Jonathon King erzählt in seinem dritten Buch von den Everglades, einem riesigen Sumpfgebiet in Florida, von dem Leben damals, in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, und heute.
Damals wurde die erste Straße quer durch die Sümpfe gebaut, ein mörderisches Unterfangen für die Arbeiter.
Heute, 80 Jahre später, soll Max Freeman, Expolizist und Privatdetektiv, den Tod dreier Männer untersuchen (ein Vater und seine beiden Söhne), die bei dem Bauprojekt ums Leben kamen.
"Atemlose Spannung", wie auf dem Einband behauptet wird, kommt bei diesen Nachforschungen nicht auf: Interessant, aus der Sicht von Krimifans, wird es erst ab Seite 270, allerdings hat das Buch nur 339 davon.
Das erste Werk von King (Das Messer im Sumpf) war für mich ein ungewöhnlicher, fesselnder Roman, ein Krimi im wahrsten Sinne des Wortes. Das vorliegende Buch lebt dagegen hauptsächlich von zwischenmenschlichen Beziehungen, Erinnerungen und der Atmosphäre einer einmaligen Landschaft, wobei, fast schon beiläufig, der Tod besagter Männer aufgeklärt wird.
Freunde von spannungsgeladenen, aktionsreichen Handlungen werden das Buch langweilig finden. Wer jedoch an einer Führung durch die beeindruckende Szenerie der Everglades und dem Beziehungsgeflecht sympathischer Charaktere interessiert und auch bereit ist, dafür einige Längen in Kauf zu nehmen, wird diesen leisen Krimi sicherlich mögen.
Der Titel "Tödliche Fluten" ist nicht nachvollziehbar, "Shadow Men" (so das Original) passt da schon eher.