Wir haben den Wanderfuehrer waehrend unserer 7 Tage im Ostteil des Lykischen Weges benutzt. Er ist ausreichend, um auf der Wanderung klar zu kommen. Das liegt aber auch daran, dass der Weg inzwischen sehr gut makiert ist und es eh meist nur eine Option gibt.
Es gibt jedoch grosses Verbesserungspotential in Sachen Wegbeschreibung, Ortsskizzen, Uebernachtungsmoeglichkeiten und allgemeiner Struktur.
Details zu einem Etappenort sind immer am Anfang der Etappe angegeben, was nun wahrlich keinen Sinn macht. Schliesslich sucht man ja nach einer Unterkunft oder einen Laden, wenn man in einem Ort ankommt, nicht wenn man ihn verlaesst. Die Gliederung des Buches zwingt einen viel hin und herzublaettern, um Infos zum Ort, der Strecke und die entsprechenden Karten und Profile zu konsultieren. (Karten und Profile fassen immer mehrere Etappen zusammen, wobei die Einteilung nicht besonders klar ist.)
Die Wegbeschreibung ist oft entweder sehr wage oder viel zu detailliert und manchmal beides zu gleich. Da haette zum einen ein besseres Lektorat geholfen, zum anderen bessere Kartenskizzen, die mehr sagen als laengere Textpassagen. (Die GPS Daten moegen toll sein, aber die Benutzung eines GPS auf dem lykischen Weg erscheint mir doch arg uebertrieben.)
Bessere Kartenskizzen waeren vorallem in den Etappenorten hilfreich. Diese sollten mit genaueren, und vorallem korrekten Beschreibungen der Lokalisation der Unterkuenfte einhergehen. Im Buch fehlen solche skizzen von Etappenorten und die Beschreibungen sind oft ungenau oder einfach falsch. In Cirali z.b. stimmte die Ortsbeschreibung von zwei Pensionen ueberhaupt nicht. Eine Unterkunft, die 50m vom Meer entfernt ist, wurde als 500m vom Meer entfernt angegeben.
Besonder aergerlich finde ich die Angewohnheit von vielen Reisefuehrern und so auch diesem, einzelne Restaurants or Pensionen besonders herauszuheben, auch wenn es viele andere genauso gute Angebote existieren. Zum Beispiel in Adrasan gibt es mehrere Pensionen nebeneinander mit aehnlichen Preisen, Ausstattungen und Essen direkt am Meer; weiter noerdlich gibt es eine Reihe von Restaurants die Terrassen direkt in den Fluss gebaut haben. Der Fuehrer greift zwei davon heraus und preist sie an, als ob sie die Einzigen oder Besten ihrer Art waeren. Dabei waere es doch nur fair entweder mehrere Angebote kurz aufzulisten oder wenigstens bei der Beschreibung eines Bestimmten darauf hinzuweisen, dass es auch die anderen gibt. Vorallem ausserhalb der Hauptsaison sind Wanderer eine Haupteinnahmequelle in manchen Kuestenorten. Die Empfehlung eines Wanderfuehrers hat somit Gewicht und beeinflusst den Markt.
Zu guter letzt fehlt eine gute Uebersichtskarte des ganzen Weges, der klar die Etappeneinteilung wiedergibt und Zustiegsmoeglichkeiten vermerkt. Klar, der Autor ist Fotograph und nicht Kartograph, aber ein Verlag der sich auf Outdoorfuehrer spezialisiert, sollte in dem Bereich besseres bieten koennen.