Ausgangssituation:
Wir haben uns das Gerät gekauft, weil dieses Jahr die Aussenluftfeuchtigkeit extrem hoch war, und beim Lüften im kühlen Keller große Mengen Wasser kondensierten, was nicht nur in einem unangenehmen Raumklima resultiert, sondern auch Schimmelbildung hervorrufen kann.
Auf Grund der eher durchwachsenen Rezensionen und des günstigen Preises war ich vor dem Kauf sehr skeptisch. Aber fangen wir von vorne an.
Auspacken:
Einwandfreie Verpackung, Gerät kommt ohne weitere Umverpackung in's Haus. Ausgepackt, gewartet, bis sich die Kühlflüssigkeit gesetzt hat, Stecker eingesteckt, Gerät gibt keine Rätsel auf. Die Anleitung habe ich nie gelesen.
Bedienung:
Die Verarbeitung und das Material geht vollkommen in Ordnung, das ist man auch von "besseren" Herstellern nicht anders gewohnt. Das Design ist schlicht und zeitlos, sieht auch in einigen Jahren nicht alt aus.
Das Bedienfeld ist in englischer Sprache beschriftet, die Drucktaster sind die üblichen "Knackschalter". Anzeige des Status durch rote LEDs. Neben den vielen verschiedenen verstellbaren Luftaustrissöffnungen verfügt das Gerät über einen ausklappbaren Transportgriff. Der Wasserauffangbehälter ist transparent mit vier Markierungen für die Menge des aufgefangenen Wassers. Er lässt sich leicht wechseln und problemlos entleeren.
Durch die recht schlanke Bauform kann man den Entfeuchter bei Nichtgebrauch in einer Ecke oder unter einem Tisch verschwinden lassen. Die Standfestigkeit ist für das recht flache Gerät erstaunlich gut. Dank des niedrigen Schwerpunktes kippt es nicht um, wenn man versehentlich dagegen stösst.
Die Lautstärke geht für den Luftumsatz vollkommen in Ordnung. Ein Vergleich mit einem Ventilator verbietet sich, da der Luftstrom durch die Filter, den Kondensator und den Luftverteiler geleitet werden muss. All dies erzeugt natürlich hörbare Verwirbelungen. Der Kompressor selber ist nur beim Anspringen kurz zu hören. Das Betriebsgeräusch liegt im üblichen Bereich transportabler Geräte. Auch im Arbeitszimmer stört es nach einer Gewöhnungszeit nicht sonderlich.
Stromverbrauch:
Ich habe die Verbrauchswerte mit einem von der Zeitschrift c't als empfehlenswert getesteten Verbrauchsmesser getestet (nein, die c't kürt keine "Testsieger"):
Standby: 0.9 Watt.
"Clean Air": 45 Watt.
"Dry Clothes": 55 bis 280 Watt.
"Automatic", Zeitwahl und Dauerbetrieb: 45 bis 270 Watt.
Der Kompressor hat also eine Leitung von 225 Watt, das Gebläse zieht 45 bis 55 Watt, je nach Geschwindigkeit.
Was das Gerät nicht kann:
Ein Betrieb nachts im Schlafzimmer verbietet sich natürlich von selbst, wie bei allen Geräten dieser Bauweise. Wer so etwas sucht, sollte sich über eine richtige, weit entfernte Klimaanlage mit Dämpfungsgliedern und speziellen Luftaustritten Gedanken machen.
Einige Benutzer beschwerten sich über angeblich Undichtigkeiten des Behälters, die aber vermutlich durch eine Fehlbedienung kommen. Luftentfeuchter funktionieren wie Klimaanlagen, nur dass sie die warme Abluft mit dem Kaltluftstrom gemischt in den Raum blasen. In Kühl- und Gefrierschränken kondensiert und gefriert die Luftfeuchtigkeit, diesen Effekt kennt jeder. Der Luftentfeuchter bläst die feuchte Raumluft auf einen gekühlten Kondensator, auf dem die Feuchtigkeit kondensiert und nach einer Zeit sogar gefrieren kann. Deswegen wird der Kühlkompressor immer wieder abgeschaltet, damit das Wasser, bzw. das Eis in den Auffangbehälter abtropfen kann. Auch diesen Effekt kennt jeder von der Klimaanlage im Auto. Zieht man den Behälter direkt nach dem Ausschalten des Gerätes heraus, so tropft natürlich das Wasser dorthin, wo sich der Behälter befand. Nach dem Ausschalten also einige Zeit warten, damit man keine Lache produziert.
Was das Gerät kann:
Die angegebene Leistung von 24 Litern am Tag stimmt exakt. In der ersten Stunde floss genau ein Liter Wasser in den Tank. Erwartungsgemäss landet mit der Zeit immer weniger Wasser im Tank, weil sich auch immer weniger Luftfeuchtigkeit im Raum befindet. Der Tank ist mit vier Litern Fassungsvermögen großzügig und praxisnah ausgelegt.
Bereits nach wenigen Stunden Betrieb verschwand auch der anfangs störende "Neugeruch", den man aber auch bei professionellen Klimaanlagen bemerkt.
Der Automatikbetrieb interessiert mich eher weniger, weil ich solche Geräte nicht laufen lasse, während ich nicht im Haus bin. Ich nutze (missbrauche) für den schnellen Effekt zwischendurch die Funktion "Dry Clothes" mit dem Timer auf 2h. Sitze ich im Arbeitszimmer im Keller, so lasse ich das Gerät auf Dauerbetrieb laufen und schalte es ab, wenn ich gehe.
Interessant ist die "Dry Clothes"-Funktion auch für den eigentlichen Einsatzzweck. :-) Vor allem empfindliche, nicht trocknergeeignete Wäsche lässt sich damit in kürzester Zeit sehr schonend trocknen.
Fazit:
Wir sind nicht enttäuscht. Das Gerät macht, was es soll, verbraucht dabei recht wenig Strom und macht ein angenehmes Raumklima. Die Bedienung ist narrensicher. Vergleichbare Geräte kosten in den Baumärkten wesentlich mehr.