Das Buch von Butz Peters ist zweifelsohne ein lesenswertes Werk, fundiert recherchiert und angemessen aufbereitet. Zu den vielen positiven Aspekten möchte ich gar nicht viel sagen, ich schließe mich hier in weiten Teilen den anderen Rezensenten an. Lieber möchte ich etwas zu dem sagen, was mir negativ aerscheint:
als allererstes ist da der Schreibstil, der gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig ist. Mir ist es leider die ganzen 800 Seiten nicht gelungen, mich dran zu gewöhnen. Das komplette Buch ist in einem stakkatoartigen Ton geschrieben, Satzfetzen ZB ohne Verb sind keine Seltenheit. Negativ ist mir zudem noch aufgefallen, dass der Autor zwar bemüht ist, aus einer objektiven Distanz die Geschehnisse zu beschreiben und zu skizzieren, er aber hin und wieder meiner Meinung nach unpassende persönliche Kommentare einfließen lässt. Diese Kommentare sind zwar oft grundsätzlich nachvollziehbar, aber einfach fehl am Platze, wenn man eine nüchterne Darstellung der Geschichte der RAF erwartet, auf deren Basis der Leser dann selbstverantwortlich sein Urteil über die RAF fällen sollte.
Zuletzt möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass zwar mit guten 800 Seiten ein "dicker Wälzer" vorliegt, aber man doch relativ geschwind, mitunter meiner Meinung nach auch oberflächlich, durch die RAF-Geschichte geführt wird. Ich möchte das dem Buch aber nicht ankreiden, da bei 11 Millionen Seiten Ermittungsakten und einer Geschichte, die zum Teil weiterhin im Dunkeln liegt (insbesondere die sogenannte "Dritte Generation") es wohl extrem schwierig, vielleicht unmöglich ist, ein für die breite Öffentlichkeit aufbereitetes Buch zu schreiben, das zugleich der Thematik in allen Fassetten gerecht wird.