Nicht nur Zuhälter, Privatdetektive und Bankvorstände auch Archäologen können Fieslinge sein, richtige Fieslinge sogar, wenn es darum geht, ihre wissenschaftlichen Thesen gegen Widersacher zu verteidigen. Ist die Frage so wichtig, wie der wahre Ort der Varusschlacht, die auch noch "Schlacht im Teutoburger Wald" genannt wird, kann der Konflikt sogar tödlich enden.
So stehen sich im Krimi der intellektuell überhebliche aber vereinsamte Archäologe Felix Mehlbaum und sein jovial, mittelmäßiger Fachkollege Stephan Weidinger gegenüber. Mehlbaum hat sein ganzes Leben erfolglos Belege dafür gesucht hat, dass die Schlacht wirklich im Teutoburger Wald stattfand. Weidinger dagegen arbeitet für einen kommerziell erfolgreichen Museumspark. Mit wenig belegten Indizien stützt er für seinen Arbeitgeber die Hypothese, dass die Varusschlacht 80 km vom Teutoburger Wald entfernt stattgefunden habe.
Beide Widersacher starten beim Hermannslauf, der über den Teutoburger Wald vom Hermannsdenkmal nach Bielefeld führt. Unmittelbar vor dem Lauf findet Mehlbaum in einer Wildschweinkuhle neben dem Startbereich den ultimativen Beleg, das genau hier die Schlacht statt fand, bei der im Jahre 9 die Römer vernichtend von den Germanen geschlagen wurden. Damit hat sich sein Lebenstraum erfüllt. Doch was tut ein Archäologe, der zugleich Sportler ist? Er steckt den Metallfund unter sein Laufshirt und startet beim Hermannslauf. Konkurrent Weidinger verfolgt ihn nun auf dem 31 km langen Lauf. Er will ihm den Fund abjagen. Kurz vor dem Ziel kommt es zur tödlichen Auseinandersetzung.
Wer den Hermannslauf selbst einmal gelaufen ist, wird seine Freude an der Verfolgungsjagd und der Laufbeschreibung finden. Auch wer zum 2000. Jahrestag der Schlacht etwas leichte Belletristik zum Ereignis lesen will, kann zu diesem Krimi greifen. Nichthermannsläufern und archäologisch wenig Interessierte werden vor allem überzeichnete Figuren und eine arg an den Haaren herbeigezogene Handlung bemerken. Dennoch bietet der Krimi hinreichende Spannung bis zum komischen Ende.