Alles fängt mit einem Abend unter Freunden in einer kleinen Kneipe in Conkers Welt an. Einem Abend an dem viel Alkohol fließt. So kommt es, dass Conker die Saufbude erst verlässt als er schon einen, oder auch zwei, über den Durst getrunken hat. Auf dem Weg nach Hause dreht sich alles in ihm nur noch und er erwischt die falsche Abzweigung. Wie sich herausstellt ein fataler Fehler. Denn in dieser Welt singen riesige Scheißhaufen, Sonnenblumen haben riesige Brüste, Teddiebären tragen Maschinengewehre und Zombies werfen sich euch an den Hals. Obwohl Conker mit seinen derben Sprüchen wohl sehr gut in diese Welt hineinpassen würde, will er verständlicherweise nur nach Hause und seinen Kater ausschlafen. Doch dafür braucht er Geld, denn ohne das geliebte Geld kommt er nicht weiter. Zu allem Übel ist König Panthers auch noch ein Bein seines Throntisches kaputt gegangen. Als ob Conker nicht schon genug Probleme hätte, hätte ein rotes, flauschiges Eichhörnchen genau die richtige Größe um als Tischbein zu fungieren. Im Einspieler-Modus geht es in Conker's Bad Fur Day meistens zu wie in einem normalen Jump'n Run á la Super Mario. Conker springt, kriecht, klettert, schwimmt und läuft per Controller-Stick stufenlos verstellbar schnell. Doch das ist bei weitem nicht alles. Wenn es die Situation erlaubt, lässt Conker seine Bratpfanne, die er im normalen Spielverlauf immer bei sich trägt, fallen und greift z.B. zum Maschinengewehr um an Geld zu kommen. Dabei wird er von der etwas nervenden Kamera stets in 3rd-Person-Perspektive gezeigt. So läuft er durch verschiedene Welten, die alle mit einer Oberwelt verbunden sind. Durch diese Oberwelt, Windy, erreicht er Kriegsszenarien, dunkle Schlösser, Urmenschendörfer und vieles mehr. Glücklicherweise sind diese Spielgebiete nicht so unübersichtlich ausgefallen wie bei z.B. Donkey Kong 64, sondern sind in verschiedene Spielabschnitte unterteilt, die man nacheinander durchlaufen kann. Bei all seinen Aktion, die Conker in seinem Abenteuer vollführt, rüttelt auch ab und zu das Rumble Pak an eurem Controller. Dieses wird leider im Spiel nur selten genutzt; nicht einmal wenn ihr aus großer Höhe stürzt beginnt es zu rumbeln. Vielmehr wird das Pak in den Cut-Szenen eingesetzt um große Endgegner besser zu präsentieren. Bei allen Schwierigkeiten, die Conker im Verlaufe des Spiels zu lösen hat, sieht er aber gar nicht mal so schlecht aus. Er selbst zeigt, wie alle anderen Figuren des Spieles auch, eine sehr ausgepfeilte Mimik. So kann man Lippenbewegungen synchron zur Stimme, als auch Augen, die Freude, Leid und Ekel widerspiegeln, bewundern. Obwohl man die Grafik also nicht gerade als detailarm bezeichnen kann, ist die Blicktiefe gewaltig. Nicht die kleinste Nebelschwade ist im ganzen Spiel zu sehen. Leider leidet unter dieser Blicktiefe auch die Framerate des Spiels. Im Einspieler-Modus kommt es zwar nur selten zu größeren Rucklern, als flüssig kann man die Grafik-Engine aber nicht bezeichnen. Im Mehrspieler-Modus sieht die Sache aber schon wieder ganz anders aus. Das größte Problem ist hierbei die Auflösung des Spiels. Denn aufgrund des frühen Entwicklungsstartes des Spiels konnte man das Expansion Pak nicht mehr unterstützen, Conker ist also nur in der mittleren Auflösung des N64 spielbar. Dies führt im 4-Spieler-Modus zu Sichtproblemen, im Einspielermodus stört die niedrige Auflösung allerdings weniger, da die Grafik ansonsten zum Besten gehört, das das N64 zu bieten hat. Nicht nur die Grafik, sondern auch der Sound steigert die Atmosphäre gewaltig. Alles beginnt mit normaler Dudelmusik, wie man sie aus normalen Jump'n Runs kennt, steigert sich jedoch zu furchteinflößenden Horror-Musiken, großartigen Kriegsgeräuschen oder ekligen Furz-Szenarien. Darüber hinaus sind alle der etlichen Cut-Szenen perfekt synchronisiert. Leider, oder vielleicht auch zum Glück, jedoch nur in englisch. Denn, die englische Synchronisation führt zwar wahrscheinlich bei vielen zu Verständnisproblemen, bei einer deutschen Synchronisation wäre aber wahrscheinlich der ganze Sprachwitz des Spiels verloren gegangen. Und davon hat Conker nicht gerade wenig zu bieten.