Manche Bücher ziehen dem Leser die Schuhe aus. Diese sollte er dann gleich nach dem Autor werfen, aber der bleibt ja meist zur Sicherheit fern. Ein Beispiel ist dieses Romänchen. Dessen Held Hank Meyer hält sich als versoffener Radio-DJ und versoffener Privatdetektiv für die Lässigkeit in Person. Zusammen mit seinem versoffenen Kommissar-Kumpel und unterstützt von versoffenen Freunden macht er sich daran, die Morde an zwei Deutschrock-Größen (ebenfalls versoffen) aus Halle/Saale und Erfurt aufzuklären, Orten in "Dunkeldeutschland". Die Jungs lassen es krachen dabei: Jeder dritte Satz ein Song-Zitat, selbst im Puff von Triller-Uschi sind die Nummern nach Bands benannt, und so richtig gemütlich wird es nach dem fünften Beton (Becherovka-Tonic), hoch die trüben Tassen. Vermutlich weil der Autor Anglizistik studiert hat, tragen englische Verse aus dem 17. Jahrhundert zur mäßigen Verwirrung bei. Maelck hat wohl eine Mischung aus Nick-Hornby-Musikduselei und harter Detektivgeschichte beabsichtigt. Die Sticheleien und der Jargon wirken aber nicht sarkastisch, sondern pubertär und nerven in der Wiederholung. Und die Musikkenntnis spreizt sich so, dass für den Leser kein Platz bleibt. Für guten Trash ist das Buch zu bemüht, für einen guten Krimi zu grell ausgeleuchtet. Hank Meyer träumt von Sam Spade und Philipp Marlowe, den Helden Hammetts und Chandlers. Ginge es gerecht zu, müsste das ein Alptraum sein.