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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fandorin zum Zweiten,
Von Krimifreund (Vallendar) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Türkisches Gambit: Fandorin ermittelt. Roman (Taschenbuch)
„Türkisches Gambit" ist der zweite Fandorin-Roman von Boris Akunin. Darin erscheint uns ein - äußerlich - um Jahre gealterter, innerlich gereifter, aber von großem Leid sehr verschlossener, fast mürrischer Erast Fandorin.Den Notwendigkeiten einer Serie folgend, begegnen uns Figuren aus dem ersten Band wieder; überaus geschickt knüpft Akunin an frühere Begebenheiten an, um so die notwendige Kontinuität zu schaffen. Ansonsten ist dieser Fall aber völlig anders gelagert und - mit Verlaub - auch deutlich realistischer. Vor dem Hintergrund des osmanisch-russischen Krieges schildert Akunin das Hin-und-Her des Kriegsverlaufes, das Ränkespiel von akkreditierter Journaille und Geheim-, Doppel- und sonstigen Agenten - tatsächlich wie ein großes Schachspiel, eben ein „türkisches Gambit". Man muss, zugegeben, schon ein bisschen aufmerksam lesen, sonst verliert man leicht den Überblick und weiß nicht mehr, wann sich warum und wohin das Kriegsglück gewendet hat. Die (echten oder fiktiven?) Zeitungsausschnitte, die den einzelnen Kapiteln vorangestellt sind, bieten hierbei in gewissem Maße einen roten Faden; der Abdruck von Karten des Kriegsschauplatzes bzw. eine Darstellung des Kriegsverlaufes wäre durchaus hilfreich gewesen. Insoweit also ein anspruchsvolles Buch - Hand auf's Herz: hätten Sie gewusst, dass es den „Vorfrieden von San Stefano" tatsächlich gegeben hat? Doch keine Bange, das Buch ist sehr gut lesbar und spannend, auch wenn der pfiffige Leser recht bald einen Verdacht hat, wer der mysteriöse und gesuchte „Anwar Effendi" ist. Erst im dreizehnten und letzten Kapitel löst Fandorin, der sich bis dahin eher im Hintergrund gehalten hat, kunstvoll alle Rätsel auf - bis es soweit ist, wird der Leser unweigerlich in den Bann der Ereignisse geschlagen und kann sich an den wiederum sorgfältig, liebevoll und detailreich gezeichneten Geschehnissen und Charakteren erfreuen. Die Übersetzung besorgten diesmal übrigens Renate und Thomas Reschke; gegenüber der Übersetzung des ersten Bandes (Andreas Tretner) sind aber keinerlei Brüche festzustellen. Fazit: Hut ab vor diesem wunderbaren Werk! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Anders, aber trotzdem nicht schlechter,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Türkisches Gambit: Fandorin ermittelt. Roman (Taschenbuch)
Ich fand das Buch "Türkisches Gambit", genau wie "Fandorin", überaus empfehlenswert. Es steht "Fandorin" in Sachen Spannung kaum etwas nach, langweilig wird es nie. Das Buch ist sicherlich sehr viel anders als "Fandorin", schon allein, weil es nicht aus Erasts Sicht geschrieben ist, sondern aus Warjas. Man bekommt deshalb nicht die Gedankengänge Fandorins mit, aber die sollten dem Leser durch den ersten Teil, in dem man Erast sehr gut kennenlernt, eh schon bekannt sein. Außerdem gibt es dem Leser die Möglichkeit, zu erfahren, wie Erast auf andere Leute (hier Warja) wirkt, was er für Eindrücke in seiner Umwelt hinterläßt. Zur Handlung und den Charakteren kann ich nur sagen, daß die Story spannend, zum Teil lustig und vor allem sehr präzise ausgetüftelt ist. Man trifft alte Bekannte wieder, die sich kaum geändert haben, und lernt neue, interessante Figuren kennen. Beachtenswert finde ich, wie Akunin seine Charaktere geschickt in historisch verbürgte Tatsachen einfädelt, so daß in der Tat der Eindruck eines großen Schachspiels, bzw. "Gambit" entsteht. Das einzige Manko an diesem Buch ist, daß das Ende ein wenig abrubt gestaltet ist - Fandorin kehrt zurück und hat auf einmal eine vielzahl von Beweisen in der Hand, die er zwar auch alle aufzählt; trotzdem ist die Geschichte, wie er die Beweise gesammelt hat, allzu schnell erzählt, so daß der Leser quasi keine Möglichkeit mehr hat, mitzufiebern. Trotzdem ist dieses Buch (fast) uneingeschränkt empfehelenswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Verrat an einem Nebenschauplatz der Weltgeschichte,
Von
Rezension bezieht sich auf: Türkisches Gambit: Fandorin ermittelt. Roman (Taschenbuch)
Mit seinem "Fandorin" hat Boris Akunin den historischen Krimi neu definiert. Gerade beim "Türkischen Gambit" handelt es sich mehr um einen historischen Roman als um einen Krimi. In diesem Band geht es um den russisch-türkischen Krieg 1877. Eine junge Frau, die zum Kriegsschauplatz in Bulgarien reist, um bei ihrem Freund zu sein, der in der Armee als Chiffrierer arbeitet, wird in die diplomatischen Verwicklungen vor Ort hineingezogen. Sie, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, soll dem hochrangigen Ermittler Fandorin helfen. Denn im Umfeld der russischen Heeresleitung muss es einen Verräter geben, der die russische Armee ins Verderben treiben will. Dass Anwar Effendi, ein türkischer Angehöriger der weltweiten Verschwörung vom ersten Band der Fandorin-Reihe, aus der Ferne die Fäden zieht, wird rasch klar. Aber wer spielt im russischen Lager sein brisantes Spiel?Obwohl Warja, die junge Russin, sich von Fandorin benutzt und nicht ernstgenommen fühlt, leistet sie schließlich auf eigene Faust einen wichtigen Beitrag zur Aufdeckung des Verrats ... und muss erschreckt feststellen, dass sie sich von einem raffinierten politischen Kriminellen hat "einwickeln" lassen. Lange Passagen dieses insgesamt durchaus sehr spannenden Romans widmen sich der Schilderung des Kriegsablaufs und der -Schauplätze, dem historischen Umfeld dieses Kriegs also. Dies gerät gelegentlich etwas langatmig. Fandorin, der Ermittler, ist hier eine etwas nebulöse Gestalt am Rande, eine Graue Eminenz, die geisterhaft immer zur rechten Zeit am rechten Ort auftaucht. Das wirkt ein bisschen aufgesetzt bis unglaubwürdig. Da die Geschichte insgesamt jedoch sehr interessant konzipiert ist und wirklich aufregende Unterhaltung bietet, und weil der Charakter Warja sehr authentisch gezeichnet wird, vergebe ich trotzdem vier Sterne und empfehle das Buch - an Leute, die neugierig auf einen historischen Roman mit leicht kriminalistischem "Touch" sind ... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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