Als Krimfreund kann man bei einem Val McDermid Roman nicht all zu viel verkehrt machen. Die schottische Krimiautorin liefert mit ihren Romanen grundsoliden Krimistoff ab. Nichts Außergewöhnliches, aber vor allem kein billiger Abklatsch oder unrealistischer Krimskrams. Dabei sind es vor allem zwei Dinge, die McDermid auszeichnen. Zum einen lässt sie ihre Protagonisten im Polizei-Alltag hart an der Realität arbeiten; zum zweiten kann man bei den McDermid Romanen auf gar keinen Fall sagen: "Hast du einen gelesen, hast du alle gelesen." Das ist, jedenfalls wie ich finde, schon eine ganze Menge wert.
Bradfield wird Schauplatz einer Mordserie. Zwei Prostituierte werden bestialisch hingemetzelt. Dabei geht der Täter akribisch und mit absoluter Grausamkeit vor. Carol Jordan soll die Ermittlungen in dem Fall übernehmen. Ihr Manko: Sie wurde bei einer Lockvogel-Aktion vergewaltigt und ist seitdem aus der Bahn geraten. Ihr Freund Tony Hill, seines Zeichens einer der besten Profiler der Polizei, soll ihr bei der Aufklärung helfen. Sehr schnell finden die beiden heraus, dass die Morde zu 100 Prozent mit einer Mordserie vor einigen Jahren übereinstimmen. Allerdings wurden diese Morde aufgeklärt und der Täter, Derek Tyler, sitzt hinter Schloss und Riegel in einer psychiatrischen Anstalt. Dort hat Tyler seit Jahren kein einziges Wort gesagt. So kommen die Ermittlungen ins Stocken und der Polizeichef fordert eine riskante Maßnahme. Als die komplett schief läuft, steuern Jordan und Hill auf eine Katastrophe zu...
Seit Jack the Ripper sind Mordserien an Prostituierten nun wahrlich nicht mehr neu. Aber Val McDermid stört das wenig und sie schickt ihr Ermittlerduo Jordan und Hill in genau solch eine Mordserie. Die Charaktere der Story sind geschliffen und kontrastreich. Die Geschichte an sich ist schlüssig und klar. So begleitet der Hörer die Polizisten bei einem verzweifelten Kampf um das Leben einer Kollegin. Man kann sich, in jedem Fall, schlechter unterhalten lassen.
Die Brigitte Krimireihe hat sich wieder ein paar interessante Werke ausgesucht. McDermids Roman kommt auch in der Brigitte Version gut rüber. Bei Anneke Kim Sarnaus Stimme bin ich mir aber schon jetzt sicher, werden die Kritiken geteilt sein. Mir persönlich hat ihre Darbietung des Romans wirklich gut gefallen. Ob sich alle Hörer mit ihrer Vorlesestimme anfreunden können, wage ich jedoch zu bezweifeln.