Im Jahr 1994 kamen Filme wie "Falling down" , "Basic Instinct", "True Lies" und "Forrest Gump" ins Kino. In diesem recht hochkarätigen Umfeld war der Spielfilm "Striking Distance - Tödliche Nähe" eher ein laues Lüftchen. Der Film kombiniert Elemente von Polizei-Film und Serienkiller-Geschichten, spielt in der Stadt Pittsburgh im Jahr 1991 und wirkt in weiten Teilen wie aus Klischee-Bausteinen anderer Polizei-Filme zusammengesetzt. Der Film wird durch gewisse Elemente etwas gestreckt, z.B. durch einen "Stirb langsam"-gemäßen Action-Einsatz auf einem Kohle-Schlepper und eine Schlägerei auf dem Polizei-Ball. Die Gruppe der Verdächtigen ist so klein, dass es nicht schwer fällt, den Täter im voraus zu erraten, wenn man nicht so viel Wert auf Plausibilität und ein bißchen Phantasie an den Tag legt. Es macht aber trotzdem einigen Spaß, den Film anzusehen, da er zumindest optisch gut gemacht ist und mit der sehr jungen Sarah Jessica Parker und Bruce Willis gut aussehende bzw. erfahrene Schauspieler aufzuweisen hat. Außerdem sind die klischeehaften Handlungs-Bausteine so dick aufgetragen, dass alleine dies einem schon zum Grinsen bringen kann (Bruce Willis - alias Thomas Hardy - als cooler und provokanter Alleingänger und Ex-Mordkommissions-Bulle mit Neigung zur Whisky-Pulle, als Whistleblower ständig angefeindet, geschnitten und wüst beschimpft von seinen Ex-Kollegen, mit sehr lockerer Dienstauffassung als Wasserschutzpolizist und begleitet von einer knackigen Partnerin im besten College-Alter, sucht neben seiner Tätigkeit als Polizeiboot-Fahrer weiterhin auf eigene Rechnung den psychopathischen Serienkiller, den Hardy als Polizist oder Ex-Polizist einschätzt und der jeweils vor einem Mord anruft und einen geschmacklosen Country-Song im Hintergrund laufen lässt. Zudem hat der Serienkiller Hardy's Vater sowie zahlreiche früherer Freundinnen getötet und versucht stets, unserem Helden die Morde anzuhängen oder ihn bei Ermittlungen als Trottel dastehen zu lassen.). Manche Szenen sind so melodramatisch, dass es unfreiwillig komisch wird. Recht lustig fand ich auch, dass bei einer Wasserleiche, die schon zwei Tage lang tot sein sollte, beim Umdrehen im Wasser die Augen der "Leichen-Darstellerin" noch zuckten! Die DVD aus dem Jahr 2010 enthält den Film in Englisch und Deutsch und beinhaltet neben dem Hauptfilm auch noch den amerikanischen Trailer, den man sich besser nicht vor dem Film ansehen sollte, da er viele Highlights des Films vorab zeigt. Mein Fazit: Kein wirklich guter Film, aber doch recht unterhaltsam.