Lange habe ich auf den T101MT gewartet, da ich ein Touchscreen Notebook/Netbook suchte welches für die Uni geeignet und auch noch bezahlbar ist. Der Markt für Netvertibles ist zurzeit noch überschaubar und so kann ich sagen, dass der 101 im Moment (März 2010) das beste Gerät ist, welches im Preissegment von unter 600 ¤uro erhältlich ist.
-Verarbeitung|Umfang|Technisches
Dies liegt vor allem an der herausragenden Verarbeitungsqualität. Asus hat aus dem Vorgänger T91 gelernt und erst mal das Gehäuse überarbeitet. Das ist nun matt (kein Klavierlack der Finger- und Handabdrücke magisch anzieht, yay!) hat ein solides Scharnier für den Tablet-Mode und fühlt sich allgemein sehr wertig und widerstandsfähig an. Der Akku, welcher übrigens nun austauschbar ist, soll bis zu 6,5 Stunden halten, was meiner Meinung nach übertrieben ist; 4,5 - 5 Stunden sind da realistischer (mit allem Abschaltbaren (WLAN, BT) und Helligkeit des Displays auf niedrig ist vielleicht mehr drin).
Neben Netbook, Akku, dem zugehörigen Netzteil und einer Support DVD, liegen allerdings keine Extras in der Box. Die obligatorische Eee PC Tasche muss ich also nachkaufen.
Noch kurz zum Innenleben des Netbooks: der 101 hat einen WLAN und Bluetooth Adapter, angeblich auch ein voreingebautes 3G Modul (hab ich noch nicht überprüft, aktualisiere die Rezension demnächst).
Edit: Hat kein 3G Modul, lässt sich aber glaub ich nachrüsten (bin ich mir nicht sicher, allerdings ist unter dem Akku sichtbar das BT-Modul, was sich ja theroretisch austauschen lassen würde.
Die Tastatur ist griffig und hat einen sehr guten Tastenanschlag, das fast überflüssige Touchpad unterstützt Multitouchgesten.
Nervig sind allerdings die kleinen Buttons am Display. Der ON-Schalter ist sehr fummelig, ebenso wie der Rotate-Button, der fast nur mit einem Kugelschreiber zu drücken ist. Sowas muss nicht sein, auch wenn es sich um ein Touchscreen Netbook handelt!
-Display|Touchfunktion|Software
Nachdem Anschalten muss man erstmal eine 15-20 minütige Installation und noch einen Reboot über sich ergehen lassen - sehr nervig sowas! Während man dann am warten ist fällt auf, dass das Display (nicht spiegelnd) durch den resistiven Touchscreen etwas milchig wirkt, da bei dieser Technologie 2 "Scheiben" übereinanderliegen (drucksensitiv, somit besser für Stifteingabe als für Finger Bedienung). Entfernt man sich vom Display fällt dies nicht auf, es ist aber evtl. für manche Menschen gewöhnungsbedürftig. Die Helligkeit des Displays ist gut, Farben sind aber eher mittelmäßig, was wohl auch am resistiven Screen liegt.
Hat man es dann ins Windows geschafft, ist man zunächst total enttäuscht. Das System läuft langsam, schleicht förmlich, überall irgendwelche Popups und Registriermist. Ein Blick in den Softwaremanager verrät auch warum: zig Demos (Office 2007, Trend Micro?) und Asus Software Müll sind bereits installiert und verlangsamen das System nur unnötig. Für mich als Informatiker gibt's da nur eins: formatieren und System neu aufsetzen. Nachdem ich wieder alles nötige für die Touchscreen Funktionen installiert hatte, merkte ich nur eins: das System kann durchaus schnell sein, wenn man es denn lässt.
Alles reinstalliert, alles läuft - Zeit zum rumspielen! Als erstes: der Touchscreen macht einfach nur Spaß und ist vor allem super praktisch. Der 101 eignet sich super als Couch PC, einfaches surfen und lesen oder eine Partie Schach für zwischendurch. Aber auch zum arbeiten überzeugt der Asus: die Tastatur ist auch für längere Tipporgien geeignet, die Handschrifterkennung im Tablet-Mode funktioniert tadellos; selbst bei meiner grottigen Handschrift erkennt Windows die Buchstaben. Um den Handballen beim schreiben aufzulegen, muss man den Penwrite Modus aktivieren, dann ist es möglich auch längere Texte entspannt schreiben. Für die Uni ist er also gut geeignet; ich empfehle MS OneNote, welches die Standardfunktionen von MS Journal wertvoll ergänzt (Notizen, Anmerkungen, usw.).
Allerdings muss ich erwähnen, dass ich den Touchscreen fast ausschließlich mit Stylus oder Fingernägeln bediene, da die Windowsoberfläche teilweise einfach zu klein für meine Finger ist und man mit dem Stift meist deutlich besser navigieren kann. Tipp: Für viele Programme wie z.B. Firefox gibt es mittlerweile spezielle Touchscreen Addons, welche Gesten und spezielle Oberflächen einfügen - einfach mal googeln! Dann kann man auch mit den Fingern auf dem Screen gut arbeiten.
Was mir persönlich sehr gut gefällt, ist das Asus Mini Betriebssystem "Express Gate" (wenn man es schafft den winzigen Button zum starten zu drücken), welches in 3-4 Sekunden bootet und Zugriff auf wichtige Programme wie Browser oder Skype liefert.
-Fazit
Der Asus T101MT ist einfach toll! Egal ob beim surfen oder arbeiten, die Touchscreen Steuerung macht einfach Spaß und funktioniert vor allem sehr gut. Hat man Windows erst einmal formatiert oder wenigstens entmüllt, läuft der Asus auch schnell genug um alle gängigen Programme fix zu starten (MS Office, FF Browser, etc.). Von mir eine 5 Sterne Empfehlung an alle die mit einem Netvertible liebäugeln oder eins suchen!