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TKKG - Die besten Fälle
 
 
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TKKG - Die besten Fälle [Gebundene Ausgabe]

Stefan Wolf


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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Spannendes für kleine Krimifreunde

Deutschlands erfolgreichste Nachwuchsdetektive werden wieder aktiv. Tim, Klößchen, Karl und Gaby, genannt TKKG, müssen sich im zweiten Doppelband mit vergifteter Schokolade, einem gemeinen Hundehasser und skrupellosen Menschenschmugglern auseinandersetzen. Spannung für viele Lesestunden wird garantiert.

Über den Autor

Stefan Wolf, alias Ralf Kalmuczak, 1938 in Nordhausen geboren, studierte Germanistik, bevor er sich ganz aufs Schreiben verlegte. Der passionierte Autor arbeitete u.a. für den »Stern«, und verfasste mehr als 2.700 Kurzkrimis, viele Drehbücher, Taschenbuchkrimis und Jugendromane. Er verstarb 2007 im Alter von 68 Jahren.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

1. Tödliche Unkenntnis?
Unheil und Schrecken kündigen sich manchmal mit einem Lächeln an.
Jedenfalls lächelte die Abendsonne, als Klößchen und sein Onkel Waldo bei Riedweiler über die Autobahn fuhren. Alles war friedlich - der Sommertag wie aus dem Bilderbuch.
Selbstverständlich ist Waldo ein Spitzname. Bei Klößchens Onkel handelt es sich um Dr. Waldemar Schlankbein, den Oberstudiendirektor und Leiter eines Gymnasiums in Berlin. Er war zurzeit bei den Sauerlichs, Klößchens Eltern, zu Besuch: ein großer, etwas rundlicher Herr, der sich immer sehr bemühen musste, wenn er streng wirken wollte. Vom Wesen her hätte er sich mehr zum Pfarrer geeignet. Aber Waldo war nun mal vernarrt in seine Studienfächer: Latein, Griechisch und Biologie.
Besonders mit der Biologie setzte er seinem Neffen heute zu.
"Es ist wichtig, Klößchen, dass du lernst, wie man die giftigen Pilze von den essbaren unterscheidet."
"Ich mag keine Pilze. Ich mag eigentlich nur Schokolade."
"Trotzdem ist es wichtig."
"Mir gefallen sie, wenn sie im Wald stehen. Auf dem Teller sehen sie nicht halb so gut aus."
"Trotzdem, Klößchen, zeige ich dir jetzt eine Ansammlung der gefährlichsten Pilze. Es ist nicht mehr weit. Bei einer Wanderung habe ich sie entdeckt. Auf einer Lichtung beim Schweinsbuckel-Berg. Das ist gleich hinter Riedweiler."
Na gut, dachte Klößchen. Was sein muss, muss sein. Waldo bog in eine Ausfahrt. Später schlängelte sich die Straße durch den Wald. Sie hielten vor einem Weg, der unter dunklen Fichten verschwand.
"Eine kleine Strecke müssen wir laufen", sagte Waldo.
Sie liefen. Wo der Weg feucht war, ballten sich die Mückenschwärme. Waldo boxte sich durch. Klößchen blieb hinter ihm.
Sie erreichten die Lichtung. Waldo bahnte sich seinen Weg durch Farne. Drüben auf der anderen Seite verhoffte ein Rehbock. Er fühlte sich bei der Vorspeise zum Abendessen gestört. Ärgerlich zog er sich unter die Bäume zurück.
"Hier stehen sie, die Giftzwerge!", rief Waldo mit einem zwölf Zentimeter breiten Lächeln. "Es sind genau 25 Knollenblätterpilze. Was sie so gefährlich macht, ist ihre..."
Er stockte. Er war stehen geblieben vor einem feuchten Wiesenstück, beugte den Kopf und stierte zu Boden.
"Sind offenbar sehr winzige Pilze", sagte Klößchen. "Jedenfalls sehe ich keine."
"Um... Gottes willen!", ächzte Waldo. "Die Knobläts sind weg."
"Wie bitte?"
"Die Knollenblätterpilze sind weg. Knobläts - ist meine Abkürzung. Hier sieh! Nichts! Nichts! Nur noch Stummel im Boden. Mit glatten Schnittflächen. Das bedeutet, ein Pilzsammler hat sie abgeschnitten. Alle 25, die ganze Kolonie! Wahnsinn!"
"Meinst du, der Sammler isst sie?"
"Was sonst?"
"Also ein Selbstmörder?"
"Nein. Ein Dummkopf, der sich irrt. Die Knobläts ähneln den Wiesenchampignons. Man kann sie verwechseln. Die einen sind tödlich, die anderen ein Hochgenuss."
"Da wird die Butter in der Pfanne verrückt. Pilze werden doch in Butter gebraten?"
Waldo sah seinen Neffen an, als spreche der plötzlich ein Kauderwelsch aus Legionärs-Latein und Alt-Griechisch.
"Man kann sie auch kochen. Klößchen, wir müssen eingreifen. Der Pilzsammler bringt sich um - und vielleicht seine ganze Familie!"
Waldo bückte sich und beäugte die Schnittstellen.
"Ziemlich frisch. Jedenfalls von heute. Jetzt heißt es: Beeilung!" Er richtete sich auf, machte kehrt und begann zu rennen, was aber nicht seine Stärke war.
"Wo sollen wir ihn denn suchen?", rief Klößchen, während er zu seinem Onkel aufschloss. "Ah, weiß schon. Die Polizei muss verständigt werden. Dann gibt's Radio-Durchsagen. Und Warnungen im Fernsehen. Der unbekannte Pilzsammler, der heute bei der Schweinsbuckel-Lichtung die Wiesenchampignons geerntet hat, soll sich des Verzehrs enthalten. O weh! Wenn der Typ nun kein Radio hat und die Glotze nicht einschaltet - dann ist die Vergiftung sein unabänderliches Schicksal."
"Grauenvoll!", keuchte Waldo - und schlug nach den Mücken. "Schnell müssen wir jetzt sein. Schnell das nächste Telefon erreichen. Am besten in Riedweiler. Nein! Gesterburg liegt günstiger. Dort ist die Autobahn-Raststätte."
Aufgewühlt vom Joggen zitterten Waldo die Hände. Erst ließ er den Autoschlüssel fallen. Dann zerkratzte der Schulleiter den Autolack, statt die Tür aufzuschließen. Klößchen half. Fahren konnte Waldo noch. Nichts wie hin zur Autobahn ! Und dann auf den Rückweg!
Grässlich!, dachte Klößchen. Den Pilz-Tod zu sterben ist sicherlich mit fürchterlichen Bauchschmerzen verbunden. Für Schokoladen-Fans wie mich ist das ganz schlecht. Da versagen die Geschmacksnerven.
Auf der Autobahn war nichts los. Vielleicht lag's an der Abendstunde.
Klößchen klappte die Sonnenblende herunter und sah in den Make-up-Spiegel. Die Augen weiteten sich.
"Onkel Waldo! Wir sind gerettet. Der Pilzsammler kriegt jetzt seine Warnung viel schneller. Hinter uns ist die Polizei."
Der Oberstudiendirektor warf einen Blick in den Rückspiegel. Tatsächlich! Ein Polizeiwagen näherte sich. Für einen Moment gleißte die Windschutzscheibe im Sonnenlicht. Waldo konnte nicht sehen, ob der Wagen vollbesetzt oder ob nur der Fahrer drin war.
Muss mich bemerkbar machen, dachte er.
Zzzziiiisch! - war der Streifenwagen vorbei. Gerade wollte der Schulleiter blinken und den Arm raushängen zum Fuchteln, als sich das Polizeiauto vor den Mercedes setzte.
"Na, sowas!", sagte Klößchen.
Er meinte die Leuchtkelle.
Der zweite Polizist - nur zwei waren drin - hielt sie aus dem rechten Fenster und bewegte sie auf und ab. Gleichzeitig bog der Streifenwagen in die Einfahrt zu einem Rastplatz. Ein Wall aus Büschen und Bäumen trennte ihn von der Autobahn. Und damit der pflanzlichen Dichte kein Missbrauch angetan wurde, zeigte ein Schild an: Nächstes WC - Raststätte Gesterburg - 12 km.
"Bin ich etwa zu schnell gefahren?", murmelte Waldo. "Auch egal. Die Knobläts sind wichtiger."
Unter den Bäumen des Rastplatzes herrschte Dämmerlicht.
Waldo hielt hinter dem Streifenwagen.
Die beiden Polizisten stiegen aus und kamen mit schnellen Schritten heran: jeder zu einer Tür.
Nanu, dachte Klößchen. Wieso grinsen die so? Und beide sehen gleich aus. Wie Zwillinge. Zumindest ihre Gesichter.
Der eine war groß und hager, der andere bullig. Gleichzeitig beugten sie sich in die Fenster. Klößchens Blut erstarrte. Ebenso erging's dem Onkel.
Die grinsenden Gesichter waren keine Gesichter, sondern Masken, Gummimasken, die man sich über den Kopf zieht wie eine zweite Haut - samt angeklebter Frisur. Im Zwielicht war das erst aus der Nähe zu erkennen. Zumal sich beide ,Polizisten' die Uniformmützen tief in die Stirn gezogen hatten.
"Überfall!", sagte der Hagere. Er legte die Hand auf die Pistolentasche. "Keinen Widerstand! Sonst werden wir ungemütlich. Aussteigen!
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