Türkei Urlaub ist für die meisten Deutschen Sonne, Strand und Pauschalreise. Aber die Türkei hat viel mehr zu bieten. Zum Beispiel eine Seenplatte auf tausend Meter Höhe mit einigen Seen in der Größe des Bodensees, eine Vielzahl von antiken Städten - eine Stadt, die „nur" tausend Jahre alt ist, gilt hier als jung - atemberaubende Gebirgslandschaften direkt hinter der Küste, die sich hinter der Schweiz nicht verstecken müssen, eine herzliche Gastfreundschaft und eine Küche, die keineswegs nur Kebab kennt, sondern vielfältig wie die französische ist.
Michael Bussmann und Gabriele Tröger haben darüber einen Reiseführer geschrieben, kenntnisreich, mit Abrissen der Geschichte der Altertümer ebenso wie mit aktuellen Hoteltipps. Und auch die Badestrände haben sie nicht vergessen, immer noch gibt es dort kleine Dörfer mit Privatpensionen, die für einen ruhigen Strandurlaub ohne Massentourismus gut sind.
Das Buch braucht den Vergleich mit den bekannten Reiseführern für Individualtouristen „lonely planet" und „rough guide" nicht zu scheuen, ist meines Erachtens sogar besser. Aber auch Pauschaltouristen, die wissen möchten, was sich in der Umgebung außer dem Strand finden lässt, werden hier fündig. Vor allem aber bringt es dem Leser ein Land näher, das sich wirklich zu besuchen lohnt.
Die Autoren beschönigen auch nicht die dunklen Seiten, den Schmutz, der Versuch mancher radikaler Mullahs, die Trennung von Staat und Religion aufzuheben. Aber grade das macht das Buch in meinen Augen nur besser.
Und niemand sollte sich von Ausflügen durch Horrorstories über Kriminalität abhalten lassen. Ich bin mehrere tausend Kilometer mit dem Fahrrad durch die Berge gefahren und kann jedem versichern: Istanbul oder gar Berlin ist um ein Vielfaches gefährlicher als die türkischen Berge.