Ich besitze das "Das Teubner Handbuch Vegetarisch", 1. Auflage 2010.
Noch nie zuvor habe ich mich auf ein Kochbuch so sehr gefreut und noch nie wurde ich so enttäuscht.
Einige Punkte, die mir - ohne großes "Korrekturlesen" - beim einfachen Durchblättern sofort
aufgefallen sind und die ich (mit einer Liste weiterer Punkte) an die Teubner-Redaktion gesandt habe:
- die Verwendung von Gelantine hat in einem vegetarischen Kochbuch nichts zu "suchen" (siehe S.190,
S.385)
- Butter wird angeblich bei Vegetariern nicht verwendet (S.244). Dies ist bei Veganern der Fall,
nicht aber bei Vegetariern.
- Bei dem Pestorezept auf Seite 342f ist keine Angabe zu der möglichen Dauer des Aufhebens gemacht
(so wäre der Hinweis auf eine luftdichte "Verpackung" mit Öl bedeckt hilfreich).
- Im Register sind zu wenig Stichworte aufgeführt, das gezielte Suchen und Finden ist so sehr
schwer.
- Mir erschließt sich nicht, weshalb Paprika und Tomaten in sehr vielen Rezepten gehäutet werden
müssen. Meines Wissens sitzten direkt unter der Haut die Meisten Vitamine. Welche Vorteile hat das Häuten?
- Die meisten Gerichte sind an sich schon sehr fetthaltig. Zudem wird sehr viel frittiert, das habe
ich bisher in keinem anderen vegetarischen Kochbuch gelesen.
- Mit der Verwendung von Fischsauce (s.S. 199) machen Sie sicher keinem Vegetarier eine Freude,
höchstens einem Pecetarier.
- Bei 80°C in Frischhaltefolie zu garen (S.212) kann wohl ganz praktisch sein, aber auch leicht
gefährlich werden (erhitzter Kunststoff).
(...)
Diese (und andere) Kritikpunkte habe ich wie oben geschrieben der Teubner-Reedaktion mitgeteilt und bekam auch rasch eine Antwort:
*Das Buch wird derzeit überarbeitet.
*Das Buch soll nicht zur gesunden Ernährung beitragen (daher wird auch viel frittiert, gehäutet oder ungesund zubreitet)
*Das Buch soll den Genuß in den Vordergrund stellen. Alltagstauglich soll es explizit nicht sein.
Sehr schade finde ich es, wenn ein HANDBUCH Vegetarisch selbst gar kein alltagstaugliches Handbuch sein will und definitiv nicht-vegetarische
Zutaten verwendet werden. Jeder, der sich mit dem "Vegetarierdasein" nicht auskennt und einem Vegetarier eine Freude machen möchte in dem er
vegetarisch kocht, kann mit diesem Buch (1. Auflage 2010) leicht ins Fettnäpfchen treten. Neu-Vegetrarier erhalten keinerlei Informationen über
eine ausgewogene, vegetarische Ernährung (denn nur das Fleisch wegzulassen reicht ja auf Dauer nicht). Für ein Handbuch sehr mager.
Von mir gibt es zwei Punkte. Für nettes Layout, einige schöne Rezept-Anregungen und einen tollen Leserservice.