Ich habe mir das Buch mit 3 CDs in der Bibliothek besorgt, die hatten bei weitem genug davon da. Ich habe in etwa 2 Monaten das Buch fast komplett durchgemacht. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass dadurch mein Englisch irgendwie besser wurde, es geht mehr darum, sich an den Test zu gewöhnen. Und in dem Zusammenhang ist vielleicht ganz interessant zu wissen, worin sich der echte Test dann von diesen Vorbereitungstests unterschieden hat, worauf ich später noch ein wenig eingehen will.
Wie bereits von anderen erwähnt, ist die CD ziemlich verbuggt. Die schlimmsten Bugs, die mir aufgefallen sind:
- Man muss sich jedes mal als neuer Benutzer registrieren und alle Willkommens-Screens durchklicken
- Bei den Multiple-Choice-Fragen sind in der Auswertung plötzlich Antworten ausgewählt, die man garantiert nie angeklickt hat. Besonders häufig kommt das bei den Fragen vor, die mehrere Punkte wert sind.
- Beim Lese- und Hörverstehens-Teil funktioniert die Score-Berechnung nicht richtig. Selbst wenn man laut Auswertung alles richtig hat, kommt man teilweise nur auf 21/30 Punkten.
- Beim Sprachteil funktioniert die Aufnahme nicht, obwohl mein Laptop ein Mikrofon hat. Ich habe mir dann mit der Sprachaufzeichnung am Handy beholfen.
- Beim Schreibteil funktioniert die Pause-Taste nicht, die Zeit läuft einfach weiter.
Das Buch selbst kann man sich eigentlich schon fast sparen, was soll man mit abgedruckten Tests, wenn man die CD hat? Der einleitende Teil ist ziemlich ausführlich, aber es ist auch alles dreimal beschrieben. Die Hilfen zum Lese- und Hörverstehens-Teil finde ich auch einigermaßen überflüssig, wie man ein paar Notizen macht, sollte jeder schon wissen. Ganz hilfreich dagegen die Ausführungen, was genau im Sprach- und Schreibe-Teil verlangt wird bzw. wie man am besten seine Antworten organisiert, damit man im vorgegebenen Zeitrahmen die geforderte Wortzahl erreicht.
Jetzt zu ein paar Unterschieden zwischen den CD-Tests und dem echten TOEFL. Ich weiß zwar nicht, inwieweit sich das verallgemeinern lässt, aber auf jeden Fall sollte niemand meinen, dass der echte TOEFL genau so sein muss, wie die Vorbereitungstests.
Die Themen der Texte und Aufgaben im Buch sind ziemlich breit gefächert, sodass eigentlich in jedem Test für jeden was dabei sein sollte. Im Schnitt fand ich persönlich so etwa jeden dritten Text wirklich inhaltlich interessant, was mich auch zum Weitermachen motiviert hat und natürlich auch dazu führt, dass einem das Verständnis und die Aufgaben leichter fallen. Im echten Toefl war das leider gar nicht so. Es kamen 5(!) der insgesamt 18 Texte bzw. Aufgaben aus einem einzigen Themengebiet (Bio), was mich so ziemlich überhaupt nicht interessiert. Spätestens nach dem dritten Text über irgendwelche Algen oder Bakterien war der echte Test inhaltlich nur noch eine Qual. Auch die weiteren Themen kamen fast alle in mehreren Aufgaben vor während es zu anderen Bereichen dann natürlich nichts mehr gab. Beispielsweise nicht eine einzige Aufgabe zu Technik oder Technologie. Hier macht die Vorbereitung eindeutig mehr Spaß als der echte Toefl.
Im Hörverstehensteil gibt es zwei Dialoge, einen zwischen Student und Professor und einen zwischen zwei Studenten. Soweit stimmen Vorbereitung und Test überein. In der Vorbereitung von Barron war es allerdings immer so, dass es hierbei um ein Problem des Studenten geht und der Gesprächspartner zwei Vorschläge macht, was der Student zur Lösung seines Problems tun könnte. In den Toefl-Dialogen gab es dagegen überhaupt kein Problem. Statt dessen nur absolut stupiden Small-Talk. Der zweite Dialog hatte inhaltlich absolutes Kindergartenniveau. Und dazu soll man dann Fragen beantworten. Auch hier macht die Vorbereitung mehr Spaß als der echte Toefl.
Die beiden unabhängigen Fragen im Speaking-Teil waren im echten Test deutlich konkreter formuliert als die meisten im Barron's, hier geht der Punkt an den Toefl, denn die konkreteren Fragen sind unter Prüfungsstress eindeutig leichter zu beantworten.
Insgesamt ist aber die Schwierigkeit der Fragen im Barron's wirklich sehr gut mit denen im echten Toefl zu vergleichen. Den Beispieltest, den man sich bei ets runterladen kann, fand ich etwas zu leicht.
Zum Vorgehen im Test habe ich noch einen Tipp: Die Zeiten sollte man einigermaßen voll ausnutzen. Wenn man einer der letzten im Raum ist, beginnen die anderen schon zu Sprechen, wenn man selbst noch Pause hat. Dann kann man denen ein bisschen zuhören, eventuell das eine oder andere Argument aufschnappen aber vor allem fällt die Hemmschwelle, loszusprechen, wenn die anderen schon reden und man schon gehört hat, dass sie auch nicht perfekt sprechen. Anschließend spricht man dann noch, während die anderen schon schreiben (und wird dafür selbst nicht beim Schreiben akustisch belästigt!).
Irgendwo hatte ich gelesen, dass die Arbeitsbedingungen im Test sehr schlecht seien. Das kann ich so überhaupt nicht bestätigen. Alle Räume waren sehr großzügig und hell gestaltet. Alles war sehr sauber, Teppichboden, große Tische, gute Stühle, neue Laptops mit guter großer Tastatur und externer Maus. Die Leute waren nett, Trinken war kein Problem, Essen wäre auch gegangen, hat aber glaube ich keiner gemacht. Es waren etwa 30 Leute im Raum und alle haben sehr konzentriert und ruhig gearbeitet, so eine Atmosphäre kann man sich in Klausuren an der Uni nur wünschen. Im Sprachteil wird es natürlich etwas laut und die Kopfhörer schirmen so gut wie nichts ab, aber der Sprachteil ist ja nicht lang.
Nach der Vorbereitung mit dem Barron's und allem, was ich im Netz so gelesen hatte, hatte ich mit einem einfachen Test und miesen Arbeitsbedingungen gerechnet. Es kam im Grunde genau umgekehrt, ansprechende Bedingungen und ein mieser Test, durch den ich mich ziemlich durchgequält habe, vor allem, weil mich die Themen der Aufgaben nicht interessiert haben und ich mir bei einigen Fragen dann auch mit den Antworten nicht sicher war.
Die Bewertung war aber sehr fair und ich habe eine gute dreistellige Punktzahl erreicht, die ich weder für meine Zwecke benötigt noch nach dem Test erwartet hätte. Sogar im Sprachteil habe ich noch ganz ordentlich Punkte bekommen, obwohl ich bei zwei von sechs Fragen nicht fertig geworden bin mit meiner Antwort (das Zeitgefühl ist in der Prüfungssituation ein anderes, als während der Vorbereitung) und bei den anderen auch einigermaßen da rum gestammelt hab. Aber wie schon erwähnt, was ich bei den anderen so mitgehört habe, hat da wohl jeder so seine Probleme und das wird dann auch in der Bewertung berücksichtigt.
Ich hoffe, ich kann mit meinen Ausführungen dem einen oder anderen etwas helfen, den Barron's im Verhältnis zum echten Toefl etwas besser einzuordnen.