer sank die Luftfeuchtigkeit dann über etliche Tage garnicht mehr unter 65%.
Irgendwann kam ich dann auf die Idee einen Luftentfeuchter anzuschaffen. Die Anforderung: Das 4qm grosse Badezimmer nach dem Duschen (und gründlichem Durchlüften) in annehmbarer Zeit auf ca. 55% Luftfeuchtigkeit zu bringen und diesen Wert auch in etwa zu halten.
Der erste Versuch war ein "Luftentfeuchter mini" einer anderen Firma, der auch hier auf Amazon angeboten wird und der mit einem Peltier-Element statt eines Kompressors arbeitet. Dieses Gerät war ein totaler Reinfall - der Einfluß auf die Luftfeuchtigkeit im Raum nicht meßbar und im Auffangbehälter auch nach 24 Std. lediglich ein paar Tropfen Wasser.
Ich wurde dann auf die Geräte der Firma Trotec aufmerksam, wußte aber erst nicht, für welches Modell ich mich entscheiden sollte. Der sehr gute und freundliche Telefonsupport der Firma empfahl mir dann für diesen Einsatzzweck das kleinste Modell, den TTK 30 S.
Und was soll ich sagen: Das Gerät entspricht voll und ganz den Erwartungen und arbeitet einwandfrei. Bereits ein bis zwei Stunden nach dem Aufstellen sank die Luftfeuchtigkeit erstmals unter 55% und es roch nicht mehr muffig in unserem Badezimmer.
Da dieses kleinste Modell der Trotec-Luftentfeuchter keinen eigenen Hygrostaten zum automatischen Betrieb in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit im Raum besitzt, betreiben wir das Gerät an einer hygrostatgesteuerten Schaltsteckdose (FS20 HGS + FS20 ST-3 - gibt es beides hier auf Amazon). Der Hygrostat ist dabei so eingestellt, dass er den Luftentfeuchter einschaltet, sobald die Luftfeuchtigkeit den Wert von 60% übersteigt und wieder abschaltet, wenn der Wert unter 55% sinkt.
(Anmerkung: Die wie gesagt sehr hilfreiche Hotline von Trotec meinte, dass dieser hygrostatgesteuerte Betrieb grundsätzlich möglich sei, im ungünstigsten Fall aber der Auffangbehälter überlaufen könnte, wenn dieser schon recht voll ist und die Schaltsteckdose das Gerät kurz vor oder während der automatischen Enteisungsphase, die ca. alle 30min. durchlaufen wird, vom Netz trennt. - Beim üblichen Dauerbetrieb schaltet sich der TTK 30 S hingegen automatisch ab, wenn der Auffangbehälter voll ist. - Wer ganz sicher gehen will, sollte daher einen Ablaufschlauch installieren, der das Kondenswasser direkt in einen Bodensyphon o.ä. ableitet. - Bei uns aber kein Thema, da wir den Auffangbehälter regelmässig und frühzeitig leeren.)
Das Gerät macht insgesamt einen sehr solide verarbeiteten Eindruck. Es kann dank seiner Kompaktheit und der geschickten Führung des Luftstroms platzsparend in eine ungenutzte Ecke des Raums gestellt werden - die Luft wird an einer der langen Seiten angesaugt und nach oben ausgeblasen.
Die Lautstärke im Betrieb ist etwas lauter als ein älterer Kühlschrank - das Gerät "brummelt" also schon deutlich vor sich hin - es ist aber nicht ungewöhnlich laut. Ein Betrieb direkt im Schlafzimmer dürfte für die meisten wohl nicht in Betracht kommen. In einem separaten Zimmer mit Tür dazwischen dürfte es aber kaum die Nachtruhe stören. Bei uns sind zwei Türen dazwischen und wir hören das Gerät auch mit "gespitzten Ohren" überhaupt nicht.
Es ist erstaunlich wieviel Wasser beim oben beschriebenen, ja doch recht moderaten Einsatzzweck der Luft entzogen werden kann: Nach zwei Tagen ist der 2l fassende Auffangbehälter voll. - Wir entfeuchten ja nicht einen triefend nassen Kellerraum und daher fand ich diese Leistung schon beachtlich. In einem "richtig feuchten" Raum schafft das Gerät laut Bedienungsanleitung übrigens ca. 12l/Tag.
Noch ein paar Messdaten beim oben beschriebenen Einsatz (ermittelt mit einem Energiemonitor aus dem Baumarkt): Das Gerät hat nun nach einer Woche ca. 5,5 kWh Strom verbraucht und ist dafür knapp 4 Std. pro Tag gelaufen. Die wöchentlichen Stromkosten betragen damit bei uns ca. 1 Euro. Da die vom Gerät ausgeblasene Luft etwas erwärmt ist, dürften die Heizkosten im Gegenzug etwas sinken.
Insgesamt gesehen für ein trockenes, nicht mehr muffig, sondern frisch riechendes Bad eine in unseren Augen sehr akzeptable Kosten/Nutzen-Relation und eine absolute Kaufempfehlung für den Trotec TTK 30 S.