Ein spannend geschriebenes und spannend zu lesendes Buch. Als Leser gefällt mir die gut aufgebaute Erzähldramaturgie: das in der erzählten Jetztzeit Passierende (das Zusammensetzen des Puzzles der vier Morde)wird gemischt und gebrochen mit Rückblenden, die aber wie gerade sich Ereignendes erzählt werden. Dazu werden ein und dieselben Tatbestände aus der unterschiedlichen Perspektive der beteiligten Personen geschildert, die sich wiederum unterschiedlicher Erzählformen bedienen: Protokoll, Tagebuch, Notizbuch, Interview, unmittelbarer Erlebnisbericht, Erzählung u.a. Aufgrund dieser Mischung weiß der Leser bald, wer der Serienmörder ist; aber die Spannung des Romans lebt aus der Rekonstruktion der Tathergänge, an der der Leser genauso teilnimmt wie die Hauptperson, die eine Examensarbeit über den Serienmörder schreibt und zur eigentlichen Aufklärung durch eigenes Schlussfolgern und Recherchieren beiträgt.
Sehr kurzweilige spannende Lektüre.