Zunächst einmal: Der Stick funktioniert, wie beschrieben, ganz einfach. Man schliesst ihn an, er sucht nach Firmwareupdate und installiert die Software für die Einwahl. Alles wird gleich automatisch auf den neuesten Stand gebracht. Immerhin hatte ich eine Verbindungsgeschwindigkeit von max. 16 Mbps.
Hat aber nur knappe 2 Monate gedauert und der Stick macht keinen Mucks mehr.
Jetzt geht der Ärger los, denn im Telekom-Laden verweist man an den Internethändler. Dieser verweist an die Firma Arvato, die für Telekomprodukte den Service abwickelt. Diese verweist an deren Telekomabteilung. Diese sagt, ich solle den Stick mit Quittung und Fehlerbeschreibung zu ihnen schicken.
Heute dort angerufen, heisst es, der Stick ist unrepariert auf dem Weg zurück zu mir. Als Privatperson dürfen sie von mir gar keine Hardware annehmen. Ich soll bei der Telekomhotline anrufen und bekomme eine VO-Nummer. Die verweist mich an den Händler, denn VO-Nummern bekomme nur der Vertrieb und keine Privatperson. Der Händler sagt, ich soll den Stick halt zu ihm schicken.
Ich habe schon ein SE-Handy beim Elektronik-Markt vor Ort ohne Kaufbeleg zur Reparatur abgegeben. Das habe ich innerhalb 2 Wochen kostenlos repariert zurück bekommen. Es hat für den Servicemitarbeiter ausgereicht, zwei Sekunden auf die Seriennummer zu schauen. Da das Gerät nicht älter als zwei Jahre war, hatte es noch Herstellergewährleitung.
Ich habe schon ein Fahrrad gekauft, bei dem die Sattelstange brach. In irgendeinem anderen Laden in Deutschland die Stange reklamiert und der Verkäufer drückt mir, ohne eine Quittung sehen zu wollen, eine neue Stange in die Hand. Der kann die einfach beim Hersteller reklamieren und bekommt eine neue.
Noch ein besseres Beispiel: Eine defekte Logitech Maus. Beim Support angerufen, Kaufbeleg nicht aufzufinden. Der Telefonsupport benötigt lediglich die Seriennummer um festzustellen, dass die Maus nicht älter als 5 Jahre ist und schickt mir sofort eine neue und bessere Maus, da meine Maus nicht mehr hergestellt wird. Er lässt sich von mir nur zusichern, dass ich ihm den abgeschnittenen USB-Stecker des Senders und den Akkufachdeckel mit der Seriennummer zuschicke, auf Vertrauensbasis.
Wer ein iPhone besitzt und es, wie ich, schon zweimal umtauschen musste, weiss auch, wie schnell und einfach das Austauschgerät beim Kunden ist. Jetzt ist der Stick zwar kein iPhone, aber immerhin der Mercedes unter den Surfsticks. Du wirst aber behandelt, als ob du einen Kaugummi aus dem Automaten gezogen hättest.
Der Stick ist in Deutschland aber exklusiv bei der Telekom erhältlich.
Warum vertreibt ein Unternehmen ein Gerät exklusiv, wenn es ihm am Ende doch egal ist, ob der Kunde damit zufrieden ist und ob er es nutzen kann. Ich bin sogar Geschäftskunde bei der Telekom und nutze den Stick mit einer Datenflat aus deren Haus. Vielleicht sollte man das in die Entscheidung über zukünftige Verträge bei der Telekom mit einfliessen lassen?
Ein Speedstick LTE kann nicht älter als zwei Jahre sein, da er im Juli beim Telekom-Laden vor Ort nämlich gar nicht erhältlich war. Da kannten die den noch gar nicht, wenn ich danach gefragt habe.
Deshalb habe ich ihn im Internet bestellt.
Warum kann der Telekom-Laden kein Telekom-Produkt kundenfreundlich tauschen? Die bekommen doch dafür einfach ein neues Gerät im Austausch. Stattdessen habe ich damit seit zwei Wochen keinen Internetzugang.
Man muss sich mal vorstellen, dass das Gerät gerade von der Firma, die den bundesweiten Service für Telekom-Produkte durchführt, per UPS an mich zurück kommt. Ich schicke es jetzt wieder an den Händler, der es dann wieder dorthin schickt. Und alles, weil eine Nummer, oder weil irgendein Wisch gefehlt hat.
Der Stick lag wahrscheinlich direkt neben diversen anderen funktionierenden Geräten. Es wäre ein Leichtes gewesen, einen funktionierenden Stick einzupacken und die neue IMEI-Nummer zu registrieren.
Stattdessen hat man drei neue Aufkleber gedruckt, die jetzt auf dem Karton prangen, mit Lieferschein-Nr, ein Zubehör-Label und eine Warranty Reject-Nummer. Dann haben die noch zwei DIN-A4 Seiten mit Erklärungen, etc. geschrieben, weil das Gerät bei denen in der Vodafone-Abteilung gelandet ist.
Ist das alles mein Problem?
Das ganze schreibe ich für Interessenten von Telekom-Produkten. Sie können dann selbst entscheiden, ob sie sich das antun möchten oder sich den einen oder anderen Umweg sparen, weil das totaler Unsinn ist, was die Leute am Telefon erzählen.
Ich sollte mir eigentlich den Spaß machen und zum MM fahren. Vielleicht finde ich dort wieder den kundigen Service-Mitarbeiter, der weiß, wie man so eine Sache kundenfreundlich lösen kann...
...und DHL und UPS-Aktien kaufen!