Kurzbeschreibung
Dieses Buch untersucht Situationen und gesellschaftliche Legitimationen von Gewaltanwendung in den verschiedensten Epochen und Zivilisationen von den frühen Hochkulturen bis zu den mechanisierten Großkriegen der modernen Industriegesellschaften und den Stammesfehden in der Welt von heute. In ungewöhnlicher Bandbreite weisen Kultur- und Geisteswissenschaftler der unterschiedlichsten Fachrichtungen auf, wie hochkomplex die geschichtlichen Konstellationen sind, die kollektive Tötungsbereitschaft auslösen oder deren Eindämmung bewirken können. Deutlich treten dabei ständig wiederkehrende Muster und langfristige Tendenzen in der Form der Kriegsführung und im Antrieb zu töten hervor. So kann der Tötungswille und die Bereitschaft zum Sterben rituell oder rechtlich begründet, durch Aussicht auf soziale Anerkennung und durch Leit- oder Feindbilder oder durch Erlösungsvorstellungen jeglicher Art aktiviert sein.
Autorenportrait
Professor Dr. Heinrich von Stietencron leitete bis zu seiner Emeritierung 25 Jahre lang das Seminar für Indologie und Vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Tübingen und ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Jörg Rüpke, geb. 1962, lehrte von 1995 bis 1999 als Professor für Klassische Philologie an der Universität Potsdam. Seit 1999 ist er als Professor für Vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Erfurt tätig. Er hat zahlreiche Publikationen zur Religion der Römer vorgelegt.