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Tödlicher Irrtum: Die Geschichte der RAF
 
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Tödlicher Irrtum: Die Geschichte der RAF [Taschenbuch]

Butz Peters
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 863 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 3., Aufl. (Juni 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596172659
  • ISBN-13: 978-3596172658
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 9.640 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Butz Peters
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Vorwort stimmt den Leser bereits programmatisch ein: „Sie halten nicht den 528. Versuch in der Hand, den deutschen ‚Terrrorismus’ abschließend zu erläutern. Auch nicht das 324. Unterfangen, das Unerklärbare zu erklären“ – Klingt dies nach seriösem Journalismus, nach dem ernsthaften Versuch, fast dreißig Jahre Terrorismus in der Bundesrepublik historisch aufzuarbeiten? Abarbeiten wäre vielleicht ein Begriff, dem Autor Butz Peters zustimmen könnte. Weder Analyse noch Ursachenforschung war seine Sache. „Was vor Ihnen liegt“, so Peters, „ist die Rekonstruktion dessen, was die RAF in Deutschland anrichtete.“ Dies konnte man vom selben Autor zwar 1991 schon erfahren, im Zuge der aktuellen Reue- und Begnadigungsdiskussion jedoch – so dachte man wohl -, konnte eine erweiterte Neuauflage das Thema noch einmal vertiefen!

. 62 Tote. 250 Millionen Euro Schaden. 11 Millionen Seiten Ermittlungsakten. Ein trauriges Zahlenwerk, das die RAF hinterließ und das sich in Butz Peters akribischer, fast 900 Seiten starken Aufzählung ihrer Taten widerspiegelt. Nach dem „Prolog“, der Ermordung des Treuhand-Chefs Rohwedder („Das letzte Attentat“), beginnt Peters’ Rückblende auf die „Vorgeschichte“ der Studentenbewegung, der Frankfurter Kaufhausbrände 1968 und den einsetzenden Mythos der Baader-Meinhof-Gruppe. Zahllose Morde und Anschläge später dann das vorläufige Finale, der Deutsche Herbst 1977, der in der Ermordung Pontos und Schleyers, der Befreiung der Geiseln in Mogadischu und den Selbstmorden der Stammheim-Häftlinge gipfelte. Auch wenn Peters geheimnisreich vom „größten Tabu“ der RAF spricht – den durchaus geplanten Selbstmorden -, wirklich Neues hält sein Bericht nicht parat.

Mit der dritten RAF-Generation und ihrer Selbstauflösung acht Jahre nach der deutschen Einheit, endet Peters ungeheure Recherchearbeit. Nicht jedoch, ohne die „13 Rätsel“ zu präsentieren, ein wiewohl ernst gemeintes, nichtsdestotrotz makabres RAF-Quiz. In Ideen wie diesen offenbart sich das Problem von Peters journalistischer Gratwanderung. Dokufiktion, nannte es die TAZ biestig. Dieser "um Aufmerksamkeit buhlende Erzählton" (Süddeutsche Zeitung), der reihenweise abgehackt gestammelte Suspense-Sätze und einen gefährlich raunenden „Aktenzeichen XY“-Sound produziert, kann dem ernsten Thema eigentlich nur Schaden zufügen. --Ravi Unger

Kurzbeschreibung

Die RAF ist die Idee eines unbekannten Autodiebes namens Andreas Baader und der bekannten Journalistin Ulrike Meinhof: Die Vorstellung, durch Morde und Bombenanschläge die "potentiell revolutionären Teile des Volkes" zu mobilisieren, die sich zur "Revolution" in der Bundesrepublik erheben. Ein fataler Irrtum, der auch über zwei Dutzend "bewaffneten Kämpfern" das Leben kostet. Peters rekonstruiert, wie die RAF aus dem "Ideensteinbruch" der Studentenbewegung in West-Berlin entstand, und die Geschichte ihrer drei "Generationen": Nachdem die Köpfe der ersten "Generation" Andreas Baader, Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin im Juni 1972 gefasst waren, ziehen andere unter dem Label "RAF" in den "bewaffneten Kampf". Sie überfallen die deutsche Botschaft in Stockholm, ermorden Generalbundesanwalt Siegfried Buback, Dresdner Bank-Chef Jürgen Ponto und Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Der "deutsche Herbst" bricht an. An der Spitze der zweiten "Generation" eine Frau: Brigitte Mohnhaupt. Erst nach fünf Jahren aufwändigster Fahndung gelingt es BKA-Beamten 1982, sie zu fassen. Zwei Jahre später, 1984, nehmen "Baader-Meinhofs Enkel" den "bewaffneten Kampf" auf. Die dritte "Generation" ermordet zehn Menschen. Unter ihnen Deutsche Bank-Chef Alfred Herrhausen, Siemens-Vorstandsmitglied Karl Heinz Beckurts, Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder und GSG 9-Kommissar Michael Newrzella. Die Täter der dritten "Generation" sind heute noch immer weitgehend unbekannt. Nur zwei wurden verurteilt. Das letzte Strafverfahren gegen ein einst mutmaßliches RAF-Mitglied endete am 28. September 2004. Butz Peters rekonstruierte die Geschichte der RAF aus 250 Gerichtsentscheidungen, Schilderungen ehemaliger RAF-Mitglieder und RAF-Fahnder, RAF-Papieren, Unterlagen der Ermittler von Bundeskriminalamt und Bundesanwaltschaft und des Ministeriums für Staatssicherheit.

"Entstanden ist eine gut lesbare Chronik der Ereignisse, eine spannende Dokumentation über drei Generationen RAF-Geschichte." 3sat Kulturzeit


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
39 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Standardwerk 20. Juli 2007
Von hep
Format:Taschenbuch
Das Buch von Butz Peters ist zweifelsohne ein lesenswertes Werk, fundiert recherchiert und angemessen aufbereitet. Zu den vielen positiven Aspekten möchte ich gar nicht viel sagen, ich schließe mich hier in weiten Teilen den anderen Rezensenten an. Lieber möchte ich etwas zu dem sagen, was mir negativ aerscheint:
als allererstes ist da der Schreibstil, der gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig ist. Mir ist es leider die ganzen 800 Seiten nicht gelungen, mich dran zu gewöhnen. Das komplette Buch ist in einem stakkatoartigen Ton geschrieben, Satzfetzen ZB ohne Verb sind keine Seltenheit. Negativ ist mir zudem noch aufgefallen, dass der Autor zwar bemüht ist, aus einer objektiven Distanz die Geschehnisse zu beschreiben und zu skizzieren, er aber hin und wieder meiner Meinung nach unpassende persönliche Kommentare einfließen lässt. Diese Kommentare sind zwar oft grundsätzlich nachvollziehbar, aber einfach fehl am Platze, wenn man eine nüchterne Darstellung der Geschichte der RAF erwartet, auf deren Basis der Leser dann selbstverantwortlich sein Urteil über die RAF fällen sollte.
Zuletzt möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass zwar mit guten 800 Seiten ein "dicker Wälzer" vorliegt, aber man doch relativ geschwind, mitunter meiner Meinung nach auch oberflächlich, durch die RAF-Geschichte geführt wird. Ich möchte das dem Buch aber nicht ankreiden, da bei 11 Millionen Seiten Ermittungsakten und einer Geschichte, die zum Teil weiterhin im Dunkeln liegt (insbesondere die sogenannte "Dritte Generation") es wohl extrem schwierig, vielleicht unmöglich ist, ein für die breite Öffentlichkeit aufbereitetes Buch zu schreiben, das zugleich der Thematik in allen Fassetten gerecht wird.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Wieder mal schafft es Butz Peters, den Lesenden zu elektrisieren: Wie schon bei "Der letzte Mythos der RAF" wirst du von Petersens Erzählweise förmlich gefesselt, denn er verzichtet dabei auf jegliche Ideologisierung der RAF. Er berichtet aus den Prozessakten, von Zeugenaussagen oder Interviews rein sachlich ohne Spekulationen oder Suggestionen und zeigt dadurch oft das Banale in der Persönlichkeitsstruktur mancher Protagonisten. Dabei werden neben den Hintergründen und dem Umfeld höchstinteressante kurze Biographien der Täter aller drei Generationen der RAF beschrieben wie auch die Frage nach der Entstehung des RAF-Terrorismus behandelt wird.

Butz Peters beschreibt - trotz oder gerade wegen seiner Sachlichkeit - die jüngere deutsche Geschichte in einer solchen Spannung, dass man das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen möchte. Dabei lässt er dem Lesenden aber immer genug Raum um die eigene Meinung aus den Geschehnissen (auch des Umfeldes) bilden zu können.

Georg B. Mrozek
War diese Rezension für Sie hilfreich?
23 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schlechter Stil 4. Januar 2008
Von Odysseus
Format:Taschenbuch
Eines der wenigen Bücher über die RAF, das sich mit allen 'drei Generationen' der Terrorgruppe beschäftigt, von den Kaufhausbrandstiftungen bis zum Geldbotenüberfall 1999. Referenzwerke wie beispielsweise Austs 'Baader-Meinhof-Komplex' behandeln ja nur den Zeitraum bis zu den Stammheimer Selbstmorden oder sind doch sehr protokollarisch (Pflieger/Die Rote Armee Fraktion). Dementsprechen waren meine Erwartungen hoch.

Wahrscheinlich zu hoch, wie sich beim Lesen herausstellen sollte. Sicher, Peters hat viele Fakten zusammengetragen. Er widmet auch genügend Raum den Taten der RAF nach 1977. Mit Spekulationen hält er sich bis auf wenige Ausnahmen zurück, kurz: er bleibt ein faktenorientierter, neutraler Beobachter, der weder die Isolationsfolter noch die ewige Mordnachtspekulationen oder Legenden um die dritte Generation belebt. Wie aber andere Rezensenten schon anmerkten, man trifft immer wieder auf Details, die allzu boulevardesk sind. Das ist aber nicht das Hauptmanko.

Was an dem Buch aber durchgehend stört ist die sensationsgierige Sprache, der etwas reißerische Stil und Peters notorischer Hang zu unvollständigen, nachgestellten Sätzen. Positiv ins Gewicht fallen zwar die recht klare Gliederung sowie das Bild- und Kartenmaterial im Buch. Das macht den Ärger aber nicht wett.

Man kann dem Buch mit Sicherheit mangelnden Tiefgang attestieren. Weitergehende Fragen nach den Handlungsmotivationen auf beiden Seiten bleiben im Dunklen. Das stellt der Autor aber bereits im Vorfeld klar, dass er diese bewusst ausspart.

Fazit: Ein umfassender und leider zu leicht geschriebener Abriss, geschrieben von einem konservativen Journalisten mit recht eigenem Stil. Wer den 'Aust' gelesen hat, sollte einen Blick hineinwerfen. Ich persönlich fand aber Aust journalistisch einfach stärker. Deshalb: Probelesen ist dringend angeraten. Das Standardwerk zur RAF ist es bei weitem nicht, dazu fehlen Nüchternheit und Tiefgang. Deshalb nur 2 Punkte.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
sehr informativ
Das Buch ist sehr gut zu lesen und interessant.Es beschreibt auch Hintergründe der Mitglieder der RAF,oft von Kindheit an. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von betti veröffentlicht
Die Geschichte von uneinsichtigen Betonköpfen
62 Tote, 250 Millionen Euro Schaden, 11 Millionen Seiten Ermittlungsakten - so steht es auf der Rückseite des Buches. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von ccheesy veröffentlicht
Spannend
Ich muss dazusagen, dass es mein erstes Buch über die RAF ist. Ich muss schon sagen, dass das Buch sehr kompakt und spannend daherkommt. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Eosionist veröffentlicht
Deutsche Geschichte -fesseld erzählt
Das Buch bekommt von mir 5 Sterne,da es der Autor geschafft hat,dass ich das Buch in einem Atemzug durchgelesen habe.Und Lesen soll ja auch Spaß machen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Juni 2009 von U.C.H.
Präzise!
Sehr präzise erarbeitetes Buch das alle Fakten bereit hält. Im Nachhinein hätte ich auch 10-20¤ für dieses Werk mehr bezahlt!
Veröffentlicht am 18. Mai 2009 von M. Hack
Geschichte - ohne linkspolitische Verklärung
Die RAF - von vielen Jugendlichen heutzutage als Teil der 68er-Popkultur angesehen, der Stern mit der Maschinenpistole als beliebtes T-Shirt-Motiv. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Februar 2009 von Michael Kleerbaum
Umfassend...
... ist dieses Werk und es zeigt die "Geschichte der RAF" vom Anfang bis zum Ende. OK, ein wenig zu lang und manchmal inhaltlich mit Querverweisen, so dass ich blättern... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Dezember 2008 von Peter Schurr
Fundiert recherchiert - gewöhnungsbedürftig aufbereitet
Keine Frage - das Buch ist fundiert recherchiert, viele (wenngleich bereits bekannte) Fakten und Vorkommnisse werden verständlich erzählt und erläutert. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. November 2008 von L., Dirk
Der Staat am Abgrund des Wahnsinns
Leichen pflastern den Weg ins sozialistische Paradies. Wer Ende der 60er Jahre allen Ernstes glaubte, mit Terror und Toten die zu Wohlstand gekommene Bevölkerung für... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. Oktober 2008 von Barbara Steinemann
Erste Liga !
Ungeschlagen ist Butz Peters Werk eines der besten über die RAF. Auch eines der wenigen die detailliert die 1. bis 3. Generation beschreibt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. September 2008 von Bine_S_83
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