Kein anderes Ostasiatisches Volk ist Europa in der Geschichte so nahe gekommen wie die Mongolen, die in der Schlacht bei Legnickie Pole (Wahlstatt) am 9. April 1241 der Allianz aus polnischen und deutschen Rittern eine verheerende Niederlage zufügten. Die weitere Geschichte Europas wäre sicherlich anders verlaufen, wenn sich die Reiterhorden nicht wegen des Todes ihres Großkhans Ögedei hätten zurückziehen müssen. Zweifellos hätten die Steppenkrieger Europa bis hin zum Atlantik unterworfen, was dem Kontinent einen Geschichtsverlauf wie denjenigen Russlands beschieden hätte.
Nachdem timediver® im März 2012 das Schlachtfeld von 1241 und das Museum im schlesischen Liegnitz besucht hatte, machte ich mich Ende Mai auf die 8000 Kilometer davon entfernt gelegene Mongolei. Wie bei allen Reisen in den Osten habe ich mich erneut für ein Reisehandbuch aus dem Trescher Verlag entschieden. Die war wie immer eine sehr gute Wahl, denn die ersten 129 Seiten (Land und Leute) statteten mich mit einem hervorragenden Rüstzeug hinsichtlich der mongolischen Geschichte, Kultur, Religion und Natur aus. Die sechs nachfolgenden Kapitel sind in "Ulaan Baatar", Die zentralen Aimags" (Stammes- und Verwaltungsregionen) sowie nach den vier Himmelsrichtungen gegliedert.
Neben weiteren historischen Informationen zur Hauptstadt bietet das Kapitel zu Ulaan Baatar neben tollen Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten und Anregungen zum Besuch der Museen, einen brauchbaren Stadtplan Plan (S. 141) und einen hervorragenden Grundriss des Bogd-Khan-Palastes (S.150). Gelungen ist auch das zweite Kapitel mit seinen Tipps für einen Besuch der Klosterriune Manzushiryn Khiid oder die Übernachtung in einem Jurtencamp im Gorkhi-Terelji-Nationalpark, die für timediver® unvergessen bleiben werden.
In sehr guter Tipp ist auch der Hinweis darauf, dass der US-Dollar als Nebenwährung fungiert (S. 14), was den Umtausch in Tugrik entbehrlich macht. Auch der Hinweis, dass Zimmer mit eigener Waschgelegenheit und WC bereits zur Kategorie "Voll-Luxus" gehören, war für mich bemerkenswert, da ich in der frühen Sommersaison stets ein Zimmer mit vier (!) Betten bekam. Darüber hinaus stand mir auch Internetzuganges (WIFI oder LAN) in jedem meiner Hotels in Ulaan Baatar zur Verfügung.
Die Hinweise zur Erlaubnis zum Fotografieren (S. 354) muss dahingehend präzisiert werden, dass man in Tempeln und Museen für einen Obolus von fünf US-Dollar alles fotografieren darf. Sogar bei militärischen Anlagen gibt es, wie timediver® vor Ost in Absprache mit seiner Reiseführerin feststellen durfte, überhaupt keine Probleme. Ferner sind auch die Restaurant-Tipps (S. 164 ff.) wie z. B. das "Brauhaus" und andere ähnliche Lokale tolle Empfehlungen, denn hier kann man nicht nur mit Schnitzel und Rindergulasch "futtern wie bei Muttern", sondern auch mit Mongolen beim Genuss von - nach dem deutschen Reinheitsgebot gebrauten - Bieren in Maßkrügen kommunizieren.
Mit "Mongolei. Unterwegs im Land der Nomaden" hat der Berliner Trescher Verlag wieder mal ein unentbehrliches Reisebuchhandbuch publiziert, dass in keinem Reisegepäck fehlen darf und mir sicherlich auch bei meiner nächsten Reise in die Mongolei wertvolle Dienste leisten wird.
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