Der Titel "TRIZ für Alle" erzeugt bei den Interessierten Erwartungen und bei den Kennern Skepsis. Ist das Buch wirklich für Alle? Wer ist mit "Alle" gemeint?
TRIZ, ein ganzer Rucksack voll bewährter Methoden zum Lösen erfinderischer Probleme, geht auf Genrich Altschuller zurück und TRIZ ist nicht einfach. Diese Ansicht vertritt auch der Autor. TRIZ kann man nicht schnell zwischen Tür und Angel lernen. Wer es trotzdem versuchen sollte, dem ist von diesem Buch dringend abzuraten. Wer hingegen eine sorgfältige Einführung sucht, wird von Dr. Dietmar Zobels neustem Werk begeistert sein. Die gut nachvollziehbaren Erklärungen sind mit eingängigen Beispielen versehen und der Autor weiss auch viel, Anekdotisches über Altschuller und die Entwicklung von TRIZ zu berichten. Er behandelt auch die Softwarepakete, die TRIZ unterstützen. Hier findet sich allerdings auch mein einziger Kritikpunkt: der Autor stützt sich dabei auf inzwischen sieben Jahre alte Versionen, statt auf den heutigen Stand. Dem mag man aber mit Nachsicht begegnen, da es sich ja der Autor zum Ziel gesetzt hat die Methodik zu vermitteln, und diese wurde durch die Software nicht verändert. Generell fällt auf, dass das Buch in einer klaren, gepflegten Sprache geschrieben ist und es sich bei Dr. Dietmar Zobel um einen erfahrenen Methodikexperten und nicht um einen TRIZ-Fetischisten handelt. Für Zobel steht die Lösung im Zentrum. TRIZ ist für ihn eine der möglichen Methodiken, die bei dafür geeigneten Aufgabenstellungen richtig angewandt rascher und zu besseren Lösungen führen kann. "TRIZ für Alle" ist daher wirklich allen zu empfehlen, die die TRIZ-Methodik seriös lernen wollen und dazu eine kurzweilige Einführung suchen.