Indiana Jones, auch bei der jüngeren Generation spätestens durch den 2008 erschienen Film "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" bekannt, ist ein Archeologe und Abenteurer, der es faustdick hinter den Ohren hat. Eine Figur, die sich seit 1980 solcher Beliebtheit erfreut, dass sie bereits 1982 Videospiele gewidtmet bekam. Diese Spiele sind der Grund, warum die Spiele der Spielesammlung als "Indy 3, 4 & 5" bezeichnet werden und nicht als 1,2 und 3.
Zu Indy 3 "... und der letzte Kreuzzug"
Das Spiel basiert auf den gleichnamigen Film. Dem entsprechend kennt man die Geschichte des Spiels, wenn man den Film kennt. Jedoch gibt es (logischerweise) einige Neuheiten und Änderungen im Spiel, die es vom Film unterscheiden. So ist es auch für einen Kenner des Films nicht unbedingt einfacher das Spiel zu lösen.
Dieses ist ein Klassiker von einem Point&Click Adventures. Da es bereits 1989 erschienen ist, ist die Graphik nicht mit der von heute zu vergleichen. Das ganze Spiel ist 2D und recht pixlig für das verwöhnte Spielerauge. Doch das mindert nicht im Geringsten das Spielvergnügen des Adventures. Viele Rätsel und witzige Dialoge versprechen Spiel- und Knobelspaß bis zum Schluß.
Einziges Manko an diesem Spiel: Boxkämpfe sind relativ schwer für Anfänger zu bewältigen.
Zu Indy 4 "The Fate of Atlantis"
Aussehen und Spielweise ähneln hier deutlich dem Vorgänger. Jedoch glänzt der vierte Teil durch eine eigene Storyline, die sowohl Spannung, Abenteuer als auch Action verspricht.
Zur Handlung: Das Spiel beginnt mit einem "Kurztutorial", wenn man es so nennen mag. Indy findet sich auf dem Speicher der Universität wieder, auf der Suche nach einer kleinen Statue von der ihm sein Freund Markus erzählt hat. Der Spieler wird durch diesen Vorspann in die Point&Click-Spielweise eingeführt. Unterschied zum Vorgänger besteht lediglich daraus, dass das Inventar nun nicht mehr mit Worten, sondern mit Bildern beschrieben wird. Nach dem Indy die Statue gefunden hat kehrt er in sein Büro zurück, in dem sein Auftraggeber und sein Freund Maruks bereits warten. Der Auftraggeber flüchtet nach einem kurzen heftigen Gerangel aus dem Büro und Indy und Markus finden heraus, dass es sich dabei um einen Deutschen Soldaten gehandelt hat. Da wir im Spiel das Jahr 1945 haben, ist Deutschland noch von den Nazis regiert, weshalb Indy sofort eine Machenschaft des dritten Reiches dahinter vermutet. Um das Rätsel um die geheimnisvolle Statue zu lösen, sucht Indy seine alte Bekannte Sophia Hapgood auf. Sophia spielt in mehrer Hinsicht eine Schlüsselrolle in diesem Spiel. Denn das Spiel hat eine Multiple-Choice-Funktion. Es kann auf insgesamt drei Varianten gespielt werden. Am Ende treffen sich jedoch alle drei Spielstränge auf Atlantis wieder. Je nach Spielvariante wird Indy von Sophia auf seinem Abenteuer begleitet, oder er geht allein. Die anderen beiden Spielweisen variieren im Schwierigkeitsgrad und in den Dingen, die man tun muss.
Fazit: Auch dieses Spiel ist sehr Rätsellastig und strahlt mit Witz und Spannung. Die wenigen Boxkämpfe im Spiel sind zwar genauso schwer wie im Vorgänger, jedoch können sie kurzerhand übergangen werden, in dem man die Nulltaste auf dem Nummernblock drückt. Dementsprechend, hier absolut keinerlei negative Kritik.
Zu Indy 5 "...und der Turm von Babel"
Indy 5 trennt die Spielerwelt in zwei Lager. Anhänger der alten Adventure können sich für dieses Spiel nur mäßig begeistern. Anhänger von Actionspielen mit leichter Rätselkost hingegen werden ihre Freude an diesem Spiel haben.
Graphik und Spielweise:
Der fünfte Teil von Indiana Jones hebt sich deutlich von seinen Vorgängern ab. Das ganze Spiel wurde in 3D gehalten, die allerdings noch in den Kinderschuhen steckte, weshalb alles sehr eckig wirkt. Große Unterschiede findet man in der Bedienung von Indy. Die Maus hat ihre Funktion gänzlich verloren, Indy wird bequem mit der Tastatur bedient. Auch neu das Inventar, welches nun nicht mehr fester Bestandteil des Bildschirmes ist, sondern immer wieder aufgerufen werden kann. Auch neu im Vergleich zum Vorgänger: Der Gebrauch von Waffen. Das ist auch der Grund weshalb sich die Geister hier scheiden. Auf Kosten der Rätsel wurden mehrere Actionfragmente hinzugefügt. So kann Indy nun renne, springen, klettern, Jeep und Minenloge fahren und auf bewaffnete Sowjets, wie auch auf große und kleine Tierchen schießen wie er mag. Kritiker mögen an dieser Stelle ein abfälliges "Tomb Raider" hüsteln, was durchaus nicht von der Hand zu weisen ist... ABER: Durch einfache Kameraführung ist Indy 5 wesendlich leichter zu steuern.
Zur Handlung:
Wie bereits erwähnt sind diesmal nicht die Nazis Indys schlimmster Feind, sondern Sowjets die, angeführt vom Professor Gernadi Volodnikov, versuchen mit der Macht des Turms von Babel sich einen Vorteil im Krieg zu verschaffen. Der Gott Marduk soll zur Zeit des Turms von Babel veranlasst haben eine Maschine zu bauen, die eine verborgene Macht einer anderen Dimension besitzen soll. Indy versucht die Russen aufzuhalten und sucht dafür die Maschinenteile, die auf der ganzen Welt verstreut sind. Auch dieses mal wird Indy immer wieder mal von Sophia Hapgood begleitet, die diesesmal jedoch keine aktive Rolle spielt. Sie bewegt sich lediglich in Videosequenzen. Insgesammt ist das Spiel in 16+1 Kapitel aufgeteilt, die unterschiedlich lang und schwer sind. Dabei trifft Indy auf bösartige Kreaturen, die es mit den Fähigkeiten der einzelnen Maschinenteile zu besiegen gilt.
Fazit:
Pro:
- Der bis dahin längste Teil der Indy-Serie
- ein Extra-Level mit Anlehnung an den Film "Jäger des verlorenen Schatzes" = noch mehr Spielspaß
- einfache Bedienung, durch gute Kameraführung
- Sprachausgabe mit Original "Indiana Jones-Stimme"
- Schnellspeicherung
Contra:
- kaum noch wirklich knifflige Rätsel
- neigt häufiger zu kleineren Bugs
- das Waffenarsenal vom Revolver bis zur Panzerfaust passt nicht zu einem Adventure
Allgemeines Fazit zum Dreier-Pack:
Da kaum noch jemand einen 386-er oder gar 286-er PC mit MCDOS besitzt empfielt es sich zum Spielen mit Windows XP und Vista die kostenlose Software "SCUMM-VM" runterzuladen. Diese ermöglicht es leicht alle alten LucasArts-Adventure auf neuen PC'S zu spielen (auch Monkey Island, Loom, SAM&MAX, etc...). Für Indy5 wird dieses jedoch nicht benötigt.
Dieses Spiele-Packung sollte sich kaufen, wer auf knifflige Rätsel steht, die sowohl unterhaltsam als auch witzig sind. Profis schaffen Teil 3 und 4 in jeweils 2 Stunden, jedoch Neulinge des Spiels und des Genres dürfen eher mit 5 bis 10 Stunden pro Spiel rechnen. Der 5. Teil nimmt wesendlich mehr Zeit in Anspruch.
Ich persönlich empfehle den Kauf der gesammten Box, da die einzelnen Spiele inzwischen durch Sammlerwert allein genausoviel kosten, wie die ganze Packung zusammen. Lediglich der 5. Teil ist noch zum vernüftigen Preis einzelnd erhältlich.
Zum Schluß: Vielen Dank für's Lesen und viel Spaß beim Spielen