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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der pure audiovisuelle Orgasmus, 30. Januar 2012
Der Rezensionstitel klingt schlüpfriger als er gemeint ist, und doch kann ich mein Empfinden für "Tron - Legacy" in keine passenderen Worte fassen. Manche Filmseher würden es sich vielleicht ungern eingestehen, aber es gibt eben Filme, die mehr mit ihren optischen oder akustischen Reizen (im besten Falle gar mit Beidem) prägen bzw. geprägt haben als mit dem was sie zu erzählen versuch(t)en. Disney's "Tron" von 1982 ist hierbei wohl ein ganz besonderer Kandidat, gilt er doch als einer der größten tricktechnischen Meilensteine der Filmgeschichte. Meine im Kindesalter entstandene Faszination für das Cyberspace, das einzigartige Design und die zu seiner Zeit bahnbrechenden CGI-Aufnahmen ist auch heute noch da, hat doch kein anderer Film vor und nach ihm den Versuch unternommen, das Innenleben des Computers in einem besonderen, kunstvollen, greifbaren Stil zu visualisieren. Als 2009 der erste Konzept-Teaser zu "Tron: Legacy" im Netz kursierte, konnte es mich allein bei der Vorstellung, wie eine Fortsetzung mit heutigem SFX-Möglichkeiten aussehen könnte, nicht mehr halten. Die Vorfreude auf eine neuen Trip quer durch den "Raster" war riesig und das vorliegende Endergebnis die Zeit des Wartens in jedem Falle wert: Das Sequel zeigt seine Welt aus Bits und Bytes in opulenten Hochglanz-Bildern, während die Ohren mit edelsten Elektronik-Hymnen beschallt werden. Audiovisuell reisst "Tron: Legacy" vom ersten Moment unweigerlich mit; dass sein Storygehalt nicht größer als der eines einfachen Binärcodes ist, nehme ich nicht nur einfach hin, nein, ich verzeihe es ihm sogar, denn das was er am besten kann, was er zeigen will, das macht er auch, und zwar perfekt. Kevin Flynn, das EDV-Genie aus dem ersten "Tron" und führender Kopf des Software-Riesen ENCOM, verschwindet im Jahre 1989 spurlos und hinterlässt Sohn Sam, welcher (wegen dahingeschiedener Mutter) somit zum Waisen wird. 20 Jahre vergehen. Der Sohnemann geht einem seltsamen Pager-Signal seines Vaters nach, welches Kevins langjähriger Freund Alan Bradley erhalten hat. Seltsam deswegen, weil die Quelle des Signals - die alte Spielhalle seines alten Herrn - seit dessen Verschwinden abgeschaltet ist. Dort passiert ihm das Gleiche wie damals Kevin: Er wird durch einen Laser digitalisiert und in die Welt der Programme, den Raster, rematerialisiert. Den Grund dafür erfährt er recht schnell: Clu, ein von Kevin selbst erstelltes Programm, hat sich gegen seinen Schöpfer gestellt und ihn in seinem eigenen System festgehalten. Er verfolgt die Absicht, alles seiner Ansicht nach Unvollkommene innerhalb und außerhalb des Rasters ausnahmslos auszulöschen, was auch die reale Welt der Menschen mit einbezieht. Dazu braucht er Kevin Flynn, welcher sich aber versteckt hält. Sam dient ihm hierbei als Lockvogel... Drei Viertel von "Tron: Legacy" spielen im Datenkosmos und verwöhnen den Seher mit erlesenen CGI-Bildern und Elektro-Sounds. Es ist sehr offensichtlich, dass damit die Mängel in der Story kaschiert werden wollen, denn sehr viel Zeit für ausgefeilte Charakterzeichnungen (der realen Menschen) und Tiefgründigkeit wurde nicht investiert, und die starke Vermenschlichung der Programme ist ein ebenso wunder Punkt dieses Films. Die meisten Bewohner des Rasters weisen ein zu individuelles, zu humanoides Verhalten auf, stellvertretend dafür sind insbesondere Clu als tyrannischer Raster-Herrscher und der schrill-schräge Castor/Suse, die viel emotionaler und "leidenschaftlicher" (re)agieren als die beiden Flynns. Der Logik folgend hätte es ja eigentlich umgekehrt sein sollen. Doch um "Tron: Legacy" in Schutz zu nehmen: Beim "Ur-Tron" war es ja genauso. Ich finde, wenn man dies dem Klassiker nicht übel genommen hat, muss man mit dem Nachfolger (welcher auch ohne Vorwissen eigenständig funktioniert) genauso fair umgehen. Einzig die Reduzierung des echten Tron zur Nebenfigur missfällt ein wenig. Beim geplanten dritten Teil wäre ich froh, wenn er wieder mehr im Mittelpunkt stehen würde, denn sonst kann man seinen Namen aus dem Film-Titel auch gleich wieder wegstreichen. Kurz gesagt: Der Plot gibt sich, auch wenn er noch etwas existenzielle Philosophie beimischt, intelligenter als er tatsächlich ist, aber das stört meines Erachtens kein bißchen. Die Leistungen der Darsteller sind überwiegend solide, niemand sticht groß heraus, niemand fällt arg negativ auf. Die Beteiligung der Alt-Stars Jeff Bridges und Bruce Boxleitner ist ein schönes Geschenk an die Kenner des Originals, Olivia Wilde bringt als digitales Superweib im hautengem Anzug ein wenig Sexappeal/Coolness ein und Garrett Hedlund gleicht sein blasses Profil mit gutem Körpereinsatz in den Action-Sequenzen aus. Zur Unterhaltung reicht das aus. Wie schon einleitend erwähnt schlagen in "Tron: Legacy" gleich zwei sehr starke Herzen, die sich Bild und Ton nennen. Die kräftigen Neon-Farben, die Umgebungsschwärze, allgemein die "modulare Ästetik" (wie ich sie nennen würde) der Computer-Welt ist von solch unbeschreiblicher Schönheit, die sich mit nichts anderem vergleichen lässt - außer natürlich mit seinem direkten Vorgänger. Die räumliche Tiefe ist selbst in 2D höchst beeindruckend, und die Lightcycle-/Diskus-Kämpfe wurden extrem elegant inszeniert. Doch erst durch den kongenialen Soundtrack von Daft Punk wird "Tron: Legacy" zu einem Gesamtkunstwerk. Die Franzosen vereinen den unverkennbaren 80er-Retro-Musikstil des Originals mit sehr modernem Synthie-Pop, das Resultat daraus ist eine musikalische Untermalung zum Niederknien. Der beste nicht-orchestrale Score, den ich seit langem, wenn nicht gar überhaupt gehört habe. Fazit: "Tron: Legacy" ist allerbestes Augen- und Ohrenkino seit vielen, vielen Jahren. Es ist kein Verbrechen, wenn man seinen persönlichen Fokus allein darauf setzt, denn optisch wie akustisch flasht die Cyberspace-Reise total. Inhaltlich sind keine besonderen Akzente auszumachen, schauspielerische Glanzlichter fehlen ebenfalls, aber wer ganz tief in sich schaut und ehrlich ist, wird zugeben müssen, dass man sich solch einen Film primär wegen seiner Äußerlichkeiten ansieht.
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23 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Blender mit Charme, 12. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: TRON Legacy [Blu-ray] (Blu-ray)
Ja, "TRON:Legacy" ist ein ganz schönes Blendwerk: Nicht nur, dass man eine bild- und tontechnische Referenzscheibe auf den Markt schmeißt, die bereits an sich über alle vorhandenen Schwächen des Werkes hinwegsehen lässt, es muss auch noch ein künstlerisches Kleinod sein, dass Disney da glücklicherweise recht schnell auf Blu-ray hat pressen lassen. Anders kann man die zweite Odyssey in die digitale Cyberwelt von "TRON" einfach nicht beschreiben und konsequenterweise versucht man, im Geiste des Vorgängers, auch gar nicht erst die Kunst über die Geschichte erheben zu wollen. Auf die Story muss man nicht mehr ewig lange eingehen, es reicht vollkommen zu wissen, dass der Sohn des großen Erschaffers einer virtuellen Welt in eben diese aufbricht, um dort seinen seit Jahrzehnten vermissten Vater zu suchen und festzustellen, dass auch künstliche Intelligenz aus einer künstlichen Welt der realen Existenz gefährlich werden kann. Das klingt abgedroschen und besonders episch ist die Sache auch nicht geraten, aber die Stärken des Filmes liegen auch ganz woanders. Nachdem die Technik der Scheibe schon oft genug gelobt wurde, möchte ich an dieser Stelle viel lieber noch einmal auf die wuchtige musikalische Wirkung hinweisen, die einfach ihres Gleichen sucht - ich wage sogar zu behaupten, dass der Soundtrack zu den besten seiner Art der letzten 10 Jahre zuzuordnen ist, denn was da aus den Lautsprechern quillt ist einfach atmosphärisch Champions-League-Niveau. "TRON:Legacy" ist ein Bild- und Musikrausch der Spitzenklasse, der zudem mit passablen Schauspielern auftrumpfen kann (wirklich oscarverdächtig ist aber keiner, braucht der Streifen aber auch nicht), aber auf erzählerischer Ebene einen ziemlichen Schiffbruch erleidet - das ist nicht schlimm, denn selten hat mich ein erzählerisch eher unterdurchschnittlicher Film so sehr an den Bildschirm gefesselt, wie der zweite Trip in den "Raster". Dafür gibt es zwar einen Stern Abzug, aber aus vollster Überzeugung gibts die zweitbeste Wertung und die Hoffnung, dass man im potentiellen Nachfolger endlich mal einen ordentlichen Drehbuchautoren an Bord holt, der eine faszinierende Geschichte aus dieser genialen Welt herauskitzelt und damit endlich der "Matrix" mal zeigt, wo der Hammer hängt ;).
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178 von 245 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erwartungen mehr als übertroffen; UPDATE: Blu-ray-Wertung inklusive, 2. Februar 2011
Meine Kritik: 1) Plot / Handlungskonsistenz Eines muss man zugeben: Das Drehbuch ist nicht unbedingt die Stärke des Films. Wie bereits der erste Teil von 1982 begeben sich die Schreiber in keine sonderlich tiefgründigen Welten und betreiben auch keine exorbitanten Charakterstudien, zudem holpert die Logik etwas. Aber mal ehrlich, wir haben Tron 1 gesehen und er hat uns gefallen trotz zahlreichen Kritikern und ihren Beurteilungsschablonen. Letztendlich überzeugt die Story für einen Science-Fiction-Film mit Optik-Schwerpunkt und wer von dem Film eine Story im Stile Lems erwartet, ist nun mal selber Schuld. Vor kurzem durfte ich anderorts einen guten Kommentar lesen: Wer da reingeht und meckert, der kauft sich wohl auch einen Ferrari und beschwert sich dann, dass er damit kein Sofa transportieren kann. Dass Jeff Bridges, der sich seine Rollen mittlerweile aussuchen kann, zunächst bei der Zusage zögerte, um dann aber schließlich nach viel Eigenanteil zuzusagen, spricht auch für sich. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann einen etwas ungesunden Spannungsbogen, der eher eine Sinus-Kurve ähnelt, und die Figur des Zuse, der einen unweigerlich an den Merowinger aus Matrix erinnert, wenngleich auch auf wahnsinnigerem und trivialerem Niveau. Eine wichtige Anmerkung für Interessierte muss zuletzt noch getätigt werden: Wie in Teil 1 teilen sich Flynn und Tron Anteile, aber in Legacy ist Tron zu sehr großen Teilen Hintergrundfigur, was als teilweiser Etikettenschwindel gesehen werden könnte, wobei hier die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Flynn und Ben so dominant ist, dass schlichtweg kein Platz mehr für weitere Stränge gewesen wäre. 2) Schauspielerische Leistung Diese würde ich als überzeugend einstufen. Jeff Bridges liefert hier in einer Dreifach-Rolle (junger Flynn, alter Flynn, Clu) ab, was andere nicht mal in einer einzigen Rolle zeigen können. Die weibliche Protagonistin Olivia Wilde beweist, dass eine attraktive Bühnenpräsenz und überzeugendes Spiel keine Gegensätze sein müssen. Der eigentliche Hauptdarsteller Garrett Hedlund fällt wohlgemerkt im Vergleich etwas ab. Er überzeugt in seiner Rolle in der realen Welt, mehr als das viele andere junge Akteure in den letzten Jahr(zehnt)en getan haben, kann dann aber nicht mehr mit Bridges und Wilde mithalten. 3) Atmosphäre (Audiovisuelle Darbietung) In diesem Punkt kann es nur eine vernünftige Meinung geben: Spitzenklasse. Ein Regisseur mit Architektur-Hintergrund und allgemein Macher mit viel, viel Sinn für passenden Stil und Ästhetik und gleichzeitiger Detailliebe findet man sehr selten, hier aber auf sehr, sehr hohem Niveau. Der Film atmet zudem Coolness, ohne dabei zu Peinlichkeit überzugehen und erfahrene Kinobesucher wissen, welch Wert ein solches Prädikat hat. Der Soundtrack gehört für mich mit zum Besten, was jemals in diese Kategorie gefallen ist. Ein Vergleich mit rein klassischen Werken von Größen wie dem großen Ennio ist natürlich schwer, aber der Soundtrack überzeugt selbst jemanden wie mich, der gewisse Ansprüche hat. Daft Punk schaffen nämlich gleich drei Dinge: Einerseits eine absolut zum Film und zu den Szenen und Figuren passende musikalische Untermalung zu bewirken und dabei auch selbst etwas aufzubauen und tragend zu wirken und andererseits eine solche Qualität an Tag zu legen, dass man ihn sich von vorne bis hinten auch ohne Film zig Mal anhören kann. Kleine Anmerkung in Sachen Ton: Die Synchronisation ist mir insgesamt nicht aufgefallen, was gemeinhin äußerst positiv ist. 4) 3D-Technik (Kino-Version wird bewertet) Dafür wurde 3D in Filme integriert. Saubere Arbeiten, Effekte mit Hirn, kein "Wir hauen jetzt noch schnell ein paar Effekte drüber, damit die Kino-Karte doppelt so teuer sein kann". Seit Avatar das mit Abstand beste 3D-Erlebnis für mich. Wer da ein Problem mit den 3D-Effekten hat, hat wohl seit Avatar keinen andere Realfilm mehr in 3D gesehen. 5) Blu-ray-Qualität (UK-Blu-ray wird bewertet) Die Bild- und Tonqualität ist absolut glasklar und exzellent. Wesentlich besser als bei fast allen Blu-ray-Filme, die ich bisher gesehen habe (Casino Royale, Shutter Island, Die Hard 4.0, A-Team) und so gut wie bei Avatar. Die Menüs sind liebevoll an die Atmosphäre des Films angepasst und soweit ich bisher gesehen habe fehlerlos. Die Bonus-Features entsprechendem zudem meinen Anforderungen an Qualität und Umfang; "Flynn Lives" ist ein schön gemachter Übergang von TRON auf TRON: Legacy und Visualizing und Casting fand ich sehr interessant. Ein Gag am Rande ist auch enthalten: Die Sounds, die man im Film in der Arena hört, haben Fans auf einer Comicmesse bei der Pressekonferenz zum Film selbst nach Anweisungen der Macher geschaffen und sind so auch super wiederzuerkennen; Dazu ist das entsprechende Video von der PK enthalten. Fazit: Eine schwächelnde, aber sich locker noch im oberen Mittelfeld des SciFi-Genres befindliche Story wird in ihren Schwächen massivst sowohl von der Optik und der dazugehörigen Detailliebe, dem Soundtrack, der Atmosphäre und dem hier wirkungsvollen Schmankerl 3D plus insgesamt gut bis sehr gut agierenden Schauspielern überwogen. Der Film erhält von mir ohne Zögern das Prädikat "Empfehlenswert" und angesichts dieses optischen Meisterwerkes, einen anderen Titel darf man gar nicht verwenden, wird das meine dritte selbst gekaufte Blu-Ray (nach Avatar und Casino Royale) werden. Die Blu-ray lässt zudem bei mir keinerlei Wünsche offen, sowohl in Sachen Quantität als auch Qualität.
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