Wasser ist Leben, nicht nur für uns Menschen, sondern auch für die Pflanzen in unserem Garten.
Das Leitungswasser der städtischen Wasserversorgung kostet bei uns etwas mehr als ¤ 1,00 pro m³ (1000 Liter), und dann noch mal ca. ¤ 2,00 wenn es in den Kanal fließt (die Aufbereitung ist ja aufwändiger). Das war vor einigen Jahren der Anlass, billigeres Wasser für unseren Garten zu suchen.
Auf unserem Grundstück war bereits ein Brunnen vorhanden und daher war ICH als Handwerker gefordert, die paar Meter vom Brunnen zu den Pflanzen zu überbrücken. Dazu habe ich die Gartenpumpe T.I.P. GP 3000 INOX vor einigen Jahren beim Baumarkt obi gekauft, für ca. ¤ 70,00.
Der Gardena Saugschluch kostet dzt. ca. ¤ 25,00, das werde ich vor einigen Jahren wohl auch dafür bezahlt haben.
*** Die Inbetriebnahme ***
Da es sich um eine Gartenpumpe und KEINE Tauchpumpe handelt, bleibt die Pumpe im Trockenen und von der Pumpe zum Wasser wird ein Saugschlauch benötigt. Die Wahl fiel auf einen original Gardena Saugschlauch mit ca. 4m. Der Saugschlauch soll natürlich ins Wasser eintauchen, da gab es das erste Problem. Leider ist der Saugschlauch - bauartbedingt - relativ steif und will lieber in der zusammengerollten Form bleiben so wie er geliefert wurde. Der Plastiksauger (das untere Ende, mit Rückschlagventil und Gitter damit keine großen Fremdkörper angesaugt werden können) ist da auch keine Hilfe, da er ebenfalls sehr leicht ist. Selbst das Befüllen des Schlauches mit Wasser hilft nicht wirklich. Deshalb habe ich mir im Baumarkt auch einen passenden Sauger aus Messing (deutlich schwerer) angesehen (je nach Ausführung zw. ¤ 10,00 und 15,00) aber dann doch nicht gekauft. Für einen Heimwerker gibt es auch eine einfachere Lösung: einen Stein an den Sauger binden! Druckseitig habe ich ein Übergangsstück für einen 3/4" (in Worten: dreiviertel Zoll) Schlauch montiert.
*** Die Pumpe ***
Die Bauart der Pumpe ist eine einstufige Kreiselpumpe, also eng verwandt mit einem Staubsauger. Der meiste Platz innerhalb des Pumpengehäuses aus rostfreiem Stahl ist mit einem Kunststoffteil ausgefüllt, das für günstige Strömungsverhältnisse sorgt. Wie ein Staubsauger ist die Pumpe selbstansaugend, aber nur aus geringer Höhe (ich schätze max. 0,5 bis 1 m - das gilt für einen leeren Saugschlauch). Für den Einsatz im Brunnen fülle ich den Saugschlauch und das Pumpengehäuse am Anfang der Saison mit Wasser. Die knapp 4 m Saughöhe sind dann für die Pumpe kein Problem. Der max. Druck ist mit 4,2 bar angegeben, das entspricht 42 m Förderhöhe.
*** Der Antrieb ***
Angetrieben wird die Pumpe mittels Kondensatormotor.
Vorteile des Kondensatormotors:
- gekapselte Bauweise,
- gekühlt wird der Motor durch ein Lüfterrad, und zwar nur von außen über die Kühlrippen,
- keine "elektrischen" Verschleißteile, wie sie etwa bei einer Bohrmaschine in Form von Schleifkohlen vorhanden sind,
- der Motor kann mit 230V Wechselstrom betrieben werden, es ist kein Drehstromanschluss erforderlich.
*** Der Betrieb ***
Die Gartenpumpe wird natürlich nur im Sommer betrieben, da können alle Frostschutzmaßnahmen entfallen. Die Förderleistung ist durchaus überzeugend, auch dank des 3/4" Schlauchs (mit einem 1/2" Schlauch kann man vielleicht das Auto waschen, aber im Garten und zum Pool füllen soll es schon etwas stärker sprudeln).
*** Das Ende ***
Nach mehreren Jahren normaler Funktion mit insgesamt vielleicht 100 oder 200 Betriebsstunden gab es dieses Jahr aber Probleme: Wasser ist aus dem Schlauch wieder zurück in Brunnen geronnen, d.h. es hat nach dem Einschalten der Pumpe kurze Zeit gedauert bis wieder Wasser geflossen ist. Das kann 2 Ursachen haben: die Pumpe oder das Rückschlagventil ist undicht. Da der Saugschlauch voll Wasser war, ist das Rückschlagventil in Ordnung.
Dann der erste Ausfall: kein Pumpengeräusch aber ein (für einen Elektriker wie mich) merkbares Brummen des Motors. Das kann ein Anzeichen für einen defekten Motorkondensator sein. Einen solchen Motorkondensator 8µF/400V~ (8 Mikrofarad, 400 Volt Wechselstrom) habe ich um ¤ 4,40 bei Conrad gekauft und eingebaut. Nun läuft der Motor wieder an. Nach etwa 2 Wochen ein weiterer Ausfall, kein Pumpengeräusch, kein Wasser. Der neue Motorkondensator (soll "locker" 5 bis 10 Jahre halten) kann es nicht sein und deshalb habe ich den Motor genauer untersucht.
Nach Abnehmen des Fingerschutzes merke ich dass das Lüfterrad klemmt. Mit leichtem Rütteln lässt sich die Motorwelle wieder drehen. Ich sehe nach dem neuen Motorkondensator, dieser ist nass, auch die Drähte sind von kleinen Tröpfchen bedeckt. Es riecht nach "Ampere", ich meine Überhitzung durch zu hohen Strom. Das Wasser kann nur vom Inneren des Motors gekommen sein. Zusammen mit der klemmenden Motorwelle ist klar: das Lager zwischen Pumpengehäuse und Motor ist undicht und defekt. Also in der Reihenfolge: undichtes Lager --> Wasser im Lager --> Rost im Lager --> Motorwelle klemmt --> Wicklung wird überhitzt. Warum der Motorschutz (siehe Typenschild) den Motor nicht vor dieser Überlastung geschützt hat, darum habe ich mich nicht mehr gekümmert. Denn nach dem weiteren Zerlegen und einem Blick auf die Wicklung war klar: es gibt kein 2. Leben für unsere Gartenpumpe. Sie wird dem Altmetallkreislauf übergeben.
*** Fazit ***
Es ist sicher gelungen, Trinkwasser durch Brunnenwasser zu ersetzen. Ob sich die Anschaffung in der kurzen Betriebsdauer wirklich gelohnt hat ist dagegen nicht sicher.
Diesen Erfahrungsbericht habe ich vor einigen Tagen auch bei ciao veröffentlicht.