Aus der Amazon.at-Redaktion
To(r)tengräber ist bereits der fünfte Roman des österreichischen Autors Heinrich Steinfest (Der Nachmittag des Pornographen), dessen letztes Buch Cheng im Herbst in einer überarbeiteten Fassung neu erscheinen wird. Der Träger des Würth-Literaturpreises beherrscht sein schriftstellerisches Handwerk meisterhaft und legt im Rahmen des Krimi-Plots immer wieder gekonnt mit einigen wenigen Sätzen die österreichische Seele mit all ihren Bizarrerien und dunklen Seiten frei, wie es sonst nur ganz Großen wie Thomas Bernhard vorbehalten war. Allerdings geraten die Beschreibungen der vielen skurrilen Figuren mit Fortdauer des Romans ein wenig zur Routine -- was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tut.
Es wäre jedenfalls schade, wenn die literarische Bedeutung eines so vielseitigen Erzählers wie Steinfest nur aufgrund der Tatsache verborgen bliebe, dass er dem vom Feuilleton immer noch verschmähten Genre "Kriminalroman" zugerechnet wird, in dem übrigens nicht selten Bedeutenderes geleistet wird -- man denke nur an heute längst kanonisierte Autoren wie Raymond Chandler oder Georges Simenon -- als in der so genannten Hochliteratur. --Sebastian Fasthuber
Kurzbeschreibung
Klaus Vavra ist ein Feinschmecker. Er liebt Croissants. Sehr spezielle Croissants. Und damit beginnt es, sein Unglück.
Klaus Vavra ist ein ordentlicher Mensch. Und kann nicht verstehen, daß Leute Geldscheine benutzen, um darauf Telefonnummern zu notieren. Klaus Vavra ist ein merkwürdiger Mensch. Es bereitet ihm Freude, Frauen telefonisch zu belästigen. Einfach dadurch, daß er schweigt. Er nennt es sein harmloses Hobby. Klaus Vavra ist ein Mensch, der Pech mit seinem Hobby hat. Indem er die falsche Nummer wählt. Indem er mit einemmal verdächtigt wird, eine Entführung zu verantworten. Indem er in einen Strudel gerät. Den Wiener Strudel, welcher ihn in eine Tiefe zieht, aus der noch keiner gesund wieder herausgekommen ist.
Es gibt viele Möglichkeiten, in Wien verrückt zu werden oder zu sterben. Hier werden die schönsten beschrieben. Wehe den Besiegten! Wehe den Siegern