Antonio Sarti ist ein Kriminalkommissar, dessen Junggesellenleben geprägt ist von der Unlust am Beruf, der ablehnenden Haltung seinem Vorgesetzten gegenüber und beides schlägt sich bei ihm in einer chronischen Kolitis nieder.
Er hat wechselnde, stundenweise Frauenbekanntschaften und hasst seinen Vater, der ihm verboten hat, Bäcker zu werden.
Der Roman, dessen Kommissar Sarti ich gerade beschrieben habe, spielt in der Gegend von Bologna und er hat zu seinem Leidwesen zuerst einen, dann zwei, dann drei, letztendlich aber viele Morde aufzuklären, die alle zusammenhängen und teilweise zurückführen in die, gegen den Nationalsozialismus gerichteten Partisanenkämpfe, kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs.
Das Buch ist nicht sehr umfangreich, die Schreibweise des Autors versetzt einem aber von der ersten Seite weg, in die typisch italienische, etwas leidende "ich hasse meinen Beruf" Macho-Vorgehensweise, in die "sch... Beruf" Mentalität und das Eintauchen in diesen Roman ist sehr leicht.
Man findet sich neben Antonio Sarti in seinem 850er Fiat sitzend und nach einem selbstgebrauten Espresso lechzend wieder und eh man sich's versieht, überlegt man bereits, ob das Gezwacke im Bauch nicht eine Kolitis sein könnte.
Kein Kriminalroman im üblichen Sinn, sondern einfach ein sehr guter, eigenwillig verfasster Spannungsroman, der wirklich empfehlenswert ist.