Ein gutes Islandpferdebuch, das durchaus vier Sterne verdient hätte, denn es wird sehr viel Wert auf Grundausbildung und Gymnastizierung gelegt. Allerdings krankt dieses Werk ein bisschen daran, das das Autorenduo sehr viel in dieses 100 Seiten Buch hineinquetschen wollte. So werden viele Themen rund um die Grundausbildung nur angerissen und dann so schnell abgehandelt, das der Anfänger aufgrund mangelnder Erfahrung damit nichts anfangen weiß und der fortgeschrittene Reiter nichts neues erfährt. So wird z.B. das Thema Doppellonge in drei Absätzen abgehandelt. Wobei die Grundaussagen sehr stimmig sind, wie z.B: Stures Gegenhalten oder Zusammenschnüren mag an der Longe gut aussehen, ist für die Reitarbeit aber negativ.
Andere schöne Sätze wie z.B. „ich zwinge das Pferd nicht auf seiner schlechten Seite in eine Biegung hinein, sondern arbeite es auf dieser Hand vermehrt mit lösenden Lektionen, Kringeln und Volten" verlieren ihre Wirkung, da hier die erklärende Worte fehlen. Wenn ich das Pferd nicht in eine Biegung hineinzwinge, wie reite ich dann eine Volte, die ja schließlich Biegung verlangt.
Anders als in anderen Islandpferdebüchern, wird hier der Tölt nicht anhand von Fußfolge-Grafiken und Diagrammen erklärt, sondern mit dem, was der Reiter fühlt. Dies ist eine sehr interessante Herangehensweise, die sicher ihre Freunde finden wird.
Wirklich gelungen ist der Tölt-Teil des Buches, hier gibt es viele, nicht immer ganz neue Ideen, wie man Natur-, Trab- und Passtölter in Bahn und Gelände fördern kann.