Hörbuch-Bewertung: TÖTE MICH von Jon Osborne, gelesen von Nicole Engeln
Bearbeitete Fassung | 427 Minuten Laufzeit | 82 Tracks | erschienen bei LÜBBE AUDIO
Als Klappentext wird die Bestseller Autorin Karin Slaughter mit den Worten:
"Erschreckend, spannend, absolut originell!",
zitiert.
Obgleich ich den ersten beiden Attributen zustimmen möchte, muss ich der Beschreibung "absolut originell" unbedingt widersprechen. Wer die blutig-perfiden Serienkiller-Thriller von Cody McFadyen kennt, wird hier einen Haufen Parallelen (insbesondere zur FBI Agentin Smoky Barett) erkennen.
In TÖTE MICH haben wir auf der einen Seite eine junge tatkräftige FBI-Agentin am Werk, die ihre Familie im zarten Alter von vier Jahren auf dramatische Weise verloren hat; ihr Vater und ihre Mutter wurden ermordet. Auf der anderen Seite haben wir einen (vermutlich hochgradig) irren Serienkiller, der von eben jener Agentin gejagt wird.
Es finden eine Menge grausame Morde statt. Diese Morde sind exakte Kopien der Taten von bekannten Serienkillern. Das geschieht freilich alles aus Berechnung. Nur, was der Hintergrund für diese grausamen Morde ist, die von einem Mann der sich Nathan Stiedowe nennt begonnen werden, bleibt lange unergründlich. Er hinterlässt jedenfalls hoch-interessante fitzelkleine Nachrichten für das FBI. Genauer gesagt für Dana Whitestone.
Neben der Ermittlungsarbeit von Dana Whitestone begleitet man auch Nathan Stiedowe bei seinen Taten und nach und nach gibt es Rückblenden auf die Vergangenheit dieser beiden Protagonisten. Die Spannung bleibt bei TÖTE MICH trotzdem recht lange erhalten und einen eher fadenscheinig konstruierten Haken hat der Autor auch noch eingebaut. Blut fließt quasi in rauen Mengen. Und auch wenn man das Motiv des Killers irgendwann erahnt und dann auch noch erfährt, darf man sich trotzdem die Frage stellen: Hat der Thriller in irgendeiner Art einen Realitätsbezug? Ich meine: Nein. Im besten Fall dient TÖTE MICH ja noch als astreine Hollywood-Drehbuch-Vorlage.
In der Zusammenfassung herunter gerattert, wie ich es eben getan habe, kommt man schnell zum Schluss: Neu ist das ja alles nicht. - Soweit, so klar. Trotzdem ein sauspannendes Serienkiller-Szenario welches über die gesamte Länge große Spannung bietet.
In der Hörbuch (Lesung) Version von Nicole Engeln vorgelesen gibt es daran gar nichts zu mäkeln. Die Sprecherin kommt (sorry für den Vergleich Frau Engeln) meiner Lieblings-Sprecherin Franziska Pigulla verdammt nahe. So wie der Autor, Jon Osborne, dem im Serienkiller-Thriller-Genre allseits bekannten Cody McFadyen unheimlich nahe kommt.
Copykill in mehrfacher Hinsicht. In jedem Fall: Astreines Thrillerhörbuchfresser-Futter!